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Hamilton hatte Angst vor Kniefall in Spielberg

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Lewis Hamilton (38) hatte sein Formel-1-Team Mercedes vor dem Rennen in Spielberg 2020 nicht über seine Kniefall-Geste eingeweiht.

"Ich erinnere mich, dass ich am ersten Tag, an dem ich mich hinknien wollte, nicht das Gefühl hatte, es meinem Team sagen zu können, weil ich das Gefühl hatte, dass sie nicht verstehen würden, wie wichtig es für mich ist", erzählte der Rekordweltmeister im Podcast "On Purpose". Hamilton versteckte zunächst auch sein "Black Lives Matter"-Shirt, mit dem er später auf der Startaufstellung erschien. Andere Fahrer trugen ebenfalls schwarze T-Shirts, darauf war die Aufschrift "End Racism".

Hinterher habe Hamiltons Team ihn darauf hingewiesen, dass es sich hätte besser auf die Aktion vorbereiten können, wenn er es eingeweiht hätte. "Aber ich hatte diese Angst, dass sie versuchen würden, mich vielleicht aufzuhalten. Aber das war nur eine Angst", erzählte Hamilton, der sich schon damals besonders stark für Diversität eingesetzt hatte. Mit dem Kniefall wollte er ein Zeichen gegen Rassismus setzen. Vorbild war Football-Star Colin Kaepernick, der mit dieser Geste zuvor auch gegen Polizeigewalt protestiert hatte.

Vor dem Grand Prix von Österreich 2020, dem ersten nach Ausbruch der Corona-Pandemie, waren 14 der 20 Formel-1-Fahrer als Geste für mehr Vielfalt auf ein Knie gegangen.

Hamilton spricht über traumatisierende Schulzeit

Im Podcast äußert sich der siebenmalige Weltmeister auch über seine schwierige Zeit als Kind im englischen Stevenage: "Für mich war die Schulzeit die traumatisierendste und schwierigste Zeit meines Lebens." Andere Kinder haben Bananen nach Hamilton geworfen und ihn rassistisch beschimpft.

"Ich wurde bereits im Alter von sechs Jahren gemobbt. Ich war eines von drei dunkelhäutigen Kindern. Ich wurde bei Fußballspielen auch immer als Letzter in die Teams gewählt. Manchmal wurde ich auch nie gewählt, auch wenn ich besser als andere Kinder war", gab der Brite preis.

Seinen Eltern hat sich der junge Hamilton nicht getraut, die Vorfälle anzuvertrauen: "Ich konnte es meinem Vater daheim nicht erzählen, wenn mir jemand das N-Wort an den Kopf warf. Ich wollte nicht, dass er dachte, ich sei schwach."

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