Handball

Monsterduell: ÖHB-Team startet mit Deutschland-Hammer EM-Reise

Heute (20.30 Uhr/live auf ORF 1) starten Mykola Bilyk & Co gegen Deutschland in die EURO 2026. Das große Ziel ist, wie schon vor zwei Jahren, aus der Monstergruppe heraus zu kommen und in die Hauptrunde einzuziehen. Dabei will man wieder ein ganzes Land in seinen Bann ziehen.

Gleich zum Auftakt wartet auf Österreichs Handball-Männer bei der EM in Dänemark/Schweden/Norwegen ein ganz dicker Brocken. Am Donnerstag (ab 20.30 Uhr, im Sport24-Liveticker) ist im dänischen Herning der mehrfache Endrunden-Medaillengewinner und Titel-Mitfavorit Deutschland Gegner der ÖHB-Auswahl, die Hoffnung auf Zählbares im zuletzt fast schon zum Klassiker gewordenen Duell ist aber groß. "Wir wollen es endlich einmal schaffen, Deutschland zu schlagen", sagte Kapitän Mykola Bilyk.

Denn gewonnen hat man ein Bewerbsspiel gegen die Deutschen noch nie. In der jüngsten Vergangenheit mauserte sich Österreich aber zu einer Art Angstgegner von Schwarz-Rot-Gold. Viermal standen sich die beiden Teams in den vergangenen zwei Jahren gegenüber, zweimal - bei der EM 2024 just in Deutschland (22:22) und in der EM-Quali im vergangenen März in Wien (26:26) - rang Rot-Weiß-Rot dem Favoriten ein Remis ab. Dass man 2024 im Finish eigentlich einen Sieg liegenließ, macht die Neuauflage umso spannender.

Angst vor Handball-Cordoba: DHB-Goalie stichelte

Dass die Deutschen mit diesen Resultaten hadern, ist hörbar, die Angst vor einem Handball-Cordoba, wie es die Deutsche Presse-Agentur formulierte, durchaus vorhanden. Österreich würde sich durch "Anti-Handball" und ein "Angriffsspiel in all seiner Hässlichkeit" auszeichnen, meinte Deutschlands Tormann Andreas Wolff, für den die Hammergruppe A mit den weiteren Gegnern Spanien und Serbien ohnehin ein "Albtraum" ist. Denn Deutschland ist ambitioniert. "Unser Ziel ist hochgesteckt, das heißt Halbfinale", erklärte DHB-Teamchef Alfred Gislason.

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Wolffs Aussagen blieben den österreichischen Akteuren nicht verborgen. "Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass das dem Spiel nicht eine gewisse Brisanz extra gibt", gab Kreisläufer Tobias Wagner an. Goalie und Lemgo-Legionär Constantin Möstl, der zahlreiche deutsche Akteure aus seinem täglichen Geschäft kennt, wollte die Angelegenheit nicht allzu hoch hängen: "Eigentlich ist uns das Powidl. Wir denken uns unseren Teil dazu, aber wir spielen einfach unseren Schmäh runter."

Extramotivation für Bilyk

 Kiel-Legionär Bilyk erzählte, im gemeinsamen Hotel in Silkeborg, eine halbe Autostunde von Herning entfernt, bereits mit Wolff "darüber gelacht" zu haben, gab aber auch zu: "Ein Sportlerherz trifft das trotzdem. Ich glaube, wir werden morgen dementsprechend darauf reagieren." Abwehrspezialist Lukas Herburger interpretierte Wolffs Aussagen nicht zuletzt als "Kompliment an unser 7:6", jene Überzahl-Spielvariante im Angriff ohne Tormann, derer sich Österreich zuletzt oft bedient hatte - der allerdings unter Neo-Coach Iker Romero nicht mehr dieselbe große Bedeutung zukommt.

Monsterduell: ÖHB-Team startet mit Deutschland-Hammer EM-Reise
© Gepa

Der Respekt vor den Deutschen, die nach Platz sechs bei der WM 2025 diesmal mit deutlich mehr Schwung kommen, ist aber so oder so groß. "Eine extrem junge Mannschaft, die wirklich sehr, sehr heiß ist", meinte Bilyk. "Sie haben so viele Qualität, so viel Rotationsmöglichkeiten, dass sie das Tempo über 60 Minuten halten können", warnte Romero. "Ihre Breite ist ein sehr großer Vorteil", erkannte auch Flügel Sebastian Frimmel. "Sie haben absolut das Zeug dazu, um die Medaillen mitzuspielen", sagte Wagner.

"Besser geht es fast nicht": Spanien nächster Gegner

Misslingt der Versuch gegen Deutschland, hat Österreich am Samstag (18.00) eine weitere Chance gegen Spanien. Die muss dann aber wohl gewonnen werden, um vor dem abschließenden Spiel in Gruppe A am Montag gegen Serbien eine Aufstiegschance zu haben. Denn Ziel ist zumindest Platz zwei, der den Sprung in die Hauptrunde bringt. "Es ist wirklich eine Monstergruppe, aber wir haben ein großes Ziel und die Chance, uns mit Topnationen zu messen. Besser geht es fast nicht", sagte Romero.

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