Honduras konnte noch nie einen Sieg bei einer WM einfahren.
Dass man bei der Fußball-WM in Brasilien als völliger Außenseiter ins Rennen geht, ist Honduras egal. Die zweite Endrunden-Qualifikation in Folge bzw. die dritte überhaupt sorgt bei den Mittelamerikanern für Hochstimmung: "Wir sind höchst optimistisch", erklärte Trainer Luis Suarez, dessen Truppe es in Gruppe E mit Frankreich, der Schweiz und Ecuador zu tun bekommt.
Vorbild Ecuador 2006
"Wir haben uns zum zweiten Mal in Folge für die WM qualifiziert, es ist Zeit, die nächste Stufe zu erklimmen", meinte Suarez, der hofft, eine ähnliche Überraschung wie mit Ecuador 2006 schaffen zu können. Damals scheiterten die Südamerikaner erst im WM-Achtelfinale an England (0:1).
Erster WM-Sieg muss her
Um in Brasilien die K.o.-Phase zu erreichen, wird Honduras aber wohl den ersten Sieg bei einer WM benötigen. Bei der Premiere 1982 holte man immerhin zwei Unentschieden gegen Spanien (1:1) und Nordirland (1:1). 2010 in Südafrika musste man sich in einer Gruppe mit Spanien, Chile und der Schweiz mit einem 0:0 gegen die Eidgenossen zufriedengeben.
Quali gibt Zuversicht
Für Zuversicht bei "Los Catrachos" sorgen nicht zuletzt Erfolge in der Qualifikation über die USA (2:1) und vor allem ein 2:1-Auswärtssieg in Mexiko (2:1). Auch bei den Olympischen Sommerspielen 2012 in London sorgte man für Aufsehen, scheiterte erst im Viertelfinale an Brasilien.
Der 54-Jährige Suarez hat ein körperlich starkes, kompaktes Team geformt, das gerade in Standards und im Konter seine Stärken ausspielt. Angeführt wird die Truppe von zwei England-Legionären: Mittelfeldspieler Wilson Palacios (Stoke City) und Verteidiger Maynor Figueroa (Hull City). Auch Celtic-Glasgow-Abwehrmann Emilio Izaguirre gilt als Schlüsselspieler.
Fußball verbindet nicht immer
Blutige Geschichte schrieb Honduras mit dem "Fußballkrieg" (La guerra del futbol) gegen El Salvador vom 14. bis 18. Juli 1969. Nach einem mit vielen schmutzigen Tricks geführten WM-Qualifikationsduell - El Salvador löste damals im Entscheidungsspiel in Mexiko-Stadt das Ticket zur Endrunde 1970 - eskalierten die jahrelang aufgebauten Spannungen zwischen den beiden Nachbarn. In den viertägigen kriegerischen Auseinandersetzungen starben rund 2.000 Menschen.