Hoeneß: 
Job als
 Gefängnis-
Fleischer

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Hoeneß: 
Job als
 Gefängnis-
Fleischer

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Paukenschlag nach dem Schockurteil wegen Steuerhinterziehung: Hoeneß will in Haft.

1.278 Tage hinter Gittern wegen Steuerhinterziehung (28,5 Mio. Euro) – Uli Hoeneß (62) will sich dem stellen. Am Freitag erklärte er seinen Verzicht auf eine Berufung und trat von allen seinen Ämtern beim FC Bayern zurück. „Das entspricht meinem Verständnis von Anstand, Haltung und persönlicher Verantwortung“, schreibt er auf der Homepage des Vereins (siehe Wortlaut rechts). Damit ist klar:
Sobald das Urteil von Donnerstag rechtskräftig ist, muss Hoeneß ins Gefängnis. Das kann nur noch wenige Wochen dauern. Dann wird dem 62-Jährigen die Ladung zum Strafantritt mit einem genauen Termin per Post zugestellt. Laut Andrea Titz, Gerichtssprecherin am Justizpalast in München, muss Hoeneß seine Haft in der Justizanstalt (JVA) in Landsberg am Lech (Bayern) verbüßen (siehe Kasten rechts).

Jetzt muss Hoeneß 50 Mio. Euro Steuern nachzahlen
Und dort wird Hoeneß nicht nur in der Zelle hocken: „Herr Hoeneß ist ja Wurstfabrikant. Er kann also in der Küche oder beim Anstaltsmetzger arbeiten, wenn die Justizanstalt dies anbietet“, sagt Anton Bachl, Vorsitzender des Bundes der Strafvollzugsbediensteten.

Laut Justizbeobachtern ist es aber wahrscheinlich, dass Hoeneß nicht seine komplette Haftstrafe absitzen muss. Er könnte vorher in den offenen Vollzug verlegt werden.



Dann dürfte er tagsüber raus. Doch die Haft ist nicht die einzige Strafe. Hoeneß muss mit Zinsen 50 Mio. Euro Steuern nachzahlen. Auch sein Rücktritt beim FC Bayern dürfte ihm nicht leicht gefallen sein. Er war seit Mai 1979 für die Münchner tätig und baute den Verein als Manager zu einem der erfolgreichsten Klubs der Welt.

Uli Hoeneß kocht bald für die Mitgefangenen
Hoeneß wird in der Justizanstalt Landsberg am Lech einsitzen. Neben dem Gefängnisgebäude liegt ein Fußballplatz. Der Tagesablauf ist in allen bayerischen Gefängnissen gleich. 6 Uhr wecken. Dann Frühstück und „Ausrücken“ zur Arbeit. Die beginnt um 7 Uhr und ist in den Anstalten Pflicht. Aufgrund der beruflichen Vorerfahrung dürfte Hoeneß in der Gefängnisküche eingesetzt werden. Seine Zelle ist eng: nur zwei Meter breit und vier Meter lang. Ein Bett, ein Tisch, ein Stuhl. Und natürlich Gitter vor den Fenstern.

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