Jubelnde Rapidler

Auferstehung

Rapid vom Pleiteklub zum Meister

Der wahre Hintergrund des Rapid-Wunders: Den sportlichen und auch finanziellen Aufstieg verdankt Rapid 450.000 kleinen Fans statt wenigen Groß-Sponsoren.

Für Rapid-Präsident Rudolf Edlinger spielte es gleich zweimal Granada: Am Wochenende besuchte er mit SP-Pensionisten die gleichnamige spanische Stadt. Und in der Heimat rückt nach der Red-Bull-Niederlage in Mattersburg sein Traumziel näher. Rapid kann am Sonntag vor einer Rekordkulisse von 18.500 Zuschauern im Hanappi-Stadion die „Mission 32“ erfüllen, den 32. Meistertitel nach Hütteldorf holen.

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Womit das Fußball-Märchen, dass Geld keine Tore schieße, ausnahmsweise bestätigt würde: David Rapid mit ganzen elf Millionen ­Euro Budget besiegt Goliath Red Bull mit 60 Millionen Euro Jahresbudget. Ein Wunder, hinter dem neben 450.000 Fans und der Mannschaft drei grün-weiße Macher stehen: Präsident Rudolf Edlinger, Manager Werner Kuhn und Rapid-Stimme Andy Marek.

Schuldenberge
Ihre Ausgangssituation in den 90ern: 7,5 Millionen Euro Schulden, Konkurs- und Abstiegs­gespenst im Nacken. „Trotzdem waren wir nie ein Sparverein“, sagt Edlinger. Allein für die Heimholung von ­Steffen Hofmann legte er 600.000 Euro auf den Tisch. Die Legionäre Tokic und ­Bazina kosteten je 650.000 Euro.

Kein Wunder, dass nach dem Meister- und Champions-League-Jahr 2005 wieder Abgänge von vier Millionen Euro auftauchten. Und trotzdem: Das erste Edlinger-Budget als Präsident vor sieben Jahren machte 5,5 Millionen Euro aus, jetzt sind es mit elf Millionen doppelt so viel. Seit dem Einstieg der OMV ist das für heuer drohende Minus von 1,8 Millionen Euro vergessen. Rapid sah auch finanziell nach einem grundsoliden Anwärter auf einen UEFA-Cup-Platz aus. Bis es am Ostersonntag siebenmal im Tor der Red Bulls einschlug.

„Seither hat sich alles verändert“, bestätigt Marek: Binnen zweier Tage legte Rapid 3.000 Schals und ebenso viele T-Shirts mit dem 7:0-Logo auf. Weitere drei Tage später waren alle 6.000 Stück vergriffen – und 90.000 Euro in der Kasse. Das war aber nur der Anfang: „Wir haben mit 9.300 Abo-Karten mehr verkauft als je zuvor. Das Traumziel von 10.000 Abos rückt näher und der ­Zuschauerrekord wird mit mehr als 15.000 pro Spiel fallen. Beim Merchandising liegen wir schon vor dem Rekordjahr 2005 mit 2,5 Millionen Euro Umsatz.“

Millionen warten
Und nach dem Meistertitel könnten wirklich goldene Zeiten anbrechen: Allein die vier UEFA-Cup-Runden im Vorjahr brachten 800.000 Euro. Schafft es Rapid in die Champions League, würde man mehr als zehn Millionen Euro zusätzlich umsetzen – eine Verdoppelung des Elf-Millionen-Euro-Etats. Der David wäre zumindest ein Jahr lang auch finanziell ein kleiner Goliath.