Puelacher

ÖSV-Herren-Chef Puelacher im Interview

»Für das Wetter kann Mayer nichts«

Cheftrainer Andreas Puelacher über das Comeback seinerHerren nach dem Hirscher-Rücktritt.

ÖSTERREICH: Herr Puelacher, während der durchwachsenen Vorjahrs-Saison mussten Sie viel Kritik einstecken – wie geht‘s Ihnen jetzt?
ANDREAS PUELACHER: Die Erfolge tun gut. Aber vielleicht haben wir die letzte Saison gebraucht, denn die hat uns zusammen geschweißt. Ganz oben steht die WM, wo wir mit drei Goldmedaillen klar besser waren als die Schweiz. Jetzt hätte ich noch gern, dass wir die Schweizer auch im Herren-Nationencup abfangen.
ÖSTERREICH: Wären Sie dann zufrieden mit der Weltcup-Ausbeute?
PUELACHER: Eine Steigerung ist immer möglich, vor allem im Riesentorlauf. Aber Blacky hat im Slalom geliefert, der Vinc (Kriechmayr, d. Red.) wird das im Super-G auch noch machen. Und Mothl Mayer war in der Abfahrt bis zum Schluss dabei. In der nächsten Saison greifen wir wieder an. 
ÖSTERREICH: Warum funktioniert es heuer plötzlich wieder?
PUELACHER: Präsident Schröcksnadel hat uns Trainer in Ruhe arbeiten lassen, und wir haben dieses Vertrauen an die Athleten weiter gegeben. Die Speedmannschaft funktioniert sensationell, in der Techniker-Gruppe von Marko Pfeifer hat sich eine tolle Gruppendynamik entwickelt. So ist Blacky Schwarz nach seiner Knieoperation stabil geworden, auch Manuel Feller ist wieder da.  Im Riesentorlauf waren wir nirgendwo. Aber seit Jänner geht da richtig was weiter, da klopfen plötzlich von allen Seiten bis runter zum Europacup Leute an. Und mit Brandy (Brennsteiner, d. Red.) haben wir plötzlich einen Podestfahrer. Und im Hintergrund laufen bereits die Planungen für die nächste Saison, für die Trainer geht’s nach dem Finale Vollgas weiter.
ÖSTERREICH: Wann wird‘s den ersten ÖSV-Gesamtweltcupsieger nach Marcel Hirscher geben?
PUELACHER: Blacky Schwarz ist am guten Weg. Obwohl er jetzt mit Rückenproblemen kämpft, kommt er schon auf über 700 Punkte. Wenn er die Probleme über den Sommer in den Griff kriegt, kann er ganz vorn mitfahren, er ist breit aufgestellt. Aber das muss passieren.  Wenn er sich zu viel Druck macht, kann‘s ihm wie dem Pinturault gehen. Da kommt ein Jungspund daher, und plötzlich ist alles ganz anders.
ÖSTERREICH: Wer macht das Rennen im Kampf um die große Kugel?
PUELACHER: Obwohl er seit seinem WM-Out brutal geschwächelt hat: Ich tippe noch immer auf Pinturault.
Knut Okresek