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Neue Vorwürfe: Sailer soll 14-Jährige missbraucht haben

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Neue Sex-Vorwürfe gegen Ski-Idol Toni Sailer. Er soll ein Mädchen missbraucht haben.

Als Ski-Nationalheld Toni Sailer, der dreifache Olympiasieger von Cortina, 2009 zu Grabe getragen ­wurde, ehrte ihn einer seiner größten Konkurrenten: „Er war auch menschlich ein ganz Großer, ja der Größte“, sagte der Franzose Jean-Claude Killy.

An der charakterlichen Unbescholtenheit des Jahrhundert-Sportlers sind jüngst Zweifel aufgekommen. Der „Blitz von Kitz“ wurde bezichtigt, in Polen „Notzucht“ mit einer minderjährigen Prostituierten getrieben zu haben. Jetzt werden neue Vorwürfe gegen Sailer laut, wie Der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe berichtet.

Es soll im Jänner 1975 in Innsbruck geschehen sein. Ein damals 14-jähriges Mädchen, das heute in Wien-Brigittenau lebt und ein großer Fan des Nationalhelden war, soll von Sailer unter dem Vorwand auf sein Hotelzimmer im Bon Alpina in Igls gebeten worden sein, ihm ein Autogramm geben zu wollen.

„Dann hat er mich aufs Bett geschubst und versucht, in mich einzudringen“, sagt die heutige Endfünfzigerin. Er habe zunächst von ihr abgelassen, sei essen gegangen und habe sie im Zimmer eingeschlossen, behauptet sie. Als er zurückkam, soll er die Teenagerin vergewaltigt ­haben. Eine andere Legende des österreichischen Ski-Sports sei hinzugekommen . Erfolgstrainer Karl Kahr, ­genannt „Downhill-Charly“ und heute 86 Jahre alt, habe sie aufgefordert, sich anzuziehen, ihren Namen notiert und sie fortgeschickt. Kahr bestreitet dies, den Vorfall habe es nie gegeben.

Vorwürfe: Dutzende Sportler meldeten sich

Die Wienerin hat Jahrzehnte über ihre Erlebnisse geschwiegen. Jetzt ist sie ­bereit, bei der Staatsanwaltschaft auszusagen. Ermutigt durch die Lawine, die über den ÖSV hereinbrach und von der früheren Rennläuferin Nicola Werdenigg ausgelöst worden war. Sie hatte im Zuge der #MeToo-Bewegung über massive sexuelle Übergriffe und Vergewaltigungen von Sportlern durch Mannschaftskameraden, Trainer und Funktionäre ­berichtet. Bei ihrer „WeTogether“-Bewegung meldeten sich inzwischen Dutzende Betroffene.

Der Ski-Verband hat daraufhin eine Untersuchungskommission eingesetzt, die zu dem Schluss kam, dass im ÖSV nicht von systematischem Missbrauch die Rede sein könne. Toni Sailer kann sich gegen die Vorwürfe nicht mehr wehren.

Prozess: Trainer-Legende Charly Kahr will vor Gericht Unschuld beweisen

Die neuen Sex-Vorwürfe gegen Sailer könnten auch Karl "Charly" Kahr belasten.

© APA
Kahr

Vbg. Auch Trainer-Legende Karl „Charly“ Kahr wurde in der ÖSV-Missbrauchs-Lawine mitgerissen. Dem heute 86-Jährigen hat eine frühere Rennläuferin massive sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Dagegen wehrt sich „Downhill Charly“ vor dem Bezirksgericht in Bludenz. Er hat die Ex-Rennläuferin wegen Verleumdung geklagt. Unterstützt wird er von der ­legendären Annemarie Moser-Pröll. Sie sagt als Zeugin für ihn aus. Die neuen Vorwürfe gegen Sailer könnten auch Kahr belasten. Nächster Termin ist am 9. November.

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