manninger action

Lindenberger

"Manninger muss Nr. 1 sein"

Klaus Lindenberger spricht Klartext. Der Ex-Teamgoalie über Stärken und Schwächen von Manninger, Gspurning, Macho und Payer.

Keiner weiß besser Bescheid über unsere Team-Goalies als Klaus Lindenberger. Der 52-Jährige – er ist aktuell Sportvorstand beim LASK – war selbst 41 Spiele lang unsere Nummer eins in der Nationalmannschaft. Er arbeitete von 2005 bis 2008 auch als Tormanntrainer für den ÖFB. Und Lindenberger sagt nach der 0:1-Niederlage im Ländermatch gegen die Serben, was Sache ist.

„Michael Gspurning hat jetzt zwei schwere Fehler in zwei wichtigen Spielen gemacht. Da war zunächst der Patzer im Heimspiel gegen die Rumänen, der damals in der 24. Minute zum Gegentor geführt hat. Und jetzt in Serbien der missglückte Abschlag und im Anschluss daran das Elferfoul.

Grobe Schnitzer
Solche groben Schnitzer sind überhaupt nicht gut für sein Image. Wenn man im Nationalteam spielt, wird man genau beobachtet. Nicht nur in Österreich, sondern auch im Ausland. Und welcher europäische Topklub nimmt schon einen Torhüter, der unsicher wirkt.

Was man Gspurning zugute halten muss: Er ist technisch gut ausgebildet, reaktionsschnell und sicher bei Flanken. Aber: Er hat große Probleme, wenn er mit den Beinen was machen muss. Deswegen haben wir aber noch lange kein Tormannproblem. Wir haben schließlich auch andere Keeper.

Manninger Favorit
Ich bin ganz ehrlich: Für mich ist Alexander Manninger momentan der Favorit für das Leiberl mit der Nummer eins. Er hat den größten Sprung von allen gemacht, kann internationale Erfahrung vorweisen. Wer bei Juventus Turin Buffon als Konkurrenten hat und trotzdem so oft zum Einsatz kommt, muss ein Guter sein. Ich sehe bei Manninger nur eine Schwäche: Wenn er mit dem Nationalteam in Österreich spielt, flattern die Nerven. Das ist eine Kopfsache, die er ablegen muss.“

Richtiger Weg
Rapids Helge Payer ist auf einem richtigen Weg zurück zu alter Stärke. Was er nach seiner Krankheit im Frühjahr für die Grün-Weißen geleistet hat, ist wirklich toll. Ich ziehe den Hut vor ihm. Seine Einstellung ist vorbildlich. Da können sich manche andere Tormänner in Österreich ein Beispiel daran nehmen. Um ein absoluter Topmann in Europa zu werden, muss sich Payer aber noch bei Flanken mehr zutrauen. Da geht er oft den sicheren Weg, er riskiert mir einfach zu wenig.

Klub wechseln
Und dann haben wir noch Jürgen Macho. Er hat leider einen riesengroßen Fehler gemacht. Ich habe ihm im Winter geraten, AEK Athen zu verlassen. Er hat es nicht gemacht. Das Ergebnis: Macho hat seinen Stammplatz bei den Griechen UND im Nationalteam verloren. Er muss rasch den Klub wechseln.“

Nächste Seite: Die Goalie-Analyse im Detail

Alex Manninger
Plus: Internationale Erfahrung, überaus selbstbewusst, spielt bei Juventus Turin
Minus: Zu nervös bei Heimspielen, lässt sich rasch verunsichern, macht sich selbst viel Druck

Michael Gspurning
Plus: reaktionsschnell, sicher bei Flanken
Minus: fußballerisch schwach, spielt nicht bei Topklub

Jürgen Macho
Plus: psychisch stark, dirigiert gut seine Vorderleute
Minus: absolut keine Spielpraxis, lässt sich falsch beraten

Helge Payer
Plus: beinharter Arbeiter, auf der Linie ein Topmann
Minus: bei Flanken zu vorsichtig, Größe "nur" 1,84 m