Wawrinka wirft Titelverteidiger Djokovic raus

Sensation in Melbourne

Wawrinka wirft Titelverteidiger Djokovic raus

Schweizer gewinnt Fünfsatz-Krimi, nun gegen Berdych.

Nach 25 Siegen bzw. fast vier Jahren hat Novak Djokovic bei den Tennis-Australian-Open wieder verloren. Der Serbe unterlag nach zuletzt drei Titelgewinnen in Folge am Dienstag im Viertelfinale Stanislas Wawrinka 6:2,4:6,2:6,6:3,7:9. Der Halbfinalgegner des Schweizers ist der Tscheche Tomas Berdych. Das erste Damen-Halbfinale bestreiten die Kanadierin Eugenie Bouchard und die Chinesin Li Na.

Schon vor der Partie von Titelverteidiger Djokovic gegen den Eidgenossen waren Erinnerungen an das Melbourne-Achtelfinale 2013 wachgerufen worden, als sich Djokovic erst im fünften Satz mit 12:10 durchgesetzt hatte. Und auch diesmal ging es über die volle Distanz. Nachdem Djokovic zu Beginn diktiert hatte, übernahm sein Gegenüber das Kommando, musste den Favoriten aber doch den Satzausgleich zugestehen. Letztlich brachte beim ersten Matchball ein Volley-Fehler von Djokovic die Entscheidung.

Dritter Sieg für Schweizer
Davor hatte Wawrinka nur 2006 die ersten beiden von bis dahin 17 Duellen mit dem Belgrader gewonnen. Mit seinem dritten Erfolg gegen den Weltranglisten-Zweiten fixierte er sein zweites Major-Halbfinale überhaupt und in Folge, nachdem der 28-Jährige im September bei den US Open in der Vorschlussrunde Djokovic in fünf Sätzen unterlegen war. Danach war der derzeitige Weltranglisten-Achte auch beim World-Tour-Finale in London unter die letzten vier gekommen.

Djokovic als fairer Verlierer
"Er hat von Beginn an extrem gut serviert", musste Djokovic seinem Gegner zugestehen, nachdem er sein 19. Grand-Slam-Viertelfinale in Folge bestritten hatte. Erstmals seit der Niederlage in Paris 2010 gegen Jürgen Melzer bzw. nach 14 Mal in Folge verpasste er ein Halbfinale. "Immer wenn er in Schwierigkeiten war, hat er sich mit starken Aufschlägen gerettet. Er hat den Sieg verdient." Nach 28 Siegen en suite war Djokovic wieder einmal als Verlierer vom Platz gegangen. "Ich kann mir nichts vorwerfen, habe alles gegeben."

Duell mit Berdych
Wawrinka brachte vorerst nicht viel heraus. "Ich bin sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr glücklich", meinte er noch auf dem Platz. Im Vergleich mit Berdych liegt er 8:5 voran, seine jüngsten Erfolge gegen den 28-Jährigen feierte er im Vorjahr bei den US Open und beim World-Tour-Finale. Der Tscheche geht aber auch überaus motiviert in die Partie. Mit einem 6:1,6:4,2:6,6:4 gegen den als Nummer drei geführten Spanier David Ferrer machte die Nummer sieben des Turniers seine Sammlung an Grand-Slam-Halbfinali komplett.

Nadal & Federer um Halbfinal-Hit
"Das hatte ich noch auf meiner To-do-Liste", nahm Berdych auch darauf Bezug, dass er in der Rod Laver Arena noch nie gewonnen hatte. Er ist der 23. Spieler in der Open Era mit Halbfinal-Einzügen bei allen vier Grand Slams bzw. der zweite Tscheche nach Ivan Lendl. Nun geht es für ihn um sein zweites Major-Endspiel nach Wimbledon 2010. Um die Plätze im anderen Halbfinale spielen am Mittwoch Roger Federer (SUi-6) gegen Andy Murray (GBR-4) und Rafael Nadal (ESP-1) gegen Grigor Dimitrow (BUL-22).

 

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