Krankl: ''Musste Hände aufs Dach legen''

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Krankl: ''Musste Hände aufs Dach legen''

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Riesen-Wirbel in Pasching: Fußball-Ikone Hans Krankl wurde festgenommen.

Pasching. Zu einem handfesten Polizei-Eklat kam es am Sonntag nach dem ­Bundesliga-Spiel zwischen LASK und Rapid. Hans Krankl, der als Sky-TV-Experte vor Ort analysierte, wollte nach dem Spielende das Stadion im Auto verlassen. Ein Jung-Polizist verwehrte dem 69-Jährigen und seinem Cousin Otto die Ausfahrt vom VIP-Stadionparkplatz, da zeitgleich der Fan-Bus der Hütteldorfer Vorrang hatte. „Doch dieser bewegte sich nicht“, stellt Krankl gegenüber ÖSTERREICH klar.

Dennoch wurde unser Fußball-Held aufgefordert, den Motor seines Porsche Cayenne abzudrehen. Krankl betätigte die Park-Position, es kam zu einem „Ruckler“.

Polizist: "Herr Krankl, Sie sind festgenommen"

Das war zu viel für den ohnehin angespannten Beamten, der zur Unterstützung gleich sechs weitere Kollegen zum „Tatort“ herbeirief. Mit den Worten „Herr Krankl, Sie sind festgenommen“ wurde der Goleador gebeten auszusteigen und alle seine Wertgegenstände (Handy, Geldbörse, Papiere) abzugeben. „Ich wurde wie ein Schwer­verbrecher behandelt. Ich musste die Hände aufs Dach legen“, so der Córdoba-Held gegenüber ÖSTERREICH. Krankl wurde in das Polizei-Kammerl des Stadions gebracht. Dort erklärte man ihm: „Der Beamte hat bereits die Anzeige abgegeben, in den nächsten drei Wochen erhalten Sie Post.“ Danach durfte Krankl die Heimfahrt antreten.

Die oberösterreichische Polizei schildert den Vorfall in einer Aussendung etwas anders: Krankl hätte „dem deutlich gegebenen Haltezeichen nicht Folge“ geleistet und sei auf einen Polizisten zugefahren. „Er stoppte sein Fahrzeug erst, als es bereits zu einem leichten Körperkontakt zwischen dem Beamten und der Stoßstange gekommen war.“ Krankl hat nun jedenfalls seinen Anwalt eingeschaltet.

Goleador Hans Krankl sprach mit ÖSTERREICH über den Vorfall:

Krankl: "Musste Hände aufs Dach legen"

ÖSTERREICH: Herr Krankl, was ist genau passiert?

Hans Krankl: Ich wollte so schnell wie möglich nach Hause, doch ein junger Polizist versperrte mir die Ausfahrt vom VIP-Club.

ÖSTERREICH: Haben Sie den Polizisten angefahren?

Krankl: Das ist Blödsinn. Der Polizist wollte meine Papiere sehen, darum habe ich meine Automatik-Schaltung von Drive auf Park gestellt. Da gab es einen „Ruckler“. Plötzlich waren sechs Polizisten rund ums Auto. Ich musste aussteigen, meine Hände aufs Dach legen. Die Polizisten sagten mir: „Herr Krankl, Sie sind festgenommen.“

ÖSTERREICH: Wie ging es dann weiter?

Krankl: Ich musste zurück ins Stadion, dort wurden meine Personalien von einem Kriminalbeamten aufgenommen, der mir auch sagte, in drei bis vier Wochen wird der Fall von Oberösterreich nach Wien überstellt und dann wird entschieden, ob es zu einer Anzeige kommt.

Interview: Wolfgang Ruiner

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