Verhaltener Jubel nach Quali-Triumph

U21

Verhaltener Jubel nach Quali-Triumph

Obwohl sich Österreichs U21 vorzeitig den historischen ersten Gruppensieg in der EM-Quali sicherte, blieb der Jubel enden wollend.

Was Bruno Pezzey, August Starek, Herbert Prohaska, Heribert Weber oder auch Josef Hickersberger einst nicht geschafft haben, das gelang jetzt Manfred Zsak auf Anhieb. Seit 1. Jänner 2006 im Amt, führte er als Trainer des Unter 21-Nationalteams Österreich erstmals in der Fußball-Historie zum Gruppen-Sieg in einer EM-Qualifikation. Das 1:0 am Mittwoch im Paschinger Waldstadion gegen Slowakei machte die Premiere perfekt.

Keine Feier in der Kabine
"Für jeden Trainer ist ein Erfolg schön. Wenn es sich um einen Erfolg handelt, der noch nie da war, freut das natürlich ganz besonders", meinte der Ex-Teamspieler am Tag danach. Am Vorabend in der Kabine war es ruhig, keine Spur von Feiern zu spüren im Wissen, dass nach der Fixierung des ersten Platzes in Gruppe 7 das Ziel mit Namen EM-Endrunde vom 14. bis 27. Juni in Schweden noch weit entfernt und beschwerlich ist.

Lob für das Team
"Ich habe meinen Spielern nur ein dickes Lob für das bisher in der Qualifikation Geleistete ausgesprochen, 17 Punkte aus sieben Spielen sind ja wirklich eine gute Bilanz", sagte Zsak mit Stolz. Die Ergebnisse bestätigen die Arbeit der Spieler und seine eigene. Die Österreicher sind seit ziemlich genau einem Jahr, dem 23. März 2007 und 2:5 in Wr. Neustadt gegen Deutschland, also in sieben Bewerb- und drei Testspielen unbesiegt.

Auslosung
Der Probegalopp am 20. August in Wr. Neustadt gegen Irland und das letzte Spiel der EM-Quali-Gruppe am 5. September gegen Island (Ort noch offen) kann Zsak schon zum Ausprobieren für die entscheidenden Play-off-Spiele (11. bzw. 15. Oktober) um eine Fahrkarte in den Norden ansehen. Die Paarungen mit den zehn Gruppen-Siegern und den vier besten -Zweiten werden Mitte September von der UEFA ausgelost, wobei nur die Zweitplatzierten nicht gegeneinander kommen können.

Zsak wirft schon jetzt einen Auge auf die aktuellen Tabellen der anderen Pools, und weiß, was da auf Österreich zukommt. "Die üblichen Verdächtigen wie Deutschland, Italien, England, Spanien, Niederlande usw. Wir brauchen uns vor niemandem zu verstecken, es gibt zwei Spiele und es ist wie im Europacup alles möglich. Freilich benötigen wird zwei besonders gute Tage, müssen wir uns gegenüber den Gruppen-Spielen nochmals steigern", so der Mödlinger.

Futter für das A-Team
Die Barrage findet genau zu jenem Termin statt, an dem auch Spiele der im Herbst beginnenden WM-Qualifikation auf dem Programm steht. Auch wenn der A-Teamchef dann nicht mehr Hickersberger heißen könnte, rechnet Zsak mit einem 18-Mann-Kader, wie er ihn dieser Tage in Pasching (14 Mann aus der T-Mobile- und drei aus der Red Zac-Liga) zur Verfügung hatte. Leute wie Prödl, Gercaliu, Fuchs, Harnik, Schiemer und "vielleicht kommt dann noch ein anderer dazu", würden wohl wieder für höhere Aufgabe benötigt.

Zsak am Absprung?
Aber vielleicht ist zu diesem Zeitpunkt dann auch Zsak selbst weg. Im Vorfeld des Slowakei-Spiels hatte der 43-Jährige "lose Gespräche" mit seinem früheren und jetzt auf Trainersuche befindlichen Arbeitgeber Austria bestätigt. "Es ist ein Ziel, einmal als Vereinstrainer zu arbeiten", sagte der WM-Teilnehmer von 1990, der 49-mal den ÖFB-Dress getragen und dabei fünf Tore erzielt hatte.