Niklas Süle (Bayern München)

"Keine Lust mehr hier, will nach England"

Enthüllt: Süle plante Bayern-Abflug

Bayerns Abwehr-Star Niklas Süle soll seine Flucht aus München geplant haben - nun enthüllte Whatsapp-Nachrichten bringen brisante Details zum Vorschein.

Beim FC Bayern München wurde ordentlich Staub aufgewirbelt. Konkreter geht es um die Personalie Niklas Süle. Der Abwehr-Star ist in einem Beraterstreit involviert, nun sind pikante Details in Form von Whatsapp-Nachrichten ans Tageslicht gekommen. Der deutsche Nationalspieler soll laut „SPIEGEL“ in den Jahren 2018 und 2019 mit einem Berater über seine Sehnsucht nach der englischen Premier League geschrieben haben, erst ein Jahr zuvor wechselte der Abwehr-Hühne aus Hoffenheim an die Säbener Straße.

So schreibt der Innenverteidiger am 12. November 2018 an Murat Lokurlu (45), Inhaber einer Sportagentur: „Check mal die Angebote aus England ob irgendjemand mich da will.“ Weiter heißt es: „Wenn einer sagt der würde mich nehmen von den großen Clubs sag mir Bescheid“, „Arsenal Liverpool Chelsea aber am liebsten Manu“ (Manchester United Anm. d. Red.) .

„Im ernst?“, antwortet Lokurlu, der laut eidesstattlicher Versicherung nie für Süle als Berater tätig war. „Ja todernst“, antwortet Süle. Weiter heißt es: „Okay super Murat wäre top wenn du das in Bewegung bringst“

Einen Tag später meldet sich Lokurlu bei Süle, er stehe bereits mit Manchester United und dem FC Chelsea in Verbindung, beide wären nicht abgeneigt den Nationalspieler zu verpflichten. Für den 29. November 2018 wurde daraufhin ein Treffen mit den Red Devils vereinbart. „Danke Murat“ und „Super das wird geil“, schreibt Süle darauf.

Informationen über dieses ominöse Treffen gibt es nicht.

Süle: "Ich will zu Tottenham, so ein geiler Club"

Es vergeht ein Jahr ehe sich Süle erneut an Lokurlu wendet. „Kennst du jemand von Tottenham?“, fragt Süle. Die Nachricht ist auf den 4. Oktober 2019 datiert. Das Kuriose dabei: Nur drei Tage zuvor hatten die Bayern, mit Süle in der Startelf, einen 7:2-Galasieg bei Tottenham eingefahren.

Lokurlu erklärte Süle, er habe regelmäßig Kontakt mit einem Entscheidungsträger der Spurs. Süle daraufhin euphorisch: „Ich will zu Tottenham, so ein geiler Club“, „London geile Stadt Stadion Fans brutal“.

Aus weiteren Chatverläufen wird ersichtlich, dass Süle einen England-Wechsel um jeden Preis forciere. „Du hast die Kontakte und kannst mir dann sagen wie es ist“, „Dafür brauchen wir Karlheinz (Karlheinz Förster, damaliger Süle-Berater Anm. d. Red) nicht“, „Ich will im Sommer eigentlich nach England nach der EM“, „keine Lust mehr hier will unbedingt nach England“. Lokurlu erwidert daraufhin: „Dann machen wir das“.

Doch ein Transfer auf die Insel kam nie zustande. Denn im Liga-Spiel gegen Augsburg (20. Oktober 2019) war für den Defensivspezialisten bereits in der 12. Minute Schluss - der 26-Jährige riss sich ohne Fremdeinwirkung das Kreuzband. In Folge musste er monatelang pausieren und ein England-Wechsel war von da an vom Tisch.

Gegenüber dem „SPIEGEL“ meint Süles Anwalt, dass der Süle-Lokurlu Austausch lediglich „rein informeller Natur“ gewesen sei. „Es habe zu keinem Zeitpunkt eine geschäftliche Beziehung“ bestanden. Es habe nie einen Vertrag gegeben.

Berater-Zwist um Werner-Transfer

Die WhatsApp-Nachrichten sind Bestandteil einer Prozessakte des Streits zwischen Murat Lokurlu und Ex-Nationalspieler Karlheinz Förster. Im Mittelpunkt der Causa stehen die  Transferprovisionen von Süle und Chelsea-Legionnär Timo Werner. Förster war bis 2020 Berater der beiden Nationalspieler. Lokurlu behauptet indes, an der Abwicklung des Werner-Transfers beteiligt gewesen zu sein.

Um die Darstellung Försters zu untermauern, gab Bayern-Verteidiger Niklas Süle eine eidesstattliche Versicherung ab. Der Fall wird am 28. September vor dem Landgericht Moßbach in Baden-Württemberg verhandelt.

Ein England-Wechsel ist für Süle dennoch nicht gänzlich ad alcta gelegt: der Vertrag des 1,95m-Riesen ist nur noch bis nächsten Sommer gültig. Im Moment herscht Funkstille zwischen den Parteien.