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Deutsche Bundesliga

Wirbel um "Phantom-Tor" bei Leverkusen-Sieg

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Referee nahm irregulären Treffer nicht zurück - Hoffenheim kündigte nach 1:2 Protest an.

Ein irregulärer Treffer hat in der Bundesliga-Partie zwischen 1899 Hoffenheim und Bayer Leverkusen für Aufregung gesorgt. Leverkusens Stürmer Stefan Kießling köpfte am Freitagabend in der 70. Minute auf das Tor der Hoffenheimer. Der Ball ging an der linken Stange vorbei und flog durch ein Loch im Seitennetz in das Tor. Schiedsrichter Felix Brych gab den Treffer zum 2:0. Fernsehbilder zeigten eindeutig, dass der Ball nicht regulär die Torlinie passiert hatte. Leverkusen gewann schließlich 2:1.

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Das Loch wurde danach kurzerhand zugeknüpft - (c) EPA

Die kuriose Szene im Finish löste turbulente Szenen aus. Brych nahm seine Entscheidung auch nach mehrfacher Intervention der Hoffenheimer nicht mehr zurück - auch, als er seinen Fehler eingesehen haben zu schien, als er das Loch im Tornetz sah. Doch der Referee blieb bei seiner Tatsachenentscheidung. Dennoch könnte es ein Nachspiel geben. Im Fall von Thomas Helmers irregulärem Treffer 1994 war das Spiel des FC Bayern gegen den 1. FC Nürnberg einst wiederholt worden.

Leverkusen verdrängte zumindest für einen Tag Titelverteidiger FC Bayern München von Platz eins. Zuletzt hatte die Werks-Elf im Februar 2010 unter dem damaligen Coach Jupp Heynckes die Liga angeführt. Für Hoffenheim vergab Roberto Firmino zu allem Überfluss in der 83. Minute noch einen Foulelfmeter. Der Anschlusstreffer von Sven Schipplock zwei Minuten vor Schluss kam zu spät. Doch dies blieb an diesem Abend eine Randnotiz. "Es gibt keine zwei Meinungen über diese Szene. Das war mehr als skurril. Wir werden definitiv Protest einlegen", kündigte Hoffenheims Sportlicher Leiter Alexander Rosen an.

Verhandlung über Phantomtor frühestens übernächste Woche
Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wird frühestens übernächste Woche über das Phantomtor von Hoffenheim entscheiden. Diesen Zeitpunkt nannte der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga, Andreas Rettig, am Samstag im TV-Sender Sky. Zugleich betonte er, dass eine Entscheidung unter dem Vorbehalt und der Abstimmung mit der FIFA stünde. Ähnlich hatte sich zuvor der DFB geäußert.

Der Weltfußballverband habe immer wieder das hohe Gut der Tatsachenentscheidung angeführt. "Ich glaube, dass die Tatsachenentscheidung in unserem Lande - und mag sie hier und da noch so ungerecht sein - ein sehr hohes Gut ist", fügte Rettig an.

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