Lauda: "Jetzt haben wir die Nase vorn"

Testfahrten-Fazit

Lauda: "Jetzt haben wir die Nase vorn"

Mercedes-Boss Lauda über starken Test-Auftakt, Ecclestone und Red Bull.

ÖSTERREICH: Herr Lauda, Mercedes hat die ersten Tests in Jerez dominiert – heißt das, dass Ihr Team im Kampf um den Titel mitmischt?
Niki Lauda: Das war ein reiner Motorentest, damit die Teams die Chance hatten, die neuen Motoren auszuprobieren. Wir sind dreieinhalb Grand-Prix-Distanzen gefahren und ich bin sehr zufrieden. Im Moment sieht es danach aus, als würden wir die Nase vorn haben. Aber das kann sich sehr schnell ändern.

ÖSTERREICH: Apropos Nase: Die neuen Boliden erinnern an „Nasenbären“. Gefallen Ihnen die Autos jetzt?
Lauda: Die Frontpartien-Vorschriften kamen aus Sicherheitsgründen – damit bei Frontalzusammenstößen weniger passiert und damit niemand aufgespießt wird. Die Autos sind alle noch – sagen wir – gewöhnungsbedürftig. Aber es wird genauso sein wie immer: Sobald ein Auto schnell ist und gewinnt, ist es auch schön.

ÖSTERREICH: Wie können Sie sich die Probleme von Red Bull erklären?
Lauda: Die neuen, hybridgeladenen Motoren sind ein sehr heikles, komplexes Thema, das man nicht so leicht in den Griff bekommt. Die Umsetzung ist technisch eine irrsinnige Herausforderung. Auch bei Mercedes gab es viele kleine Probleme, aber die konnten wir sofort lösen.

ÖSTERREICH: Formel-1-Boss Bernie Ecclestone kritisierte die neuen spritsparenden Motoren. Er meinte, ihr sollt lieber mit euren Motor­homes usw. sparen...
Lauda: Das ist mir vollkommen unverständlich, keine Ahnung, was der Bernie da will. Das neue Reglement wurde vor fünf Jahren beschlossen und von allen abgesegnet. Die umweltfreundlichen, sparsamen Motoren passen absolut in unsere Zeit. Und der Motorenlärm ist genauso attraktiv wie ­vorher.