Zickenkrieg zwischen Vonn und Mancuso

Fetzen fliegen

Zickenkrieg zwischen Vonn und Mancuso

"Popularitätsbewerb" erzeugt negative Stimmung im US-Team.

Das ohnehin seit Jahren schon distanzierte Verhältnis zwischen den US-Skistars Lindsey Vonn und Julia Mancuso hat sich bei OIympia in Vancouver zu einem öffentlichen "Zickenkrieg" ausgewachsen. Mancuso kritisierte in einem Interview mit "Sports Illustrated", dass Vonn zu viel Aufmerksamkeit bekomme und damit den Teamgeist negativ beeinflusse.

Lindseys Stimmung schlägt durch
Die zweifache Silbermedaillengewinnerin Mancuso sprach wortwörtlich von einem "Popularitätsbewerb", der sich negativ auf die Stimmung in der Mannschaft auswirke und andere US-Fahrerinnen daran hindere, ihr Potenzial auszuschöpfen. "Wir kommen zu Sitzungen und die Stimmung ist schlecht, nur weil Lindsey nicht gut gefahren ist", bemängelte Mancuso.

Vonn-Sturz behindert Mancuso
Die US-amerikanischen Alpinskifahrer sind bei den Vancouver-Spielen bisher von einem einzigartigen Erfolg begleitet und führen die Medaillenwertung mit acht Stück Edelmetall überlegen an. Eine weitere von Mancuso hat nun voraussichtlich ausgerechnet Vonn mit ihrem Sturz im ersten Riesentorlauf-Durchgang verhindert.

Denn die unmittelbar danach fahrende Mancuso musste abgewunken werden und nochmals starten, war dann aber auf der immer schlechter werdenden Piste mit einer Startnummer jenseits der 30 chancenlos. Sie kam mit 1,3 Sekunden Rückstand ins Ziel und war danach ob ihrer kaum noch vorhandenen Chancen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung in Tränen aufgelöst.

Entschuldigung
"Es tut mir entsetzlich leid für Julia", war Vonn das auch sofort sehr unangenehm. "Ich wollte alles geben und ganz sicher nicht, dass das irgendwelche negativen Auswirkungen auf Julia hat", sagte die Abfahrts-Olympiasiegerin. "Mir ist klar, dass sie jetzt sauer ist auf mich, aber was soll ich tun?"

Enttäuschung
Die Aussagen ihrer Teamkollegin hätten sie sehr überrascht, zeigte sich die aktuelle Weltcup-Leaderin von Mancusos Outing schwer enttäuscht. "Ich versuche Julia zu unterstützen wie ich auch alle anderen Teammitglieder unterstütze. Dass sie jetzt negative Dinge über mich sagt, hat mich definitiv verletzt", gab sich Vonn frustriert. "Ich bin stolz auf jeden Amerikaner am Podium, deshalb habe ich mich auch über ihre zwei Medaillen gefreut. Ich kann Julia nur weiterhin unterstützen und hoffen, dass sie das umgekehrt auch macht."

Der "Zickenkrieg" war am Mittwoch in Whistler das Topthema, nachdem der zweite Durchgang des Riesentorlaufs wegen der schlechten Sicht nach mehrmaligen kürzeren Verschiebungen endgültig auf Donnerstag vertagt wurde.