Red-Bull-Boss feuert gegen Hamilton

WM-Thriller wird immer schmutziger

Red-Bull-Boss feuert gegen Hamilton

Der GP von Saudi Arabien wurde zum umstrittenen chaotischen WM-Zweikampf - RB-Boss Marko sieht sein Team "ungerecht behandelt".

Der Grand Prix von Saudi Arabien hätte von turbulenten Ereignissen kaum überboten werden können. Und auch das ewige Duell der beiden Titel-Anwärter Lewis Hamilton und Max Verstappen ist seit vergangenem Sonntag um ein Kapitel reicher. Im Kopf-an-Kopf-Rennen der beiden kam es immer wieder zu heiklen Situationen, bis es schließlich in Runde 37 zum Auffahrunfall kommt. Hamiltons Frontflügel ging kaputt, bei Verstappen bekamen es die Hinterreifen ab.

Das bessere Ende hatte der Brite, der das Wüsten-Duell gewann. Für das Lager von Red Bull unverständlich. Allen voran Motorsportchef Helmut Marko fühlt sich "ungerecht behandelt".

Im Interview mit der "Bild" schilderte der 78-Jährige seine Sicht der Dinge. Für Marko gibt es einen klaren Schuldigen: "Er (Verstappen, Anm. d. Red.) hat nicht gebremst, damit Hamilton in ihn reinfährt. Hamilton hat sich einfach verschätzt und ist Max ins Auto gefahren. Das hat leider zwei große Cuts in unserem Hinterreifen hinterlassen. Deswegen konnten wir nicht mehr attackieren."

"Wie auf dem Basar"

Doch das ist nicht die einzige Situation, die Red Bull missfiel. Nach einem Schumacher-Unfall und der anschließenden roten Flagge kam es zum Restart. Hamilton gewann von P2 aus den Start, Verstappen überholte ihn aber mit einem unerlaubten Abkürz-Manöver in Kurve eins und hinten crashten drei Fahrer. Erneut wurde das Rennen gestoppt.Red Bull bekam von Renndirektor Michael Masi zunächst das Angebot, als Schadens-Wiedergutmachung von P2 zu starten. Masi hatte aber übersehen, dass Alpine-Pilot Esteban Ocon im Tumult ganz nach vorne gekommen war. So verlief der Neustart letztlich mit Ocon vor Hamilton und Verstappen.

"Die neuartige Vorgehensweise, dass man während des Rennens wie auf dem Basar mitgeteilt kriegt, dass man den Gegner vorbeilassen soll, damit es keine Strafe gibt", war Marko ein besonderer Dorn im Auge.

Verstappen fasst Zeitstrafe aus

"Wir sammeln jetzt alle Fakten und gehen damit dann zu der Rennleitung.", hoffte Marko auf eine neue Beurteilung zum Vorteil des RB-Rennstalls. Doch die Rennkommission entschied am Ende zugunsten Hamiltons. Für Verstappen gab es im Anschluss nach der Anhörung bei den Stewards eine Zehn-Sekunden-Zeitstrafe.

Außerdem gab es zwei weitere Strafpunkte für den Red-Bull-Piloten, der nun insgesamt bei sieben steht. Die Stewards beurteilten das Verhalten des Niederländers bei dem Vorfall am Sonntag als "erratisch", das sei die "überwiegende Ursache" für den Zusammenstoß gewesen.