Statt wie in den vergangenen 20 Jahren um diese Zeit zum Klassiker nach Monte Carlo (Sonntag, 15 Uhr, ORF1 live) zu fliegen, schaute Red-Bull-Urgestein Helmut Marko gestern bei oe24 vorbei. Dabei verriet der 83-Jährige, ob er noch an der F1 hängt und warum ihm seit seinem Rückzug Ende 2025 noch keinen Tag langweilig war.
Das Interview:
oe24: Herr Marko, wie sieht Ihr Formel-1-Wochenende aus, seit Sie in Pension sind?
Helmut MARKO: Entspannter, als ich es mir vorgestellt habe. Abgesehen davon, dass ich neben meinen Hotels in Graz neue Projekte habe, schau ich mir nur mehr die Qualifyings und die Rennen an. Weil ich Schwierigkeiten habe, mich für das neue Reglement zu begeistern. Auch wenn es inzwischen adaptiert wurde, sehen wir bei weitem nicht das Racing, das ich gewohnt bin und das die Fans sehen wollen.
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oe24: Also sind Sie im richtigen Moment ausgestiegen?
MARKO: Ich wollte unbedingt mit Max den fünften WM-Titel gewinnen – nachdem uns das nicht gelungen ist, ist das Feuer bei mir erloschen. Das brauchst du aber, um in der F1 erfolgreich zu sein, du musst alles andere hintanstellen. Das ständige Reisen zum Beispiel hat mir nie was ausgemacht. Aber erst jetzt merke ich, wie angenehm das Leben plötzlich ist, wenn du nicht ständig von einem Flug zum anderen hetzt und permanent in einer Tretmühle bist. Jetzt bin ich ein normaler Fan und viel relaxter. Das fängt schon damit an, dass ich nach dem Aufstehen im Bad viel länger brauche.
oe24: Zurück zur Formel 1: Wird es heuer noch ein Rezept gegen die Mercedes-Dominanz geben, oder werden die Silberpfeile durchmarschieren?
MARKO: Mercedes ist eindeutig das stärkste Team, die haben den besten Motor und geben auch mit der Batterie den Ton an. Erstmals seit 2021 ist es ihnen wieder gelungen, ein wettbewerbsfähiges Chassis zu bauen, zudem haben sie eine starke Fahrerpaarung. Wobei ich es sehr erfrischend finde, wie der junge Antonelli das Auto fliegen lässt. Aber Russell ist der Routinierte, der wird auch noch zurückschlagen. Dass sie sich dabei zerfleischen, ist die einzige Hoffnung. Sonst ist Mercedes weg.
oe24: Auch jetzt in Monte Carlo?
MARKO: Da werden sie sich schwer tun, mit den langsamen Kurven. Da sehe ich Leclerc vorn – der ist dort daheim und mein Favorit im Qualifying. Und wer in Monaco vorn steht, gewinnt auch das Rennen.
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