ÖHB-Team gewinnt zweiten Krimi gegen Portugal

WM-Test in Stockerau

ÖHB-Team gewinnt zweiten Krimi gegen Portugal

Nach klarem Rückstand drehten die Österreicher das Spiel zum 34:33-Sieg.

Österreichs Handball-Nationalteam der Männer hat am Donnerstag auch den zweiten WM-Test gegen Portugal hauchdünn gewonnen. Einen Tag nach dem 30:29-Erfolg in Krems rangen die Österreicher in Stockerau die Iberer nach klarem Rückstand in einem neuerlichen Thriller 34:33 (15:20) nieder. Die Entscheidung für die Truppe von Teamchef Magnus Andersson gelang Lucas Mayer zwölf Sekunden vor der Schlusssirene.

Im letzten Match vor der WM trifft Österreich am Samstag um 20.15 Uhr in Belgrad auf WM-Starter Serbien. Am Sonntag und Montag hat das ÖHB-Team frei. Am Dienstag folgt der Abflug nach Schweden, wo dann am Freitag die erste Partie gegen Brasilien auf dem Programm steht.

Fehlstart
Einen Tag nach der Partie in der vollen Kremser Halle spielten die Österreicher auch in Stockerau vor ausverkauftem Haus. Die 1.000 Zuschauer sahen ähnlich wie am Mittwoch einen klassischen Fehlstart der Rot-Weiß-Roten. Wieder war die Anfangsphase von zahlreichen technischen Schnitzern und Fehlwürfen geprägt, Portugal zog auf 6:3 (9.) davon.

Österreich, das auf den kranken Bernd Friede verzichten musste, erfing sich und ging 12:11 (19.) in Front, ein ähnlicher Zwischensprint wie Tags zuvor blieb jedoch aus. Portugal wirkte deutlich frischer und beweglicher und schoss sich bis zur Pause eine deutliche 20:15-Führung heraus. Angesichts der drohenden Pleite verzichtete Andersson auf viele Experimente.

Schlussoffensive
So kämpfte sich Österreich mühevoll, aber doch immer wieder auf ein Tor heran. Klemens Kainmüller gelang 65 Sekunden vor dem Ende der Ausgleich zum 33:33, nach einer Parade von Goalie Nikola Marinovic hatte Österreich einen "Matchball", den schließlich Mayer verwertete. Andersson blieb damit auch im vierten Ländermatch seiner Ära beim ÖHB ohne Niederlage (drei Siege, ein Remis).

Kaderfrage
Auf der Suche nach seinem Stammpersonal für die WM ist Teamchef Andersson dennoch bereits recht weit vorgedrungen. Die Grund-Sieben dürfte aus Tormann Marinovic, dem Rückraum-Trio Roland Schlinger (links), Viktor Szilagyi (Mitte) und Janko Bozovic (rechts), den Flügeln Konrad Wilczynski (links) und Robert Weber (rechts) sowie Kreis Patrick Fölser bestehen. In der Abwehr ersetzt Markus Wagesreiter Szilagyi.

Im Rennen gegen die Ausbootung aus dem Kader scheint derzeit Werner Lint die schlechtesten Karten zu haben. Fabian Posch, sein Konkurrent am Kreis, überzeugte in der ersten Spielhälfte mit drei Treffern, Lint kam hingegen gar nicht zum Einsatz.