Nach Bearman-Unfall

Experte warnt: Große Crash-Gefahr bei Formel-1-Klassiker

Kurz vor dem Formel-1-Comeback in Miami schlägt ein Experte Alarm. Trotz der Regelanpassung prognostiziert er vor allem bei einem Rennklassiker große Probleme. 

Die Formel 1 kehrt nächste Woche aus der einmonatigen Zwangspause zurück. Vor dem GP von Miami am 3. Mai (ab 22 Uhr im oe24-LIVE-TICKER) haben die Verantwortlichen zwar die stark kritisierte Regeländerung ein wenig verschärft, dennoch schlägt ein Experte nun Alarm und zittert bei einem absoluten Klassiker im Rennkalender vor weiteren gefährlichen Unfällen. Es ist ein schmaler Grat zwischen Hochtechnologie und purem Risiko.

Bereits in Japan stockte den Zuschauern der Atem, als Oliver Bearman von der Strecke abflog und wie durch ein Wunder nichts Tragischeres passiert ist. Hintergrund des Unfalls war die große Reglementänderung vor der Saison, durch die das Energie-Management einige Piloten nicht so gut mit den Autos umgehen können und große Geschwindigkeitsunterschiede entstehen können.

"Mehr denn je standen die Fahrer im Mittelpunkt dieser Diskussionen, und ich möchte ihnen für ihren wertvollen Beitrag während des gesamten Prozesses danken", sagte Weltverbandschef Mohammed Ben Sulayem nach einem Treffen in London.

Kampf am Limit

Durch die Notwendigkeit, auf der Strecke stetig Energie zu sparen und die Batterie aufzuladen ("Lift and Coast"), können die Piloten auf vielen Streckenabschnitten nicht mehr ans Limit gehen. Im Kampf um die Top-Platzierungen kann es allerdings vorkommen, dass manche Rennfahrer versuchen, mehr aus dem Auto zu holen, als in Wahrheit möglich.

Besonders mit Blick auf die anstehenden Klassiker in Europa warnt nun die britische Kommentatoren-Legende David Croft. Besonders im Fokus ist eine Hochgeschwindigkeitspassage beim Grand Prix von Großbritannien am 5. Juli.

Normalerweise rasen die Stars in Silverstone mit enormer Geschwindigkeit durch die berühmte Kurvenkombination Maggotts und Becketts und müssen dabei Fliehkräfte von bis zu 6G aushalten. Doch genau diese Faszination steht auf dem Spiel, wenn die Piloten dort Energie für die darauffolgende Hangar-Gerade sparen müssen. "Ich möchte glauben, dass wir es vor Silverstone hinbekommen. Denn was ich nicht sehen möchte, ist, dass großartige Kurven wie Maggotts und Becketts leiden... wo sie keine echten Kurven mehr sind", stellt Croft unmissverständlich klar.

Experte hat Lösungsvorschlag

Croft hat bereits einen konkreten Lösungsvorschlag, auch wenn dieser einen Kompromiss erfordert. Er fordert mehr Fokus auf den klassischen Verbrennungsmotor. "Wenn man die Fans fragen würde: "Würdet ihr Rundenzeiten akzeptieren, die zwei Sekunden langsamer sind... um mehr Wert auf den Verbrennungsmotor zu legen, damit die Fahrer am Limit fahren können?" Würdet ihr das akzeptieren? Denn wenn ja, gibt es genau hier und jetzt eine Lösung."

Die aktuelle Regeländerung muss nun abgewartet werden, um ein klares Urteil fällen zu können, allerdings bleibt derzeit ein großes Risiko bestehen und die Fahrer sind spätestens seit dem Rennen in Suzuka gewarnt.

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