Wahnsinn: So dominant sind die "Bullen"

Bundesliga

Wahnsinn: So dominant sind die "Bullen"

Meister spielt in einer eigenen Liga - das war in Altach erneut zu sehen.

Red Bull Salzburg marschiert scheinbar unaufhaltsam in Richtung Meisterschaft. Für die "Bullen" wäre es der vierte Titel in Serie, was in der Fußball-Bundesliga bisher nur der Wiener Austria von 1978 bis 1981 gelungen war. Und Trainer Oscar Garcia wäre der erste Trainer mit erfolgreicher Titelverteidigung seit Kurt Jara 2001. Der Spanier will von einer Entscheidung aber noch nichts wissen.

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Nach dem überzeugenden 5:0-Sieg gegen den SCR Altach am Sonntag scheinen bei der Konkurrenz auch die letzten Zweifel ausgeräumt, dass der Champion auch heuer aus der Stadt an der Salzach kommen wird. Die Effizienz und Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor, die Salzburg derzeit an den Tag legt, gehört wohl zum Besten, was in der heimischen Liga seit längerer Zeit zu sehen war.

Elf Spiele sind die Salzburger bereits ungeschlagen, die Tordifferenz aus den vergangenen beiden Runden: 10:0. Vor den letzten neun Spieltagen beträgt der Vorsprung auf den ersten Verfolger aus Vorarlberg zehn Punkte. Das sind die Zahlen der Dominanz. "Salzburg spielt momentan sicherlich in einer eigenen Liga", meinte Altach-Kapitän Philipp Netzer. "Man muss sagen, dass das Gesamtwerk Salzburg einfach funktioniert", kommentierte Sky-Experte Walter Kogler.

Salzburg hat das Double im Visier

Nur einmal in der Red-Bull-Ära, in der Saison 2013/14, stand Salzburg nach 27 Runden mit mehr Punkten und einer besseren Tordifferenz an der Tabellenspitze. 67 Zähler waren es damals unter Roger Schmidt. 59 sind es heute mit Oscar, der deswegen aber nicht aus dem Häuschen ist. "Es geht nicht darum, dass die Saison entschieden ist", bleibt der Katalane geerdet. "Jetzt wartet Kapfenberg im Cup und dann das nächste Spiel in der Liga."

Oscar, der dieser Tage mit seinem Ex-Club FC Barcelona in Verbindung gebracht wird, wies aber auf den Charakter seiner Spieler hin. "Ich könnte nicht stolzer auf diese Mannschaft sein", sagte der Chefcoach, der den schlechten Saisonstart mit vier Niederlagen nach elf Runden in Erinnerung rief, von dem sich Salzburg aber bestens erholte. "Die Spieler arbeiten hart und konzentriert. Sie arbeiten hart im Training. Wir bereiten alles vor, damit sie die Spiele gewinnen."

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Seine Spieler klangen wie ein Echo des Spaniers. "Wir müssen jetzt einfach so weitermachen, dann schaut es gut aus", wollte sich auch Konrad Laimer nicht aus der Reserve locken lassen, was die Frage nach der Meisterschaft betrifft. "Man hat auch sicher in den Spielen gesehen, dass wir trotzdem noch viel zu verbessern haben und wir das Spiel sicher auch noch mehr kontrollieren müssen."

Scherb: "Ein Lehrspiel für uns"

Andreas Ulmer strahlte nach dem zweiten Doppelpack seiner Karriere, an den er sich noch erinnern kann. In der Regionalliga hatte der 31-Jährige vor mehr als zehn Jahren einmal für die Austria Amateure zweimal in einem Match getroffen. "Beim zweiten Tor war die Vorlage ideal. Dass der Schuss nachher so gepasst hat, war wahrscheinlich auch ein bisschen Glück", beschrieb Ulmer das Highlight zum 2:0 nach Zuspiel von Takumi Minamino.

Altach-Trainer Martin Scherb meinte, das Resultat werde sein Team sicher nicht aus der Bahn werfen. "Verdiente Niederlage, Lehrspiel für uns", fasste er zusammen. "Heute war einfach ein Klassenunterschied in der Qualität der einzelnen Spieler zu sehen." Scherb erkannte im Vergleich zur 0:2-Niederlage in Ried vor zwei Wochen einen Fortschritt. "Wir waren im Feld in der ersten Spielhälfte gar nicht so schlecht, aber wir haben dem Gegner das Toreschießen zu einfach gemacht."

Altach, das im Cup bereits ausgeschieden ist, gastiert in der 28. Runde am kommenden Samstag beim Wolfsberger AC. Für Salzburg stehen zwei Heimspiele vor der Tür: Am Mittwoch (19.00 Uhr) trifft der Double-Titelverteidiger im Cup-Viertelfinale auf den Kapfenberger SV, am Sonntag wartet in der Bundesliga mit dem aktuellen Dritten Sturm Graz ein weiterer Verfolger.