Rogge: Nachlässigkeiten ja, System-Doping nein

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Russland behindert laut ZDF Doping-Kontrollen

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Eine Woche vor Eröffnung der Olympischen Winterspiele steht Russlands Sport wieder am Doping-Pranger. Nach einem Bericht des Fernsehsenders ZDF sollen ausländische Doping-Kontrolleure in Russland massiv behindert worden sein. Zu diesem Schluss kommt die Welt-Anti-Doping-Agentur in einem vertraulichen Bericht, der dem ZDF vorliegt. Dies teilte die deutsche TV-Anstalt am Freitag mit.

Demnach habe es zumindest bis vor wenigen Monaten bei einer der Top-Sportnationen der Welt erhebliche Probleme und Defizite im Dopingkontrollsystem gegeben. So sollen staatliche Stellen die Arbeit internationaler Kontrolleure auf russischem Gebiet massiv gestört haben. In dem WADA-Papier heißt es, dass Behörden "es ausländischen Dopingkontrolleuren erschwerten, innerhalb des russischen Territoriums zu arbeiten".

Nach ZDF-Informationen wurden mehrfach Dopingproben von der russischen Polizei beschlagnahmt. Mindestens in einem Fall wurde ein Fahnder über mehrere Stunden in Arrest genommen.

IOC-Präsident Jacques Rogge sprach in einem ZDF-Interview von "Nachlässigkeiten" der russischen Behörden gegenüber illegalen Doping-Aktivitäten. Von einem staatlichen Doping-System in Russland könne allerdings nicht die Rede sein.

Die russische Dopingbilanz im vergangenen Jahr wirft einen Schatten auf Russlands Topathleten: Allein in den olympischen Winterdisziplinen sind elf positive Dopingfälle zu verzeichnen. Darunter Spitzensportler und Olympiasieger wie Jewgenij Dementjew und Julia Tschepalowa.

Mit großer Verwunderung verfolgt auch der Internationale Ski-Verband die Serie der russischen Doping-Fälle. Die FIS kündigte zudem an, am Ende der Saison über Maßnahmen gegen den Ski-Verband Russlands entscheiden zu wollen. Möglich sind nach den Regeln eine Geldstrafe oder ein temporärer Ausschluss des Verbandes.

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