Thessaloniki vs Rapid Wien

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Rapid knallhart bestraft

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75.000 Euro Geldstrafe, ein Geisterspiel – und das Ganze auf drei Jahre Bewährung.

Gestern, kurz vor 11 Uhr, trudelte die Nachricht im Rapid-Sekretariat im Hanappi-Stadion ein. Die UEFA verhängte nach der „Nacht der Schande“ von Saloniki tatsächlich die Höchststrafe:

● Rapid muss für die Krawalle seiner Fans im Toumba-Stadion von Saloniki 75.000 Euro Strafe zahlen.
● Hammer: Die Grün-Weißen wurden zusätzlich zu einem Europacupspiel ohne Zuschauer („Geisterspiel“) verdonnert. Das Retourspiel morgen ist noch nicht betroffen!
● Das Urteil wurde mit einer Bewährung von drei Jahren ausgesprochen. Sollte es erneut zu Ausschreitungen kommen, droht Rapid sogar der Ausschluss aus allen möglichen künftigen Europacup-Bewerben!

Bei Rapid reagierte man geschockt. Präsident Rudolf Edlinger: „Da die Verfehlungen eines kleinen Teils unserer Anhänger in einem Auswärtsspiel passierten, ist für uns die Verhältnismäßigkeit der Sanktionen nicht gegeben.“

Rekordmeister appelliert an alle Anhänger
Im Klartext: Rapid wird gegen das Urteil fristgerecht berufen. Das muss in den nächsten drei Tagen geschehen. Schon gestern rauchten bei den Klubbossen die Köpfe. Noch heute soll das Berufungsschreiben an die UEFA-Zentrale in Nyon (SUI) abgeschickt werden. Der Vorteil: Vor dem Berufungssenat (nächste Instanz) hat Rapid die Möglichkeit, persönlich Stellung zu nehmen.

Seit die Höchststrafe für Rapid bekannt ist, geht es in den Internetforen rund. Die Fans haben sich längst auf die UEFA eingeschossen und machen ihrem Ärger auch auf Facebook Luft. Chefankläger in dieser Causa war der Schweizer Jean-Samuel Leuba.
Einhelliger Tenor der Fans: Die Strafe für Rapid ist viel zu hoch ausgefallen. Viele befürchten jetzt schwere Krawalle durch Hooligans beim Rückspiel am Donnerstagabend im Hanappi-Stadion. Darum der Appell von Rapid an alle Anhänger: „Bitte bleibt im Rückspiel friedlich!“

Übrigens: Rapids Gegner PAOK Saloniki wurde von der UEFA noch viel härter bestraft. Die Griechen wurden zu 150.000 Euro Pönale und drei „Geisterspielen“ verdonnert. Für Rapid ein schwacher Trost.

Fanausschreitungen bei PAOK vs. Rapid

Urteil kostet Rapid 1 Million Euro

Rekordmeister Rapid beruft gegen die UEFA-Strafe und will dadurch Zeit gewinnen.

Sollte Rapid das 1:2 vom Hinspiel gegen PAOK Saloniki noch umdrehen und in die Gruppenphase aufsteigen, muss eines von drei Heimspielen ohne Zuschauer ausgetragen werden. Da der Rekordmeister mit den Partien ins Happel-Stadion ausweicht, würde ein riesiger finanzieller Schaden entstehen. Hochgerechnet würde dem Rekordmeister mindestens eine Million Euro durch die Lappen gehen.

Rapid hofft, durch die Berufung den Strafrahmen reduzieren zu können. Die Chancen auf Erfolg sind gering. Scheitern die Grün-Weißen vor dem UEFA-Berufungssenat, bleibt als letzte Möglichkeit der Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne.

Bei Rapid ist man fest entschlossen, alle Chancen auszuschöpfen. Das Kalkül ist klar: Man will Zeit gewinnen! Durch diverse Einsprüche würde das UEFA-Urteil erst in Monaten rechtsgültig werden. Dann könnte Rapid das Geisterspiel erst in einer der nächsten Europacup-Saisonen absolvieren.

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15.40 Uhr: Noch ein letztes Statement von Edlinger: "So schwer auch die Rahmenbedingungen unserer Anhänger rund um das Spiel in Thessaloniki waren, war klar, dass uns von der UEFA harte Strafen für das Abfeuern der gefährlichen Pyrotechnik erwarten. Dies ist im Regulativ klar angeführt und dem unterliegen wir selbstverständlich." Mehr will man sich von Seiten Rapids derzeit nicht zur Situation äußern. Alles weitere - so Rapid - dann morgen bei der Pressekonferenz.

15.31 Uhr: Eine ausführliche Stellungnahme zu den UEFA-Sanktionen wird es morgen, Mittwoch, um 13 Uhr im Rahmen einer Pressekonferenz im Hanappi-Stadion geben. Wir werden natürlich live für Sie berichten.

15.25 Uhr: Jetzt gibt's die erste offizielle Stellungnahme von Rapid! Präsident Rudolf Edlinger:  "Da die Verfehlungen eines kleinen Teils unserer Anhänger in einem Auswärtsspiel und nicht in einer Begegnung vor eigenem Publikum passierten, ist für uns die Verhältnismäßigkeit der ausgesprochenen Sanktionen nicht gegeben", sagte der 72-Jährige in einer Club-Aussendung und bestätigte noch einmal, dass Rapid Einspruch einlegen werde.

15.21 Uhr: Mehr als 500 (!) Polizisten sollen am Donnerstag beim Rückspiel für Sicherheit sorgen. Das alleine nur rund ums Hanappi-Stadion. Man darf gespannt sein, wie sich die Situation am Matchtag in der Innenstadt präsentieren wird.

15.04 Uhr: Bei der ganzen Aufregung rund um die Sanktionen gegen Rapid geht fast unter, dass in zwei Tagen noch das hochbrisante Rückspiel gegen PAOK am Programm steht. Mehrere hundert griechische Fans werden in Wien erwartet. Diejenigen mit Tickets dürfen auch auf jeden Fall ins Hanappi-Stadion hinein. Die Polizei wird wohl in Rekordstärke ausrücken, um im und rund um das Stadion herum für Sicherheit zu sorgen. Die Stimmung wird jedenfalls geladen sein.

14.03 Uhr: Wir warten weiter auf eine erste Stellungnahme von Rapid. Diese soll allerdings erst nach eingehendem Studium der Urteilsbegründung erfolgen.

13.00 Uhr: Die Rapid-Fans lassen ihrem Ärger über die Strafe auf Facebook und in diversen Foren freien Lauf. Der Tenor: Die Strafe für Rapid fällt viel zu hoch aus. Zudem fürchten viele Anhänger schwere Ausschreitungen durch griechische Hooligans beim Spiel am Donnerstag.

12.40 Uhr: Die größten Sorgen bereitet der Polizei die sichere An- und Abreise nach bzw. von Wien . Derzeit wird fieberhaft an Konzepten gearbeitet.

12.10 Uhr: Die griechischen Fans landen nicht in Wien-Schwechhat sondern in Bratislava. Um ein Aufeinandertreffen der Fans zu verhindern, sollen die PAOK-Anhänger die meiste Zeit des Tages in Bratislava verbringen.

12.00 Uhr: Nach dem Zittern vor dem UEFA-Urteil beginnt das Zittern vor dem Heimspiel gegen PAOK, für das rund 800 PAOK-Fans erwartet werden.

11.48 Uhr: Sollte das Urteil also bestätigt werden, könnte Rapid nur noch vor den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne ziehen.

11.45 Uhr: Im Gegensatz zur erstinstanzlichen Entscheidung besteht im Verfahren der zweiten Instanz auch die Möglichkeit, persönlich Stellung zu nehmen. Die Entscheidung des Berufungssenates ist dann verbandsintern endgültig. 

11.40 Uhr: Welche Rechtsmittel stehen Rapid noch zur Verfügung: Der Verein hat bereits angekündigt, gegen die Urteile innerhalb der nächsten drei Tage Einspruch einzulegen. Danach wird sich der Berufungssenat der UEFA mit dem Fall beschäftigen.

11.36 Uhr: Neben der Strafe muss Rapid einen weiteren Rückschlag verdauen: Michael Schimpelsberger hat sich bei der 0:1-Niederlage gegen den WAC einen Seitenbandriss im Knie zugezogen und fällt rund acht Wochen aus.

11.20 Uhr: Welche Delikte werden Rapid zur Last gelegt? Der Verein wird aufgrund von Zuschauerausschreitungen (Artikel 6 der Rechtspflegeordnung), Sachbeschädigungen (Art. 11 (2) der RPO) und vor allem aufgrund des Zündens und Werfens von Gegenständen und Feuerwerkskörpern verurteilt.

11.15 Uhr:  Die Kontroll- und Disziplinarkammer der UEFA dhat hart durchgegriffen und die von Chefankläger Jean Samuel Lauba in dieser Causa geforderten Höchststrafen verhängt.

11.12 Uhr: Die erste Reaktion von Rapid: "Da noch keine Urteilsbegründung vorliegt, kann der SK Rapid vorerst auch nicht detailliert zur Entscheidung Stellung nehmen. Das Strafausmaß mit einem Geisterspiel, das sonst vor eigenem Publikum in Wien stattfinden würde, ist nach Meinung des SK Rapid allerdings aufgrund von Verfehlungen eines Teils der mitgereisten Fans bei einem Auswärtsspiel nicht verhältnismäßig."

11.10 Uhr: Sowohl Rapid als auch PAOK haben bereits Einsprunch gegen die erstinstanzlichen Urteile angekündigt.

11.05 Uhr: Die beiden Clubs stehen ab jetzt besonders unter Beobachtung der UEFA:  Es wurden sogar ein Europacup-Ausschluss angedroht, sollte es erneut zu Ausschreitungen in einem internationalen UEFA-Bewerbsspiel kommen.

11.03 Uhr: PAOK muss sogar drei Spiele unter Auschluss der Öffentlichkeit bestreiten und zudem 150.000 Euro zahlen.

10.58 Uhr: News aus Nyon! Die UEFA verhängte 75.000 Euro Geldstrafe und "Geisterspiel" gegen Rapid.

10.10 Uhr: Auch bei Rapid weiß man noch nicht, wann das Urteil eingehen wird. Ein Auszug von der Vereins-Website: "Bis 23:30 Uhr erhielt unser Verein gestern keine Mitteilung über eine Entscheidung der Kontroll- und Disziplinarkammer nach den Vorfällen beim Qualifikationsspiel zur UEFA Europa-League-Gruppenphase zwischen PAOK Thessaloniki und dem SK Rapid aus der UEFA-Zentrale in Nyon. Es ist daher davon auszugehen, dass die Übermittlung im Laufe des Dienstags erfolgen sollte."

9.50 Uhr: Die Spieler lassen sich von einer möglichen UEFA-Strafe nicht irritieren. "Wir können dran sowieso nichts ändern, wir konzentrieren uns voll auf das Sportliche. Wir können nur dafür sorgen, dass wir am Donnerstag weiterkommen", so Kapitän Hofmann gegen ÖSTERREICH.

9.30 Uhr: Es gibt nach wie vor keine Entscheidung der UEFA im Fall Rapid.

8.40 Uhr: Egal wie das Urteil ausfällt, Rapids GM Werner Kuhn hat bereits einen Einspruch angekündigt. Er versteht nicht, warum es eine hohe Strafe gegen Rapid geben soll. "Wir waren nicht Veranstalter", sagt Kuhn nach den skandalösen Ausschreitungen in Griechenland.

8.30 Uhr: Heute wird das UEFA-Urteil nach dem letztwöchigen Skandal-Spiel zwischen PAOK Salonoki und Rapid Wien erwartet. Der genaue Zeitpunkt ist noch nicht bekannt, wir versorgen Sie hier aber mit regelmäßigen Updates!

Fanausschreitungen bei PAOK vs. Rapid

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