Herzog: "Schon ein komisches Gefühl"

Vor Duell mit Österreich

Herzog: "Schon ein komisches Gefühl"

Andi Herzog wagt einen Vorausblick auf das Duell Österreich - USA.

103 Mal und damit öfter als jeder andere Fußballer war Andreas Herzog für Österreichs Nationalmannschaft im Einsatz. Am Dienstag (19. November) kommt der ÖFB-Rekordkicker aber als Co-Trainer des US-Nationalteam s und damit erstmals als Gegner von Rot-weiß-Rot ins Wiener Ernst-Happel-Stadion. "Ein komisches Gefühl ist das schon", gestand Herzog, der seit 2011 als rechte Hand des deutschen US-Teamchefs Jürgen Klinsmann fungiert.

"Offenes Match" erwartet
Trotz der Tatsache, dass sich die USA souverän für die WM 2014 in Brasilien qualifiziert haben und in der aktuellen FIFA-Weltrangliste als 13. deutlich vor Österreich (53.) platziert sind, erwartet Herzog "ein völlig offenes Match". "Diese Ranglisten sagen nichts aus. Und bei uns gibt es in der Qualifikation ja keine Kracher wie zum Beispiel Deutschland. Auch wir haben genug Baustellen in der Mannschaft. Aber es ist natürlich ein wichtiger Test für die WM, den wir gewinnen wollen", meinte der 45-Jährige.

US-Team mit deutscher Siegermentalität
Über seinen Chef Klinsmann ist Herzog voll des Lobes. Sein einstiger Teamkollege bei Bayern München habe dem US-Team die berühmte deutsche Siegermentalität eingeimpft. "Wenn es darauf ankommt, sind wir da und gewinnen", sagte Herzog, der für Klinsmann in Europa den "Spion" gibt und kommende Gegner sowie die u.a. in England, Frankreich, den Niederlanden, Österreich, Deutschland, Norwegen, Italien oder Belgien tätigen Teamspieler im Visier hat.

Rund um die Partie im Happel-Stadion gibt es für Herzog natürlich ein Wiedersehen mit jeder Menge alter Bekannter. Herzog wird auch zahlreiche Kicker treffen, mit denen er in seiner Zeit als Österreichs U21-Teamchef von 2009 bis 2011 eng zusammengearbeitet hat. So spielten in der Ära Herzog u.a. David Alaba, Marko Arnautovic, Heinz Lindner, Martin Hinteregger oder Kevin Wimmer für die ÖFB-U21-Auswahl.

Lob für aktuelle ÖFB-Generation
Sie alle haben es mittlerweile ins A-Team von Marcel Koller geschafft und bereiten sich seit Montag in Spanien auf das USA-Match vor. "Da ist eine äußerst gute Generation herangewachsen", freute sich Herzog über die Entwicklung im ÖFB. Gleichzeitig stellte Herzog aber fest, dass schön langsam auch Ergebnisse in Form einer Qualifikation für ein Großereignis folgen sollten. "Diese Mannschaft sollte jetzt einmal endlich eine Quali schaffen, das muss schon ihr Anspruch sein." Gute Chancen sieht Herzog für die EURO 2016 in Frankreich, schließlich dürfen dort ja erstmals nicht 16, sondern gleich 24 Länder teilnehmen.

Herzog: "Verlängerung mit Koller war gut"
Dass Herzog das von ihm angestrebte Amt des ÖFB-Teamtrainers mehrmals vor der Nase weggeschnappt wurde, ist für den zweifachen Familienvater schwer zu verdauen gewesen, aber längst Schnee von gestern. Die Vertragsverlängerung zwischen dem ÖFB und Koller heißt Herzog im Sinne einer notwendigen Kontinuität gut. Herzog befindet seine Rolle im US-Verband als äußerst befriedigend, eine Verlängerung seines aktuell bis zum WM-Ende 2014 laufenden Vertrages gemeinsam mit Klinsmann scheint derzeit wahrscheinlich.

Bevor Herzog in seine Heimat Wien kommt, steht für die USA am Freitag in Glasgow gegen Schottland ein weiterer WM-Test auf dem Programm. Headcoach Klinsmann fordert im Länderspiel-Doppelpack volle Konzentration und vollen Einsatz: "Wir wollen in diesen Spielen sehen, wer bereit ist, zu 1.000 Prozent mitzuziehen." Für Rapid-Stürmer Terrence Boyd und seine Kollegen geht es also in Glasgow und Wien ums WM-Leiberl.