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2:2 - Foda-Ära endet mit Remis

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Österreich erkämpft sich gegen Schottland ein 2:2-Remis im letzten Spiel mit Franco Foda als Teamchef.

Die Ära von Franco Foda als Teamchef der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft ist mit einem Remis zu Ende gegangen. Die ÖFB-Auswahl erkämpfte am Dienstag im Wiener Ernst-Happel-Stadion nach einem 0:2-Rückstand noch ein 2:2, womit der Deutsche seinen Posten nach 48 Spielen mit 27 Siegen, sechs Unentschieden und 15 Niederlagen räumt. Die "Joker" Michael Gregoritsch (75.) und Alessandro Schöpf (82.) egalisierten das 0:2 durch Jack Hendry (28.) und John McGinn (56.).

Hier alle Details zum Match

Vor 6.600 Zuschauern - damit wurde der Wien-Negativrekord von 6.200 im November 1987 gegen Rumänien knapp verfehlt - brachte Foda erstmals in seiner Amtszeit die beiden Stürmer Marko Arnautovic und Sasa Kalajdzic gemeinsam in der Startformation. Insgesamt gab es im Vergleich zum 1:2 am Donnerstag im WM-Play-off in Wales fünf Änderungen.

Neben Kalajdzic kamen auch Goalie Daniel Bachmann, Valentino Lazaro, Stefan Ilsanker und Andreas Ulmer in die Anfangself. Dafür fehlten die geschonten David Alaba und Xaver Schlager, der kränkliche, aber Corona-negative Heinz Lindner, der an Muskelproblemen laborierende Stefan Lainer und der zur U21 abkommandierte Nicolas Seiwald. Wieder dabei war Aleksandar Dragovic, der die ÖFB-Auswahl in seinem 100. Ländermatch als Kapitän aufs Feld führte.

Probleme in der Defensive

Die Österreicher agierten in einer Art 3-4-3-System, wussten dabei zunächst in der Offensive zu gefallen, hatten jedoch Probleme in der Defensive. Ein Halbvolley von McGinn landete genau bei Bachmann (3.), vier Minuten später rollte McGinn den Ball am langen Eck vorbei. Die Schotten setzten auf Konter und standen zumeist tief, dennoch kamen die Hausherren zu ihren Chancen. Gäste-Keeper Craig Gordon wehrte einen Kalajdzic-Kopfball ab (6.) und blieb auch nach einem sehenswerten Angriff über Christoph Baumgartner und Lazaro gegen den Stuttgart-Angreifer Sieger (14.).

In der 16. Minute schoss Arnautovic nach abgefälschter Lazaro-Flanke aus schwieriger Position drüber, in der 21. Minute hätte der Bologna-Profi dann auf 1:1 stellen können, beförderte den Ball aber nach Vorarbeit von Konrad Laimer genau auf Gordon. Als Österreich immer besser ins Spiel fand, leistete sich Marcel Sabitzer einen Fehlpass im Angriffsdrittel und leitete damit einen Konter ein, der zu einem Schuss ans Außennetz von Che Adams und danach zu einem Corner führte.

Andy Robertson brachte den Ball in Richtung zweite Stange, Martin Hinteregger verlor das Kopfballduell mit Grant Hanley, Bachmann irrte auf der Torlinie herum, das Kunstleder landete an der Latte und Hendry bugsierte den Ball aus kurzer Distanz ins Netz. Dass er dabei seine Hand ins Gesicht von Baumgartner rammte, blieb folgenlos, weil es in Testspielen keinen Videoassistenten gibt. Die ÖFB-Kicker schnupperten in der 35. Minute am Ausgleich. Arnautovic brachte den Ball an Gordon vorbei, Kieran Tierney klärte vor der Linie, den Nachschuss setzte Laimer neben das Tor.

Spieler zeigen Moral

In der zweiten Hälfte bemühten sich die Gastgeber redlich um ein Tor, effektiver waren jedoch die Schotten. Tierney zog auf der linken Seite davon, seine Hereingabe verwertete McGinn per trockenem Direktschuss (56.). Der Profi von Aston Villa hatte schon vor einem Jahr beim 2:2 zwischen Schottland und Österreich in Glasgow getroffen.

Es folgten zahlreiche Wechsel, der Spielfluss ging vorerst verloren, ehe die Österreicher ein starkes Finish hinlegten. Gregoritsch köpfelte nach Maßflanke von Ulmer ein und erzielte damit nur 1:12 Minuten nach seinem Eintausch sein sechstes ÖFB-Tor. Sieben Minuten später glückte Schöpf mit einem Flachschuss von der Strafraumgrenze das 2:2. Weimann hatte sogar den ÖFB-Sieg am Fuß, fand aber in Gordon seinen Meister (84.). Am Ende durften noch Torhüter Patrick Pentz und Maximilian Ullmann debütieren.

Rot-Weiß-Rot ist nun gegen den aktuellen Weltranglisten-40. Schottland (Österreich ist 30.) seit sechs Heimspielen sieglos. Die Truppe von Coach Steve Clarke holte aus ihren jüngsten acht Matches sechs Erfolge und zwei Unentschieden. Im Juni kämpfen die Schotten daheim gegen die Ukraine und im Falle eines Sieges auswärts gegen Wales um das WM-Ticket.

Das ÖFB-Team kickt etwa zeitgleich in der Nations League, die für die heimische Auswahl mit einer Partie am 3. Juni in Osijek gegen Vizeweltmeister Kroatien beginnt. In dieser Partie wird bereits der neue Teamchef auf der Bank sitzen, der im April engagiert werden und Alaba und Co. zur EM 2024 führen soll. Die Qualifikation für die Endrunde in Deutschland startet in einem Jahr. 

 

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