Niki LAUDA

ÖSTERREICH-Interview

Lauda: "Bei uns gibt es nur Vollgas"

Mercedes-Boss Lauda spricht über Malaysia und die Überlegenheit seines Teams.

Mercedes-Teamaufsichtsrat Niki Lauda ärgert sich im ÖSTERREICH-Interview über die Neider.

ÖSTERREICH: Niki, alle beklagen sich über die Mercedes-Überlegenheit. Sogar Regeländerungen werden gefordert. Wie finden Sie das?

Niki Lauda: Um es auf den Punkt zu bringen: Toto Wolff und ich sind angetreten, um zu gewinnen. Warum fährt man Rennen – um schneller zu sein als die anderen! Warum fahren Hirscher und Frau Fenninger Ski? Weil sie gewinnen wollen. An der Politik in der Formel 1 ist keiner interessiert.

ÖSTERREICH: Haben Sie ein Rezept gegen drohende Langeweile?

Lauda: Ich verstehe die ganze Diskussion nicht: Wir haben im Vorjahr überlegen gewonnen, da ist es doch logisch, dass wir auch im ersten Rennen der neuen Saison vorn sind. Jetzt liegt es an Vettel und den anderen, unseren Vorsprung abzuknabbern. Aber man kann den Sport doch nicht künstlich manipulieren, um für den Promoter Spannung zu erzeugen. Wenn man damit beginnt, ist der Motorsport tot. Den anderen kann man nur raten, ihre Entwicklung genauso voranzutreiben, wie wir bei Mercedes es tun. Bei uns gibt’s nur Vollgas.

ÖSTERREICH: Für den nächsten GP wird sich das aber für Ihre Gegner nicht ausgehen …

Lauda: In Malaysia kann es an allen drei Tagen gewitterartige Regenfälle geben. Dann hat jedes Team neue Herausforderungen und die Chance, dass es für alle ein interessantes Rennen wird.

ÖSTERREICH: Womit rechnen Sie am Wochenende?

Lauda: Wenn die Vorhersagen eintreffen, wird schon das Qualifying zum Poker. Denn du musst im richtigen Moment mit den richtigen Reifen draußen sein. Dazu kommt die Hitze, die nach den kühlen Bedingungen in Melbourne keiner gewohnt ist: Jetzt wird den Autos, den Motoren und den Fahrern alles abverlangt.

ÖSTERREICH: Was muss passieren, damit Hamiltons Siegesserie reißt?

Lauda: Wenn Nico aus den Fehlern, die er in Melbourne gemacht hat, lernt, fährt er auf Augenhöhe mit Lewis. Allein dieses Duell ist spannend genug, sich auf diesen Grand Prix zu freuen.

Interview: Knut Okresek