Steueraffäre: Messi am Freitag vor Gericht

"Bin nicht besorgt"

Steueraffäre: Messi am Freitag vor Gericht

Superstar muss trotz Steuerskandals keinen Imageverlust befürchten.

Schon zehn Tore in der noch jungen Saison - der vierfache Weltfußballer Lionel Messi präsentiert sich derzeit in Topform. Die Steueraffäre, die am Image des Argentiniers kratzt, zeigt bisher nicht die geringste Auswirkung auf seine Leistungen beim FC Barcelona. Freilich kommt Messi nicht umhin, sich nun intensiver mit der Affäre auseinanderzusetzen: Am Freitag werden er und sein Vater von einem spanischen Gericht zu den Vorwürfen befragt, Steuern in Millionenhöhe hinterzogen zu haben.

"Ich bin nicht besorgt", sagte der Fußballstar bereits im Juli. Genauso wie sein Vater Jorge Messi sei er mit den Steuerangelegenheiten nicht befasst. "Wir haben unsere Anwälte und Berater, die sich um diese Dinge kümmern. Wir vertrauen ihnen, und sie werden diese Angelegenheit klären."

Steuern bereits nachgezahlt

Messi kann zumindest insofern beruhigt sein, als ihn die Steueraffäre kaum ins Gefängnis bringen dürfte. Zwar können die ihm zur Last gelegten Delikte grundsätzlich mit einer Haftstrafe geahndet werden. Doch hatten er und sein Vater Anfang September rund fünf Millionen Euro an den spanischen Fiskus nachgezahlt - den laut Behörden ausstehenden Betrag plus Zinsen. Dies dürfte sich bei einer Verurteilung deutlich strafmindernd auswirken.

Dass Messi überhaupt durch eine solche Affäre in die Schlagzeilen geraten ist, hat über die Fußballwelt hinaus für einige Überraschung gesorgt. Denn der Argentinier galt stets als Prototyp eines Saubermanns und Vollprofis - wegen seines bescheidenen Auftretens, seines unglamourösen Lebensstils und seiner leidenschaftlichen Fixiertheit auf den Fußball, neben dem ihn wenig Anderes zu interessieren scheint.

Verfahren im Juni eröffnet
Das Ermittlungsverfahren gegen Messi und seinen Vater wegen Verdachts auf Steuerbetrug wurde im Juni von der spanischen Justiz eröffnet. Beiden wird vorgeworfen, in den Jahren 2007 bis 2009 rund 4,16 Millionen Euro aus Einnahmen an Messis Vermarktungsrechten in Steueroasen wie Belize und Uruguay transferiert zu haben, um sie vor dem spanischen Fiskus zu verbergen.

Liegt Schuld bei Ex-Berater?

Vor dem Gerichtstermin am Freitag in Gava, Messis Wohnort nahe Barcelona, zeichnet sich ab, dass seine Anwälte die Verantwortung für die Steuertricksereien offenbar ganz einem früheren Berater zuweisen wollen. Laut einem Dokument, das Messis Vater an das Gericht geschickt haben soll und aus dem die katalanische Zeitung "El Periodico" zitiert, soll der Ex-Berater Rodolfo Schinocca damit beauftragt gewesen sein, die Einnahmen aus den Vermarktungsrechten zu managen. Schinocca sagte allerdings einem spanischen Radiosender, er habe bereits 2006 aufgehört, für die Messis zu arbeiten.

30 Millionen Jahreseinkommen
Messis Einnahmen aus der Vermarktung seines Images haben im Laufe seiner Karriere beim FC Barcelona mächtig zugenommen. Zwischen 2007 und 2009 soll er mehr als 10,17 Mio. Euro allein mit diesen Rechten verdient haben - nach Angaben des US-Magazins "Forbes" vom vergangenen Juni steht er auf der Liste der bestverdienenden Sportler der Welt mit einem Jahreseinkommen von insgesamt rund 30 Mio. Euro an zehnter Stelle.

Kein Image-Schaden zu befürchten
 Allzu große Schäden an Messis Image scheint die Steueraffäre bisher nicht angerichtet zu haben. Bei den Fans des FC Barcelona ist seine Popularität ungebrochen - und auch als Werbeträger funktioniert er weiterhin. Der 26-Jährige ist auf Werbeplakaten und in Spots allgegenwärtig wie eh und je, etwa für das Sportartikelunternehmen Adidas oder den Videospiel-Hersteller EA Sports. Solange Messi seine Leistung auf dem Rasen bringe und sein Verhalten "normal und korrekt" bleibe, werde ihn die Affäre "nicht zu sehr beschädigen", schätzt Carles Canto, Marketingexperte bei der Beratungsfirma IMG Consulting.

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