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Verlängerter Urlaub

Skandal-Tchoyi vor Rauswurf

Huub Stevens knallhart: Weil Bullen-Star Somen Tchoyi verspätet aus Kamerun kam, droht ihm der Rauswurf. Nicht der erste Skandal um Tchoyi!

Im Vorjahr baute Somen Tchoyi (26) betrunken einen Unfallum 3. 48 Uhr. Und er beging Fahrerflucht. Strafe: 50. 000 Euro. Damals sagte er: "Ich war wie von Sinnen."

Jetzt kam Tchoyi zu spät aus seiner Heimat Kamerun zurück. Am Montag hätte er mit der Mannschaft in das Trainingscamp der Bullen nach Leogang reisen sollen. Tchoyi (Marktwert über zwei Millionen Euro) traf erst Dienstagabend in Salzburg ein.

Huub Stevens (55) zog die Konsequenzen, strich den Legionär aus dem Kader. Tchoyi dreht ganz allein in Taxham seine Runden. Er hat jetzt schlechte Karten bei Stevens. Der Coach gilt als Disziplinfanatiker und stellt klar: "Ich habe mit Spielern Probleme, die nur an sich denken und nicht an die Mannschaft und an den Klub. So ein Verhalten geht bei mir überhaupt nicht."

Tchoyi stand zuletzt im Teamkader von Kamerun, spielte WM-Qualifikation. Für Stevens ist das jedoch keine Entschuldigung.

Entscheidung
Nächste Woche wird entschieden, was mit Tchoyi passiert. Bullen-Sportchef Heinz Hochhauser: "Huub und ich setzen uns zusammen und gehen noch einmal die Mannschaft durch. Er sagt, wen er braucht und wen nicht. Da kann es noch zu Änderungen kommen." Gestern präsentierte der regierende Meister im Camp in Leogang die fünf Neuerwerbungen. Stevens ist hochzufrieden: "Wir sind in der Defensive und auch in der Offensive besser als in der letzten Saison. Das macht mir Mut. Wir haben erfahrene Spieler." Und ein Torjäger kommt noch!

Kracher
Hochhauser stellt einen Kracher für den Angriff in Aussicht: "Wir haben einen Spielraum und ein gewisses Budget." Fix ist auch: Sollte Salzburg heuer erstmals den Einzug in die Champions League schaffen, wird noch einmal aufgerüstet. Stevens: "Dazu brauchen wir auch das nötige Glück. Ich weiß, was hier von mir erwartet wird. Im Prinzip ist es machbar."

Top-Bedingungen
Am Mittwoch regnete es in Strömen. Aber Stevens versprüht gute Laune. "Die Bedingungen sind top, die Plätze in einem guten Zustand." In Saalfelden kann Red Bull Salzburg sogar auf Kunstrasen trainieren. Alles wie daheim.

"So ein Verhalten geht bei mir gar nicht"
ÖSTERREICH: Hat Somen Tchoyi nach seiner verspäteten Rückkehr bei Ihnen ausgespielt, Herr Stevens?
Huub Stevens: Jetzt trainiert er einmal allein in Taxham. Da soll er nachdenken und seine Runden drehen. Wir klären das intern - aber so ein Verhalten geht bei mir gar nicht.
ÖSTERREICH: Weil Sie schon immer ein Disziplinfanatiker gewesen sind, stimmt' s?
Stevens: Nein - das ist eine Legende, die sich seit Jahren hält. Ich bin überhaupt kein Fanatiker. Ich überlege nur, was das Beste für meine Mannschaft ist. Ich habe Probleme mit Spielern, die nur an sich denken und nicht an das Team und den Verein. Sie dürfen ihre Zeit als Profi nicht vergeuden. Respekt ist ganz wichtig. Darum geht es.
ÖSTERREICH: Trübt der "Fall Tchoyi" die Stimmung im Trainingscamp?
Stevens: Nein, gar nicht. Es ist alles hervorragend - auch wenn das Wetter nicht ganz mitspielt. Die Bedingungen sind top, die Plätze in einem guten Zustand. Ich bin sehr zufrieden.
ÖSTERREICH: Auch mit den fünf Neuerwerbungen?
Stevens: Klar. Das sind alles Verstärkungen - vor allem in der Defensive. Wir müssen jetzt die Balance finden, aber das klappt sicher. Und auch in unserer Offensive haben wir einen Schuss Kreativität dazubekommen. Das heißt, wir werden bei Standards noch gefährlicher sein.
ÖSTERREICH: Kauft Salzburg noch einen Kracher ein?
Stevens: Man muss sehen, was machbar ist. Es geht auch darum, ob der Spieler die Philosophie des Vereins mitträgt.
ÖSTERREICH: Schaffen Sie den Champions-League-Einzug?
Stevens: Dazu brauchen wir auch das nötige Glück. Wir werden auf jeden Fall alles versuchen. Ich weiß genau, was erwartet wird.