Italo-Fans attackieren eigenen Spieler

Rassismus-Skandal

Italo-Fans attackieren eigenen Spieler

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Italiens Verbandspräsident von Attacken auf Balotelli entsetzt.

Die rassistischen Sprechchöre italienischer Fans gegen den Starstürmer der "Squadra Azzurra", Mario Balotelli, während des Freundschaftsspiels zwischen Italien und Rumänien (1:1) am Mittwochabend in Klagenfurt haben für Empörung gesorgt. Italiens Verbandpräsident Giancarlo Abete bezeichnete die rassistischen Gesänge gegen den dunkelhäutigen Stürmer als inakzeptabel. "Dieses Verhalten muss mit allen Mitteln bekämpft werden", betonte Abete.

Zeichen gegen Rassismus setzen
Solidarisch mit Balotelli zeigte sich auch Teamchef Cesare Prandelli. "Wir haben alle Balotelli umarmt. Er ist ein italienischer Nationalspieler und verdient Respekt", so der Coach. Im TV-Sender Rai gestand der Lippi-Nachfolger: "Ich bin enttäuscht und wütend. Wir haben über dieses Problem viel geredet und appelliert, und dann passiert das." Der 20-Jährige, der im Sommer von Champions-League-Gewinner Inter Mailand zu Manchester City gewechselt war, stand zum zweiten Mal im Aufgebot des vierfachen Ex-Weltmeister.

Starstürmer enttäuscht
Balotelli reagierte scharf auf die neuerlichen Kundgebungen gegen seine Person. "Italien ist schon längst ein multiethnisches Land, vielleicht haben es einige noch nicht gemerkt. Ich bin Schmährufe gewöhnt, aber nicht wenn ich in der Nationalmannschaft spiele", betonte der gebürtige Ghanaer, der bei Adoptiveltern in der lombardischen Stadt Brescia aufgewachsen ist.

Buhrufe gegen Balotelli und Ledesma
100 italienische, rechtsradikale Anhänger pfiffen den Azzurri-Stürmer, der auch im Dress von Inter mehrfach beschimpft worden war, aus und schmähten ihn. Die italienischen Zuschauer buhten auch den gebürtigen Argentinier Cristian Ledesma während dessen Teamdebüt aus. 41 italienische Fans wurden identifiziert, berichteten italienische Medien.

Mageres Remis
Fußball gespielt wurde vor rund 5.000 Zuschauern natürlich auch, wobei beide Tore die Rumänen erzielten. Ciprian Marica (34.) brachte seine Farben vor der Pause in Führung und glich nach dem Wechsel per Eigentor (82.) aus. Der Stürmer hatte einen Kopfball von Fabio Quagliarella ins eigene Netz abgefälscht.

"Wir spielten gegen eine sehr aggressive Mannschaft. In der zweiten Hälfte kamen wir besser ins Spiel, da hatten wir mehr Räume", resümierte Prandelli, der u.a. den vereinsintern gesperrten Sampdoria-Stürmer Antonio Cassano nicht im Kader hatte. Die Rumänen hatten auch noch das Pech, dass ihr Inter-Verteidiger Cristian Chivu nach 15 Minuten mit einer Muskelblessur ausschied.

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