Rapid ist großer Sieger der Runde

Gegner patzten

Rapid ist großer Sieger der Runde

Hütteldorfer als einziges Team der "großen Vier" siegreich.

Die 14. Runde der Fußball-Bundesliga ist ganz nach dem Geschmack des SK Rapid verlaufen. Während die als Titelkandidaten gehandelten Salzburger und Austrianer Niederlagen kassierten, setzte sich der Rekordmeister am Sonntag daheim gegen die ebenfalls als Meisteranwärter geltende Truppe von Sturm Graz 3:1 durch und verringerte damit den Punkteabstand zur Spitze.

"Bestes Heimspiel der Saison"
Nur drei Tage nach der enttäuschenden Vorstellung beim 1:2 in der Europa League gegen ZSKA Sofia präsentierten sich die Hütteldorfer wieder von ihrer besseren Seite, was auch Trainer Peter Pacult wohlwollend zur Kenntnis nahm. "Das war wahrscheinlich unser bestes Heimspiel in dieser Saison. Wir waren ab der ersten Minute präsent, aggressiv in den Zweikämpfen und haben viel Druck aufgebaut. Wir haben drei Punkte auf eine Art und Weise geholt, die mich stolz macht", frohlockte der Wiener.

Zeit zum Durchatmen
Der Sieg kam genau zum richtigen Zeitpunkt, schließlich hatten einige Fans im Hanappi-Stadion auf Transparenten schon die Ablöse Pacults gefordert. Der Coach nahm die Unmutsäußerungen jedoch gelassen. "Ich habe einen breiten Buckel. Schon vor dem Match habe ich den Spielern gesagt, dass sie nicht verunsichert sein müssen. Für solche Reaktionen stehe eh ich in der Öffentlichkeit."

Gartler als Matchwinner
Dass der öffentliche Druck zumindest vorläufig sank, hatte Rapid am Sonntag vor allem Rene Gartler zu verdanken. Der Stürmer avancierte mit einem Doppelpack zum Matchwinner. "Ich habe lange auf meine Chance warten müssen, mit meiner Leistung habe ich eine gute Antwort gegeben", sagte der Stürmer, der seine Treffer mit einem "Schnuller-Jubel" zelebrierte. "In fünf Wochen werde ich Vater, da wird sich mein Leben gravierend ändern."

Vor noch nicht allzu langer Zeit galt Gartler noch als Bonvivant, der es mit der Trainingseinstellung oft ebenso wenig genau nahm wie mit dem Zapfenstreich. "Ich hoffe, der Schalter geht bei ihm jetzt endgültig in die richtige Richtung", erklärte Pacult. Damit war aber nicht nur die Einstellung des Angreifers gemeint. "Ihn hat in seiner Jugend offenbar keiner darauf hingewiesen, dass Fußball nicht nur aus Dribbeln und mit dem Kopf durch die Wand besteht, sondern auch daraus, dass man den einfachen Pass spielt."

Pacult-Plan für Gartler
In den vergangenen Wochen ließ Pacult den 25-Jährigen zwischen Ersatzbank und Tribüne pendeln, nun hat er sich für Gartler einen eigenen Plan zurechtgelegt. "Aber den verrate ich nicht", sagte der Coach. Rapids-Sportdirektor Alfred Hörtnagl sah in dem starken Auftritt des Wieners den Beweis dafür, dass im aktuellen grün-weißen Kader genügend Qualität vorhanden ist - Pacult wollte diese Aussage nicht kommentieren und freute sich lieber darüber, dass die Europa-League-Niederlage weggesteckt wurde. "So enttäuschend der Donnerstag war, so schön ist der heutige Tag."

Foda von seinem Team enttäuscht
Weit weniger euphorisch analysierte Sturm-Trainer Franco Foda die Partie, die seine Elf die Tabellenführung kostete. "Wir haben es nicht geschafft, unter Druck ruhigzubleiben und den Ball zu behaupten. Dieses Spiel war für uns nicht zu gewinnen", meinte der Deutsche.

Stevens vermied die Presse
Im Gegensatz zu Foda wollte sich sein Salzburger Kollege Huub Stevens den Fragen der Medienvertreter über eine Niederlage erst gar nicht stellen. Stattdessen ließ der Niederländer den Fußball-Chef Dietmar Beiersdorfer öffentlich über die Gründe für das 0:1 in Wiener Neustadt nachdenken. "Wir sind sehr weit weg von einer meisterlichen Leistung und müssen froh sein, nicht noch höher verloren zu haben."

Durch die Niederlage verloren die Salzburger Platz fünf an die Niederösterreicher und liegen nach Verlustpunkten gerechnet fünf Zähler hinter dem Überraschungs-Spitzenreiter SV Ried . Den siebtenplatzierten Rapidlern fehlen derzeit acht Punkte auf die Innviertler.