Titel aberkannt

»Heulsusen«: Senegal tobt nach Afrika-Cup-Urteil

Titel futsch, Wut pur! Im Senegal kochen nach dem Afrika-Cup-Urteil die Emotionen hoch. Spieler spotten, Bosse wettern – alle fühlen sich um den Triumph gebracht. Ein Skandal, der jetzt komplett eskaliert. 

Wochen nach dem chaotischen Finale wird der Afrika-Cup plötzlich neu vergeben: Senegal verliert den Titel, Marokko ist auf einmal Sieger. Der Auslöser für diese spektakuläre Wende liegt in einer Szene, die das Spiel komplett eskalieren ließ.

Elfmeter sorgt für Eskalation

Zur Erinnerung: Kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit bekam Marokko einen umstrittenen Elfmeter zugesprochen. Aus Protest verließ das senegalesische Team geschlossen den Platz und verschwand in der Kabine – Trainer Pape Thiaw zog die Mannschaft zurück. Zwar kehrte der Senegal wenig später wieder aufs Feld zurück, auch weil Kapitän Sadio Mané schlichtend eingriff. Doch genau dieser Moment wurde ihnen nun zum Verhängnis.

Denn das Regelwerk ist eindeutig: Verlässt eine Mannschaft ohne Zustimmung des Schiedsrichters das Spielfeld, wird die Partie gegen sie gewertet. Genau auf diese Bestimmung stützt sich nun das Berufungsgericht der CAF – mit drastischen Konsequenzen: 3:0 für Marokko, Titel aberkannt.

Spieler machen sich lustig

Damit ist der sportliche Ausgang des Spiels hinfällig. Der 1:0-Sieg nach Verlängerung für den Senegal existiert offiziell nicht mehr – und genau das sorgt im Land für eine Explosion der Emotionen. Der Verband geht sofort auf Konfrontation. Generalsekretär Abdoulaye Seydou Sow kündigt rechtliche Schritte an: „Wir werden Kontakt mit unseren Anwälten aufnehmen und Rechtsmittel einlegen. Wir werden vor nichts zurückschrecken. Das Recht ist auf unserer Seite.“ Doch damit nicht genug. Er findet noch deutlichere Worte und spricht von einer „Schande für Afrika“. Gleichzeitig stellt er klar: „Der Cup wird das Land nicht verlassen.“

Auch aus der Mannschaft kommt heftiger Gegenwind – und der wird alles andere als diplomatisch formuliert. Mittelfeldspieler Pathé Ciss demonstriert seinen Trotz, zeigt sich mit Trophäe und Medaille und spottet in Richtung Marokko: „Den Heulsusen könnt ihr noch drei Tore geben.“ Während Habib Diarra die Entscheidung nur noch mit Lachsmileys kommentiert, legt Moussa Niakhaté provokant nach: „Kommt und holt euch den Pokal !“

Letztes Wort noch nicht gesprochen

Dass die Reaktionen so heftig ausfallen, überrascht kaum – schließlich hatte das Finale selbst bereits alle Zutaten eines Skandalspiels. Proteste, Spielunterbrechung, ein verschossener Elfmeter von Brahim Díaz, der die Entscheidung gestern wärhend dem 2:1-Sieg von real Madrid bei Manchester City erfuhrm und schließlich der Treffer von Pape Gueye in der Verlängerung, der den Senegal eigentlich zum Sieger machte. Doch genau dieser Triumph ist nun bedeutungslos.

Statt Jubel herrscht Chaos, statt Pokalfeier droht ein Rechtsstreit. Der Titel wurde nicht auf dem Rasen entschieden – sondern im Gerichtssaal. Klar ist: Der Senegal zieht vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS. Das letzte Wort ist also noch nicht gesprochen. Fest steht aber schon jetzt: Dieses Finale wird als einer der größten Skandale in die Geschichte des Afrika-Cups eingehen.

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