WM-Qualifikation

Das sagt Koller zum Start in Georgien

Teamchef ließ den Zittersieg Revue passieren - und verteidigte Alaba.

Souverän war der Auftritt von Österreichs Nationalmannschaft nicht. Was jedoch beim Auftakt der WM-Qualifikation zählte, waren die drei Punkte, das sagte Marcel Koller am Tag nach dem 2:1-Sieg in Georgien. Auf der Pressekonferenz ordnete er die Leistung ein - und verteidigte die eigenen Personalpolitik sowie Bayern-Superstar David Alaba.

+++ Nach Tor: Darum jubelte Hinteregger nicht +++

Marcel Koller über ...

… das Spiel gegen Georgien: "Wir hatten einen bisschen holprigen Start. Wenn wir die Chance zum 3:0 machen, gibt es vielleicht ein viertes oder fünftes Tor. Wir sind in Halbzeit eins konzentriert aufgetreten, obwohl wir natürlich Flüchtigkeitsfehler hatten, die wir abstellen müssen. Nach dem Gegentreffer ist bei Georgien und den Fans Zug reingekommen. Wir bräuchten in so einer Phase mehr Ruhe, müssten versuchen, in der gegnerischen Hälfte den Ball laufen zu lassen. Da waren wir zu hektisch. Wir können ruhiger agieren, müssen allerdings lernen, es in dem Moment abzurufen."

… seine Personalpolitik: "Die Philosophie, die wir verfolgen, erlaubt den Spielern mal eine schlechte Partie. Wir entziehen ihnen nicht gleich das Vertrauen. Wir sind von den Leuten überzeugt und von ihren Qualitäten. Das heißt allerdings nicht, dass es für sie eine Stammplatzgarantie gibt. Ich werde alles analysieren und nochmals anschauen. Wir beobachten die Entwicklung der Spieler bei ihren Vereinen, das ist wichtig für uns. Und je nach Gegner ist eine andere taktische Ausrichtung und somit eine andere Aufstellung immer möglich."

… die positiven Aspekte gegen Georgien: "Es gab vor der Pause gute Aktionen. Wenn du in solchen Partien mehr Ballbesitz hast, kriegt der Gegner wenig Möglichkeiten. Bei uns waren in Halbzeit zwei teilweise die Abstände zwischen den Linien zu groß. Das werden wir besprechen. Über all dem steht trotzdem der Erfolg. Er ist wichtig, um das Selbstvertrauen wieder zu bekommen. Es gibt kein Getränk für Selbstvertrauen, um plötzlich mit stolzgeschwellter Brust dazustehen. So etwas musst du dir erarbeiten. Zuletzt hatten wir das nicht mehr so."

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… die Leistung von David Alaba: "Er hat bei uns immer im Mittelfeld gespielt - und mit seinen Fähigkeiten ist er sehr wichtig auf der Position. Ich habe nicht vor, daran etwas zu ändern. Wir versuchen, auf der einen Seite defensive Kompaktheit aufzubauen, auf der anderen Seite offensiv kreativ zu sein. Spieler wie David oder Marko brauchen da ihre Freiheiten. Einem Arnautovic kannst du nicht alles vorschreiben, was er zu tun hat. Das ist bei David genauso. Man darf beide auch nicht vergleichen. David braucht Zeit, hatte bislang erst ein Bundesligaspiel und eines im DFB-Pokal."

… die Neuen Gregoritsch und Schaub: "Absolut, sie können beim nächsten Mal dabei sein. Das hängt aber von den Leistungen beim Klub ab. Sie haben jedenfalls bei uns einen sehr guten Eindruck hinterlassen und sehr gute Chancen, wieder einberufen zu werden."

… den nächsten Gegner Wales: "Es ist klar, dass wir uns im nächsten Spiel steigern müssen. Wir hoffen, dass jeder mehr bei seinem Klub spielt, da mehr Rhythmus und Intensität reinkommt. In der Defensive brauchen wir mehr Stabilität, denn sonst wird das ausgenutzt. Ich habe Wales bei der EM gesehen. Sie haben drei, vier Top-Spieler, einen englischen Stil, sind also sehr robust und zweikampfstark. Für uns gilt es, das spielerischen Element reinzubringen und mit Zweikampf-Härte dagegen zu halten"