Bickel geht auf Rapid-Stars los

Sportdirektor

Bickel geht auf Rapid-Stars los

Rekordmeister im Abstiegskampf: Jetzt findet Sportboss klare Worte.

"Der Abstiegskampf ist für mich kein Thema. Ich schaue nicht nach unten", betonte Rapid-Coach Goran Djuricin nach der 2:3-Pleite bei der Admira. Sollte er aber. Denn Grün-Weiß steckt in der Krise, liegt nur sechs Punkte vor Platz zehn. Nur ein Dreier aus den letzten 12 Spielen, mit acht Siegen so wenige wie noch nie zur selben Zeit - Zahlen eines Absteigers!

Da hilft kein Schönreden. "So viele Höhen und Tiefen habe ich noch nie erlebt", sagt Tamas Szanto. Die Spieler versichern seit Wochen, gar Monaten, dass sie den Ernst der Lage erkannt hätten. Besserung ist keine in Sicht. Nach Spielen gegen Altach und LASK, wo zumindest das Ergebnis (2:1) stimmte, folgten Watsch'n im Derby und bei Admira. Konstanz? Ein Fremdwort.

Da reicht es nicht mehr, wenn man Woche für Woche das "fehlende Selbstvertrauen" anspricht, gar als Ausrede verwendet. Sportdirektor Fredy Bickel nimmt die Spieler in die Pflicht: "So gescheit die Mannschaft ist, so dumm ist sie auf dem Platz." Harte Worte!

Die Nerven liegen blank

Bickel weiter: "Wir haben es ihnen zehn Mal gesagt, es ist einfach dumm. Man muss anders spielen, wenn man im Abstiegskampf ist. Wenigstens den Punkt muss man sichern." Vielleicht würde es helfen, wenn auch der Trainer akzeptiert, dass Rapid im Abstiegskampf ist.

Fakt ist: Rapid steht in der Pflicht, muss wieder Siege liefern. In den kommenden drei Runden warten WAC, Salzburg und Sturm. Drei Gegner, gegen die man heuer sieglos ist, von 27 möglichen Punkten gerade einmal drei holte.

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Bleibt es dabei, brennt in den letzten zwei Runden gegen die direkten Konkurrenten Mattersburg und St. Pölten der Hut. Von diesem Horror-Szenario will keiner sprechen. Liegt es daran, dass man die Situation allen Ernstes nicht erkennt, oder will man den Spielern nicht zusätzlich Druck zumuten?

Der Fokus muss voll auf der Liga liegen. Das Cup-Finale, in dem man gegen Meister Salzburg krasser Außenseiter ist, ist einen Monat entfernt. Selbst der erste Cup-Titel seit 1995 schützt vor Abstieg nicht - das weiß Sportboss Fredy Bickel vom FC Zürich gut genug.

Philipp Scheichl