Rapid mit breiter Brust gegen Sturm

Salzburg muss zur Admira

Rapid mit breiter Brust gegen Sturm

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Innsbruck will sich von Neustadt absetzen, WAC gegen Mattersburg.


Mit dem Europa-League-Aufstieg gegen Novi Sad und dem 2:0-Auswärtssieg in Salzburg hat Rapid die bittere 0:3-Derbyschlappe in idealer Weise aufgearbeitet. Ein Trend, der auch heute (ab 18.30 Uhr im Liveticker) im Heimspiel gegen Sturm Graz fortgesetzt werden soll. In der fünften Runde gastiert mit den Steirern allerdings ein Gegner in Hütteldorf, der sich zuletzt beim 4:1 über den WAC von seiner erbarmungslosen Seite zeigte. Das entging auch Rapid-Coach Peter Schöttel nicht, der meinte: "Sturm ist ein harter Brocken."

Hyballa hat "Bock" auf Rapid
Für Sturm-Coach Peter Hyballa jedenfalls bedeutet das Duell mit dem Rekordmeister einen emotionalen Schub. "Auf ein Spiel wie gegen Rapid habe ich Bock. Das turnt mich an. Bei so einem Spiel werde ich stärker, das versuche ich auch auf die Spieler zu übertragen", erklärte der Deutsche, der mit Okotie, Szabics, Bodul und Sukuta-Pasu zuletzt vier gelernte Stürmer in der Startelf aufbot und damit den richtigen Riecher hatte.

Stürmer müssen auch Drecksarbeit machen
Dass sein Team dabei aber auch Defensivschwächen offenbarte, blieb auch Hyballa nicht verborgen. "Um die Defensive zu stärken, müssen auch unsere Stürmer mehr arbeiten. Dabei meine ich Laufarbeit, Drecksarbeit und Schweinearbeit", forderte der 36-Jährige, der weiter auf die verletzten Kaufmann, Säumel, Ciftci, Hölzl und Kainz verzichten muss. Ebenfalls weiter angeschlagen ist der bei Hyballa nicht mehr gefragte Ferdinand Feldhofer, der mit einem Wechsel zu Wr. Neustadt in Verbindung gebracht wird.

Rapid will dominieren
Schöttel, der bisher auf Rotation setzte, ließ sich nicht in die Karten blicken, eines konnte er aber versprechen: "Wir werden sicher nicht so agieren wie Wolfsberg, die haben die Gefahr nicht so richtig erkannt." Angesichts eines offensiv starken Gegners sei freilich höchste Aufmerksamkeit geboten. "Wir müssen das Spiel dominieren, aber viel Disziplin zeigen. Denn beim Umschalten sind sie richtig gut und haben die Offensivspieler in einer sehr guten Verfassung", warnte Schöttel.

Sturm hat hinten Probleme
Auch Goalie Lukas Königshofer, der seinen Kasten in drei von vier Saisonpartien bzw. in sechs der jüngsten sieben Spiele in der Bundesliga sauber hielt ("Die Defensive funktioniert sehr gut"), ist sich der Gefahr bewusst. "Sie haben sensationell agiert", meinte der 23-Jährige zur jüngsten Vorstellung der "Blackies", "aber sie haben hinten auch Probleme".

Boyd mit Selbstvertrauen auf der Bank?
Möglicherweise nur auf der Bank wird Terrence Boyd Platz nehmen. Der zweifache BL-Torschütze, der am Mittwoch beim 1:0-Sieg der USA über Mexiko per Fersler den Assist lieferte, saß in Madrid fest und landete erst am Freitagabend in Wien. Für ihn könnte Deni Alar vom Mittelfeld auf seine Lieblingsposition als Solosturm aufrücken. "Sturm hat das zuletzt sehr gut gemacht. Wir müssen kompakt stehen und unsere spielerische Klasse zeigen", erklärte der Steirer, der seine leichten Achillessehnenprobleme überwunden hat.

Statistik für Rapid
Hyballa hat höchsten Respekt vor dem Gegner: "Rapid ist eine Klassemannschaft. Sie sind robust, schalten schnell um und haben mit Hofmann einen der herausragenden Spieler der Liga in ihren Reihen. Und dazu haben sie die Fans im Rücken." Statistisch gesehen, ist Rapid klarer Favorit. Seit dem Jahr 2000 haben die Wiener in 48 Spielen 23 Siege bei 13 Unentschieden gefeiert, das letzte Duell der Vorsaison endete am 22. April im Hanappi-Stadion durch Tore von Guido Burgstaller und Rubin Okotie 1:1.

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Admira Wacker vs. Red Bull Salzburg Sa, 18.8.2012 18.30 Uhr

Red Bull Salzburg ist im Auswärtsduell mit dem FC Admira Wacker Mödling auf Wiedergutmachung aus. Die Schützlinge von Chefcoach Roger Schmidt wollen sich heute (ab 18.30 Uhr im Liveticker) in der Trenkwalder-Arena von einer ganz anderen Seite präsentieren, als bei der 0:2-Heimpleite gegen Rapid vor einer Woche. "Wir müssen auf die schlechte Leistung sofort reagieren", ist sich Salzburg-Abwehrspieler Franz Schiemer bewusst. Die Aufgabe ist allerdings schwierig, blieben die Südstädter doch in der vergangenen Saison in beiden direkten Heimduellen (2:1 und 2:2) ungeschlagen.

Basiselemente haben gegen Rapid gefehlt
Die "Bullen" ließen am Sonntag die Chance aus, den von der Papierform härtesten Konkurrenten um den Titel um sechs Punkte abzuhängen. Stattdessen liegen die Rapidler an der Tabellenspitze und die punktgleichen Salzburger nur auf Rang drei. "Wir haben einige Basiselemente vermissen lassen, sei es die taktische Disziplin oder die Bereitschaft, geschlossen aufzutreten. Aber ich glaube nach wie vor an die Mentalität der Mannschaft", sagte Schmidt.

Soriano am Boden zerstört
Der Deutsche musste unter der Woche vor allem Jonathan Soriano aufrichten, der gegen Rapid einen Elfmeter kläglich über das Tor geschossen hatte. "Er ist ein sehr selbstkritischer Spieler und war fassungslos über die Situation. Ich bin aber überzeugt, dass ihn das nicht aus der Bahn wirft und er genauso gut auftritt wie bisher", meinte Salzburgs Coach. Da David Mendes, Valon Berisha und Martin Hinteregger seit Mittwoch wieder im Mannschaftstraining dabei sind, und nur mehr die Langzeitverletzten Alan und Dusan Svento fehlen, hat Schmidt die Qual der Wahl.

Schmidt warnt vor Admira
Die Admira schätzte Salzburgs Trainer als gefährlichen Gegner ein. "Es ist eine Mannschaft, die einiges zu bieten hat, sehr geschlossen auftritt und kompakt ist", fasste Schmidt zusammen. Aufpassen müsse man vor allem auf die "schnellen, dynamischen" Spieler im vorderen Bereich. Deshalb forderte Schmidt von seiner Mannschaft vollste Konzentration von der ersten Minute an. "Wir müssen gut auftreten und auch die nötige Geduld mitbringen, um am Ende des Tages als Sieger vom Platz gehen zu können", sagte Salzburgs Trainer.

Schiemer optimistisch
Die Spieler sind jedenfalls heiß darauf, die Scharte der Vorwoche auszumerzen. "Ich bin überzeugt davon, dass wir gegen die Admira ganz anders auftreten werden. Wir haben eine super Möglichkeit, es auszubessern und das werden wir auch tun", sprach Schiemer Klartext.

Admira ohne Angst
Für die Admiraner ist es die zweite schwierige Partie in Folge. Nach dem unglücklichen 0:1 bei der Austria gilt es eine weitere Niederlage zu vermeiden. "Salzburg ist leichter Favorit. Wir haben Respekt, aber keine Angst", betonte Coach Dietmar Kühbauer. "Ich freue mich auf das Spiel. Wir wollen ein gutes Spiel abliefern und werden alles daran setzen, zu gewinnen."

Kühbauer rechnet mit "motiviertem Gegner"
Dass die Salzburger gegen Rapid zum ersten Mal nach 17 Partien wieder einmal eine Niederlage kassierten, war absolut nicht nach dem Geschmack des 41-Jährigen. "Das war nicht das Beste für uns, weil zweimal können sie so nicht auftreten. Ich rechne mit einem sehr motivierten Gegner, sie werden engagiert zu Werke gehen", sagte Kühbauer.

Quedraogo fehlt weiterhin
Seine Truppe muss vor allem die Chancenauswertung verbessern, gegen die Austria fanden 22 Torschüsse nicht den Weg ins Gehäuse. "Es wäre gut, wenn die Chancen besser verwertet werden. Wichtig wird auch sein, dass wir unser Spiel durchziehen und den Gegner früh stören", nannte der Admira-Trainer das Erfolgsrezept. Zur Verfügung steht ihm der selbe Kader wie gegen die Austria, Ouedraogo und Toth sind noch nicht fit, Auer und Emin Sulimani haben weiterhin Trainingsrückstand.

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WAC vs. SV Mattersburg Sa, 18.8.2012 18.30 Uhr

Aufsteiger WAC ist in der Fußball-Bundesliga im eigenen Stadion noch ohne Punkt. Das soll sich nach Niederlagen gegen die Austria (0:1) und Salzburg (0:2) nun im Duell der 5. Runde mit dem SV Mattersburg im dritten Anlauf ändern. Die Burgenländer, die mit sechs Punkten drei Zähler mehr als die Kärntner gesammelt haben, wollen demgegenüber auswärts zum ersten Mal in der laufenden Saison "anschreiben".

Bjelica fordert mehr Disziplin
Die Wolfsberger schlitterten zuletzt auswärts gegen Sturm Graz trotz einer 1:0-Führung in eine 1:4-Pleite. "Das Spiel ist seit Dienstag abgehakt. Wir haben unsere Fehler analysiert und fleißig gearbeitet", sagte WAC-Trainer Nenad Bjelica. Die nötigen Lehren wurden gezogen. "Gegen Sturm haben wir uns selber geschlagen. Wir müssen konzentrierter auftreten und disziplinierter stehen", forderte der Kroate von seiner Mannschaft.

WAC mit viel Respekt
Gegenüber dem Duell mit den Grazern werde es wohl Änderungen geben. Personell kann Bjelica jedenfalls nahezu aus dem Vollen schöpfen, nur Roland Putsche ist aufgrund einer Knieverletzung nicht einsatzfähig. Vor den Burgenländern hat der WAC-Trainer großen Respekt. "Mattersburg hat eine sehr gute, zweikampfstarke Mannschaft, nicht nur Naumoski und Bürger, die natürlich sehr gefährlich sind", warnte Bjelica. Aufpassen müsse man vor allem bei Standardsituationen. "Wir werden eine tolle Leistung bringen müssen, um sie zu besiegen", war sich der WAC-Coach bewusst.

Burgenländer als Vorbild
Von den Mattersburgern können sich die Kärntner noch vieles abschauen. "Mattersburg ist sicher ein Vorbild für uns, genauso wie Ried. Das sind Mannschaften aus kleinen Städten, die es geschafft haben, sich zu etablieren, ohne großes Geld zu investieren", sagte Bjelica. "Das wollen wir auch. Wir wollen eine gute Basis schaffen für die Zukunft und uns auf Jahre in der Bundesliga etablieren."

"Mannschaft nicht zufrieden"
Die Burgenländer kassierten zuletzt mit dem knappen 1:2 auswärts gegen Wacker Innsbruck einen kleinen Rückschlag, stehen mit sechs von zwölf möglichen Punkten aber ziemlich gut da. "Ich bin froh, dass die Mannschaft nicht zufrieden ist. Sechs Punkte sind schön, wir wissen aber auch, dass wir sechs Punkte verspielt haben", fasste Mattersburg-Trainer Franz Lederer zusammen.

Mattersburg will Dreier
Genauso wie gegen Wiener Neustadt (2:0) und Sturm Graz (3:1) hätte seine Truppe auch in Salzburg (2:3) und eben Innsbruck etwas mitnehmen können. "Jetzt gilt es nicht nur darüber zu reden, sondern wirklich etwas mitzunehmen. Ein Punkt ist ein Punkt, aber wir fahren nicht hin, für einen Punkt", sprach der 48-Jährige Klartext.

"Müssen unser Ding durchziehen"
Gegenüber dem erst in der Schlussphase verlorenen Innsbruck-Spiel müsse sich seine Elf verbessert zeigen. "Wir sind immer passiver geworden, je länger das Spiel gedauert hat. Wir haben uns in Sicherheit geglaubt, das geht in der Bundesliga aber nicht", ließ Lederer die Niederlage noch einmal Revue passieren. Das soll nicht noch einmal passieren. "Gegen den WAC müssen wir unser Ding über 95 Minuten durchziehen und unsere Konter sauberer fertig spielen", forderte Lederer.

Lederer lobt WAC
Unterschätzen dürfe man den Gegner keinesfalls. "Sie sind individuell stark, haben aber auch ein gutes Kollektiv", ist sich Lederer bewusst.  Sein Team muss der längstdienende Bundesliga-Coach zwangsläufig an zwei Positionen umbauen. Nedeljko Malic fällt wegen Knieproblemen rund drei Wochen aus, zudem ist Alois Höller gesperrt.

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Wacker Innsbruck vs. Wiener Neustadt Sa, 18.8.2012 18.30 Uhr

Im Kellerderby der fünften Runde der Fußball-Bundesliga steht Wiener Neustadt heute (18.30 Uhr) bereits leicht unter Druck. Das punktelose Schlusslicht muss in Innsbruck zumindest anschreiben, um den Anschluss an die Tiroler, die derzeit bei drei Zählern halten, nicht zu verlieren. Neustadt-Coach Heimo Pfeifenberger "lechzt nach dem ersten Punkt", und auch sein Innsbrucker Pendant Walter Kogler misst der Partie große Bedeutung zu: "Für uns ist das ein ganz wichtiges Spiel."

Kogler peilt Mittelfeldplatz an
"Mit einem Sieg können wir Wr. Neustadt sechs Punkte hinter uns lassen und uns am Mittelfeld orientieren", erklärte Kogler, der mit seiner Truppe am vergangenen Samstag ein 2:1 über Mattersburg und damit die ersten Punkte der Saison bejubeln durfte. Im Finish sorgten Marcelo Fernandes (83.) und Christopher Wernitznig (91.) dafür, dass "ein sehr schwerer Rucksack" (Kogler) für einige Spieler wieder etwas leichter wurde.

Innsbrucker Lage nicht katastrophal
Atmosphärisch sei der Befreiungsschlag auch in der Vorbereitung auf das Duell mit Wr. Neustadt zu merken gewesen. "Natürlich war es einfacher und lockerer, weil wir den ersten Sieg gelandet haben." Kogler, der weiter auf die Langzeitverletzten Löffler, Hackmair und Schilling verzichten muss, schätzt die Lage trotz des holprigen Starts aber keineswegs katastrophal ein. "Sicher hat das nicht gut ausgesehen, aber so schlimm war der Start nicht", betonte der Kärntner, "wir hatten zwei Auswärtspartien und haben ein Spiel unglücklich verloren. Das kann jedem Team außer einem Titelkandidaten passieren."

Erfolgserlebnis für Neusatdt?
Für Wr. Neustadt zahlten sich die Fahrten nach Innsbruck in der Bundesliga bisher nicht aus: In vier Partien gab es ebenso viele Niederlagen, auch ein Tor gelang am Tivoli noch nicht. Das ist freilich Vergangenheit. "Am Tivoli ist es immer schwer zu spielen", betonte Pfeifenberger, der schon mit einem Zähler hochzufrieden wäre. "Aber wir brauchen ein Erfolgserlebnis. Das ist genau das, was uns fehlt. Bisher ist es uns nicht gelungen, obwohl wir mit jedem Gegner ganz gut mitgehalten haben", erklärte der Salzburger.

Pfeifenberger fordert mehr Aggressivität...
Immerhin gelangen bei der 2:3-Niederlage gegen Ried am vergangenen Wochenende die erste beiden Saisontore durch Tadic und Friesenbichler, von einer Krise sei noch nichts zu merken. "Die Mannschaft macht einen guten Eindruck, Körpersprache, Einstellung und Disziplin passen", betonte Pfeifenberger. "Aber wir müssen mit mehr Selbstvertrauen und aggressiver auftreten, müssen den Gegner stören und dürfen nicht immer die Sicherheitsvariante wählen - und das 90 Minuten lang."

... und besseres Defensivverhalten
Zentrales Augenmerk legt der Ex-ÖFB-Teamspieler auf das Defensivverhalten. "Da müssen wir die Fehler abstellen", forderte der 45-Jährige, der diesbezüglich auch seine Offensivspieler verstärkt in die Pflicht nimmt. "Auch die Offensiven sind da mehr gefordert. An der Verteidigung muss sich jeder beteiligen. Das hat uns heuer sicher schon einen oder zwei Punkte gekostet."

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