Red-Bull-Boss Helmut Marko in Bahrain

ÖSTERREICH-Interview mit Red-Bull-Boss

Marko: "Haben aus Fehlern gelernt"

Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko über F1-Auftakt und den WM-Zweikampf.

ÖSTERREICH: Herr Marko, was hat Ihnen beim Auftakt in Bahrain am besten gefallen?

Helmut Marko: Das Qualifying - da hatte ich endlich wieder das Gefühl, dass wir um die WM mitfahren können. Das war eine große Erleichterung. Aber vielleicht hat uns das zu euphorisch gemacht.

ÖSTERREICH: Warum hat es dann im Rennen nicht funktioniert mit dem Sieg?

Marko: Es hat mit dem Batteriewechsel bei Pérez begonnen. Dann ist das Auto stehen geblieben. Warum, wissen wir nicht. Pérez hat super reagiert und angefangen vom Lenkradabnehmen cool alle Schritte erledigt, die da vorgesehen sind. Dann hatten wir Probleme mit dem Motor, dazu kamen die kühleren Temperaturen, auf die wir nicht richtig reagiert haben, und zum Schluss dann das unglückliche Überholmanöver vom Max.

ÖSTERREICH: Worüber hat sich Verstappen am Teamfunk beschwert?

Marko: Dass er Hamilton zurücküberholen lassen musste, dabei haben wir nur den Auftrag der FIA weitergegeben. Max meinte, die fünf Sekunden Strafe, die er vermutlich bekommen hätte, hätte er locker vorne weggefahren. Aber dann hätten sie ihm 10 Sekunden gegeben.

ÖSTERREICH: Was wird bis zum nächsten GP in Imola passieren?

Marko: Wir müssen aus den Fehlern lernen. Wer Mercedes schlagen will, muss perfekt sein. Denn Hamilton, das muss man leidlos anerkennen, hat ein tadelloses Rennen abgeliefert. Er und Verstappen sind einsame Spitze.

ÖSTERREICH: Wem trauen Sie am ehesten zu, in dieses Duell einzugreifen?

Marko: Dem Pérez, wenn er ein gutes Qualifying fährt. Die anderen sind zu weit hinten. McLaren fehlt eine Sekunde.

ÖSTERREICH: Was sagen Sie zur Performance von Alpha-Tauri-Debütant Yuki Tsunoda?

Marko: Nach dem weniger guten Qualifying ist er super gefahren, erfrischend, wie der überholt hat. Das ist die Zukunft!

ÖSTERREICH: Freuen Sie sich über die starken Einschaltquoten bei ServusTV?

Marko: Wenigstens da war Red Bull erfolgreich. Jetzt müssen nur noch wir abliefern.

Interview: Knut Okresek