Hörmann: "Kaum fußballerischer Unterschied"

Gegen Liechtenstein

Hörmann: "Kaum fußballerischer Unterschied"

Ex-Liechtenstein-Coach Walter Hörmann: "Fußballerisch wird man beim Ländermatch kaum einen Unterschied sehen."

Der frühere Teamchef der Liechtensteiner Fußball-Nationalmannschaft, Walter Hörmann, hat das ÖFB-Team im Vorfeld des Länderspiels am Freitag in Vaduz gegen die Auswahl des Fürstentums vor allzu großem Optimismus gewarnt. "Liechtenstein ist ein Gegner, gegen den es in unserer derzeitigen Verfassung schwierig wird", prophezeite der frühere Austria- und Salzburg-Betreuer.

Sieg sollte trotzdem drin sein
Hörmann geht dennoch vom ersten österreichischen Länderspiel-Erfolg im Jahr 2006 aus - einen Kantersieg dürfe man sich gegen Mario Frick und Co. aber nicht erwarten. " Fußballerisch wird man, glaube ich, kaum einen Unterschied sehen. Doch die Liechtensteiner haben zuletzt physisch einen Rückschritt gemacht, es könnte sein, dass sie nach 60 oder 70 Minuten einbrechen", vermutete der 45-Jährige.

Erfahrenes Kollektiv
Die Trümpfe der Schützlinge von Teamchef Andermatt sind laut Hörmann die Länderspiel-Erfahrung (sechs Akteure mit über 50 Team-Einsätzen) sowie das für ein 34.000-Einwohner-Land relativ kompakte Kollektiv. "Die Abwehr ist zwar nicht allzu schnell, aber eingespielt, und mit Mario Frick haben sie einen Stürmer, der zuletzt in der Serie A dreimal getroffen hat. Fast alle Spieler sind erfahren und haben keine Angst mehr vor internationalen Auftritten", erklärte der aktuelle Coach der Ostligisten St. Pölten.

Kein Zwerg mehr
Schon allein auf Grund der jüngsten Ergebnisse (2:2 in der WM-Qualifikation gegen den späteren WM-Semifinalisten Portugal, zuletzt in der EM-Qualifikation 1:3 durch zwei späte Tore in Schweden) dürfe man die Liechtensteiner nicht auf die leichte Schulter nehmen. "Sie haben das Image eines ganz kleinen Zwerges abgelegt."

Warum es überhaupt so weit kommen konnte, dass Österreich einem Match gegen Liechtenstein mit einem flauen Gefühl im Magen entgegensieht, ist auch Hörmann ein Rätsel. "Ich glaube, wir wissen noch nicht einmal genau, welche Fehler in der Vergangenheit passiert sind. Das muss man erst analysieren."

Liechtenstein glaubt an Sensation
Die Probleme des ÖFB sind im Fürstentum nicht verborgen geblieben - die Liechtensteiner wittern im siebenten Spiel gegen Österreich nicht nur die Chance auf das erste Tor, sondern auch auf den ersten Punktgewinn. "Sie glauben daran, dass sie uns schlagen können", meinte Hörmann, der noch immer Kontakt zum Liechtensteiner Verband hat. "Ich wurde gefragt, ob ich nicht zum Spiel kommen will, aber ich habe gleichzeitig ein Match mit St. Pölten."

Hörmann betreute die Liechtenstein-Auswahl 2003 damals parallel zu seiner Trainertätigkeit beim FC Vaduz in vier Partien, Höhepunkt war der Auftritt in der EM-Qualifikation in Old Trafford gegen England. "Zur Pause ist es noch 0:0 gestanden, dann haben wir knapp 0:2 verloren." Trotz der Achtungserfolge in der jüngeren Vergangenheit sieht der frühere ÖFB-Teamspieler auf die Liechtensteiner ähnliche Probleme zukommen, mit denen derzeit der österreichische Fußball zu kämpfen hat.

Legionärsflut in Liechtenstein
Hauptgrund dafür seien die Ambitionen des FC Vaduz, mit zahlreichen Ausländern den Sprung in die Schweizer Super League zu schaffen. In der Vergangenheit spielten nahezu alle Internationale bei Vaduz, gegen Österreich dürfte nur noch ein Trio in der Anfangsformation der Landesauswahl stehen. Damit ist der Vorteil der Liechtensteiner dahin, im Team eine vom Verein her eingespielte Mannschaft aufbieten zu können.