Crash-Alarm vor packendem Formel-1-Finale

Hamilton vs. Verstappen

Crash-Alarm vor packendem Formel-1-Finale

Nach dem Showdown in Saudi-Arabien kommt es in Abu Dhabi zum Megafinale.

Dschidda. Durchschnittlich 777.000 Fans bescherten ServusTV beim GP des Jahres Rekordeinschaltquoten, ab dem zweiten Start waren sogar 829.000 live dabei. Sie hatten auch am Tag danach jede Menge Diskussionsstoff. Darüber, ob Hamilton seinem Rivalen Max Verstappen absichtlich ins Heck gefahren ist. Oder über die Szene, als Mercedes-Boss Toto Wolff sein Headset aufknallte. Oder über die Augenblicke nach dem Rennen, als Verstappen Sieger Hamilton den Handschlag verweigerte.

Showdown beim Stand von 369,5:369,5 Punkten

Hamilton ("So ein verrücktes Rennen habe ich noch nicht erlebt") sauer: "Ich habe so viele Kollisionen mit ihm vermieden. Einige Fahrer an der Spitze denken, die Regeln gelten für sie nicht."

Dabei war der siebenfache Weltmeister im Mercedes seinem Rivalen ins Heck gekracht. Verstappen (Red Bull) hatte zuvor unerlaubt die Strecke verlassen und sollte den Briten auf Funkanweisung wieder vorbeilassen. Verstappen verlangsamte ruckartig, Hamilton fuhr ihm bei dessen "Bremstest" ins Auto. Mit beschädigtem Frontflügel schaffte es Hamilton als Sieger über die Ziellinie. Dank schnellster Runde kommt er punktegleich mit Verstappen (369,5:369,5) zum Finale nach Abu Dhabi (Sonntag, 14 Uhr, ORF 2).

Mercedes-Boss Toto Wolff glaubt an kein Crash-Finale

Auf die Frage, ob das Duell dabei endgültig eskaliert, meint Wolff: "Ich glaube nicht. In Dschidda gab es so so viele Warnschüsse für alle Beteiligten, dass es sauber abgehen wird und sauber abgehen muss." Es könne sich niemand leisten, mit einem Ergebnis dazustehen, das nicht auf der Strecke ausgefahren worden sei. "Wir wollen einfach eine saubere Weltmeisterschaft, möge der beste Mann gewinnen. Wenn es am Ende Max ist, dann habe ich damit kein Problem."

Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko warf den Regelhütern schon in Saudi-Arabien Benachteiligung vor (siehe rechts):"Man kann nicht mit zweierlei Maßstäben messen. Wenn sich ein siebenfacher Weltmeister verschätzt, kann das passieren, aber nicht zu unseren Lasten."

Erst zum zweiten Mal in ihrer Geschichte geht die Formel 1 damit mit zwei nach Punkten gleichauf liegenden Titelanwärtern in ein WM-Finale. Bisher war das nur 1974 der Fall, als sich der Brasilianer Emerson Fittipaldi gegen den Schweizer Clay Regazzoni durchsetzte. Mit Jody Scheckter besaß damals ein weiterer Pilot Titelchancen, der Südafrikaner schied in Watkins Glen aber aus. McLaren-Pilot Fittipaldi sicherte sich mit Platz 4 seinen zweiten WM-Titel. Niki Laudas Ferrari-Teamkollege Regazzoni wurde in einem Ersatzauto nur Elfter. Am Sonntag wird Hamilton mit Rekord-Titel Nummer 8 oder Verstappen als erster holländischer Weltmeister Geschichte schreiben.