Ewiges Duell: Federer fordert Nadal

Australian Open

Ewiges Duell: Federer fordert Nadal

Spanier ringt bulgarischen Nobody nieder, Federer besiegt Murray.

Roger Federer hat sich mit einer beeindruckenden Leistung ins Halbfinale der Australian Open gespielt. Der 17-fache Grand-Slam-Sieger aus der Schweiz rang am Mittwoch den als Nummer vier gesetzten Andy Murray in 3:20 Stunden mit 6:3,6:4,6:7(6),6:3 nieder. Im mit Spannung erwarteten Halbfinale kommt es nun zum nächsten Schlager, denn Federer trifft auf Rafael Nadal.

Dieser hatte sich zuvor gegen den Bulgaren Grigor Dimitrow mit 3:6,7:6(3),7:6(7),6:2 ebenfalls in vier Sätzen durchgesetzt. Der spanische Weltranglisten-Erste stand 17 Minuten länger auf dem Court als Federer und verwandelte seinen vierten Matchball. Nadal hatte im dritten Set nicht weniger als drei Satzbälle gegen sich, dementsprechend glücklich war er. "Ich bin sehr froh, dass ich im Halbfinale stehe, nachdem ich im letzten Jahr nicht hier sein konnte", sagte Nadal, der den Grand-Slam-Auftakt 2013 wegen einer Knieverletzung verpasst hatte. "In den entscheidenden Momenten hatte ich einfach Glück."

Schnelleren Sieg verspielt
Federer hätte danach durchaus auch in drei Sätzen weiterkommen können, doch weder der Aufschlag bei 5:4, noch zwei Matchbälle im Tiebreak besiegelten Murrays Aus. Der Schotte kämpfte sich noch einmal in die Partie zurück und wehrte im zweiten Game des vierten Durchgangs nicht weniger als sechs Breakbälle ab. Bei 4:3 Federer gelang dem Schweizer dann aber das Break und er nützte seinen dritten Matchball mit einem Ass.

Federers "Pokerface"
Federer steht damit zum elften Mal en suite im Halbfinale des ersten Saisonhighlights. "Andy hat gut gespielt und hat mich unter Druck gesetzt, also bin ich glücklich, gewonnen zu haben", sagte Federer noch auf dem Court. "Ich vergebe wahrscheinlich mehr Breakbälle als andere Burschen, aber ich behalte mein Pokerface und heute hat das geklappt", sagte Federer, der schon in der Runde zuvor bei einem Dreisatz-Sieg gegen Jo-Wilfried Tsonga glanzvoll gespielt hatte. Für Federer war der Sieg gegen Murray auch eine späte Revanche für die im Vorjahr erlittene Fünf-Satz-Niederlage im Melbourne-Halbfinale.

"Kampf der Giganten" mit Nadal
Im Halbfinale kommt es nun am Freitag zum Kampf der "Giganten", wenn Federer auf den Weltranglisten-Ersten Nadal trifft. Die beiden waren sich bereits 2009 im Finale und 2012 im Semifinale in Melbourne gegenübergestanden, wobei der Spanier beide Duelle für sich entschied. Nadal erreichte übrigens auch schon sein 23. Major-Halbfinale und zog damit mit Pete Sampras (USA) gleich.

Doppelte Final-Chance für Schweiz
Die Schweiz kann sich hingegen über Schweizer Festspiele in Melbourne freuen: denn neben Federer hatte sich am Vortag ja auch Stanislas Wawrinka mit seinem Sensationssieg über Novak Djokovic für das zweite Halbfinale gegen Tomas Berdych (CZE) qualifiziert. Erstmals in der Geschichte stehen damit zwei Schweizer Männer in einem Grand-Slam-Halbfinale, zuvor hatten 2004 Federer und Patty Schnyder in Melbourne diese Phase erreicht.