Ecclestone: Nicht mehr Geld für Teams

Streit vorprogrammiert

Ecclestone: Nicht mehr Geld für Teams

Nächster Streit in F1 vorprogrammiert. Teams wollen mehr Geld, Bernie sagt nein.

Der große Poker um die Einnahmen aus der Formel 1 ist eröffnet. Die aktuelle Vereinbarung (Concorde Agreement) läuft 2012 aus, derzeit erhalten die Rennställe rund 50 Prozent aus dem Vermarktungstopf. Einer Erhöhung erteilte Formel-1-Boss Bernie Ecclestone eine klare Absage. "Null Chance, dass sie 70 Prozent bekommen. Sie sollten glücklich mit dem sein, was sie haben", sagte der Brite in einem Interview mit dem deutschen Fachmagazin "auto, motor und sport".

Wieder Gerüchte über neue Rennserie
Schon bei der Unterzeichnung des jüngsten Abkommens 2009 hatten die Teams, die einen Großteil der finanziellen Risiken tragen, mit der Abspaltung einer Konkurrenzserie gedroht. Diesbezügliche Gerüchte gibt es erneut. Vor allem Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo hatte zuletzt die Pläne vorangetrieben. "Sie wollten schon bei den letzten fünf Concorde-Abkommen mehr Geld, und wir wollten ihnen weniger bezahlen", ärgerte sich Ecclestone über die Rennställe. "Sie haben großes Glück, dass mir die Firma nicht gehört."


Verkauf dementiert
Die Formel 1 gehört der Investmentgruppe CVC, die Ecclestone als Geschäftsführer einsetzt. Zuletzt hatten allerdings die News Corp von Medienmogul Rupert Murdoch und die FIAT-Mutter Exor Interessen an einer Übernahme bekundet. CVC wolle aber nicht verkaufen, betonte Ecclestone einmal mehr. "Sie sind glücklich mit der Formel 1", versicherte der 80-Jährige. "Was sie damit einnehmen, verwenden sie dafür, ihre anderen Geschäfte zu betreiben. Die Zukunft ist gut. Warum sollten sie verkaufen?"

Auch den Kaufpreis von kolportierten sechs Milliarden Euro hält Ecclestone für zu niedrig. "Die genannte Summe wäre für CVC nicht von Interesse", meinte der Engländer, der in den Verstrickungen von Ferrari mit Exor ein weiteres Problem sieht. Exor-Präsident ist Agnelli-Enkel John Elkann, der zugleich FIAT-Präsident und damit obererster Ferrari-Chef ist. "Wenn mir ein Team gehören würde, wäre ich nicht begeistert, wenn einem meiner Konkurrenten über Umwege die Formel 1 gehören würde", erinnerte Ecclestone.

Kritik an Vier-Zylinder-Motoren
In einem anderen Punkt gab Ecclestone Ferraris aber recht: der Kritik an den Vier-Zylinder-Motoren. Der Automobil-Weltverband FIA sieht deren Einführung für 2013 vor. "Die FIA hat ihre Entscheidung aufgrund falscher Annahmen getroffen", betonte Ecclestone. Durch die Reduktion von derzeit acht auf vier Zylinder würde die Formel 1 viel an Reiz verlieren. "Viele Zuschauer werden zu Hause bleiben", meinte Ecclestone, der seit dessen Bestellung im Herbst 2009 immer wieder mit FIA-Präsident Jean Todt aneinandergeraten ist.