Völler will nur 22 Minuten nachspielen

Phantomtor

Völler will nur 22 Minuten nachspielen

Streit beim FC Bayern: Robben wurde zurückgepfiffen.

Ganz Fußball-Deutschland diskutiert über ein Loch im Netz: Das Phantomtor von Stefan Kießling wird sogar ein Fall für den Weltverband FIFA - und den DFB noch gehörig beschäftigen. Während 1899 Hoffenheim nach seinem Einspruch gegen die Wertung des kuriosen 2:1-Sieges von Leverkusen auf ein Wiederholungsspiel pocht, würde Bayer-Sportdirektor Rudi Völler am liebsten nur noch einmal 22 Minuten spielen.

Bayer werde jedes Urteil des DFB-Sportgerichts akzeptieren, sagte Völler der "Bild am Sonntag". "Aber mein Gerechtigkeitssinn spricht für eine andere Lösung: Wir spielen die letzten 22 Minuten neu. Beim Stande von 1:0 von Leverkusen geht es mit einem Abstoß für Hoffenheim weiter", erklärte der 53-Jährige. Dies sei die sauberste Lösung, so Völler.

Leverkusens Stürmer Kießling hatte am Freitagabend bei 1899 Hoffenheim in der 70. Minute einen Treffer zum 2:0 zugesprochen bekommen. Dabei war sein Kopfball tatsächlich durch ein Loch im Netz im Tor gelandet. Dies zeigten die Fernsehbilder eindeutig. Schiedsrichter Felix Brych gab den Treffer jedoch. Hoffenheim hat Protest eingelegt.

Über den Fall entscheidet nicht nur das DFB-Sportgericht, sondern auch die FIFA. Der DFB will sich mit dem Weltverband abstimmen und hofft nun auf ein schnelles Signal. "Wir haben natürlich die Situation mitbekommen, werden diese auf eine mögliche Anfrage des DFB analysieren und Stellung dazu nehmen", erklärte Massimo Busacca, der Leiter der FIFA-Schiedsrichterabteilung am Samstag.

Rainer Koch, der zuständige DFB-Vizepräsident für Rechts- und Satzungsfragen, räumte in der TV-Sendung "Doppelpass" von Sport1 ein, dass es zu dem Tor keine zwei Meinungen gebe, aber: "Die Frage ist: Muss die Tatsachenentscheidung erschüttert werden?" Ein Tor wie dieses anzuerkennen sei "nicht im Sinne der Schiedsrichter, des Fußballs, des Fairplays."

Referee Brych wird vier Tage nach seinem Fauxpas jedenfalls am Dienstagabend das Champions-League-Spiel zwischen dem AC Milan und dem FC Barcelona leiten. Die UEFA setzte den 38-Jährigen am Sonntag ungeachtet des Vorfalls an.

Streit um Elfer: Robben wurde von Guardiola zurückgepfiffen
Arjen Robben war sichtbar verärgert. Nur mit Widerwillen überließ der Niederländer Bayern-München-Kollege Thomas Müller am Samstag den Elfmeter zum 4:1-Endstand gegen Mainz und stapfte missmutig aus dem Strafraum. Wild entschlossen war er zuvor zum Elfmeterpunkt marschiert. Doch Robben hatte nicht sehen können, dass Trainer Pep Guardiola von außen mit Gesten und Rufen längst Müller zum Schützen bestimmt hatte.

"Ich bin der Trainer, ich wollte diesen Spieler", klärte Guardiola später auf. Da hatte sich auch Robben wieder beruhigt und machte gute Miene zur für ihn ärgerlichen Szene. "Ich möchte nicht viel darüber sagen. Das ist kein Thema. Wer schießt, ist egal. Hauptsache, das Ding geht rein", sagte Robben. Müller hatte als "loyaler Spieler" nur zu gerne die Anweisung von Chef Guardiola befolgt. "Arjen wollte schießen, aber der Trainer hat gesagt, ich soll schießen."