Bittere Pleite: Thiem rechnet knallhart ab

ATP-1000 in Paris

Bittere Pleite: Thiem rechnet knallhart ab

Österreichs Nummer 1 scheidet in Paris aus. Danach spricht er Klartext.

Die Formkurve von Dominic Thiem ist auch bei der Generalprobe für die ATP World Tour Finals in London nicht wirklich nach oben gegangen. Der als Nummer 5 gesetzte Niederösterreicher verlor am Donnerstag im Achtelfinale des Masters-1000-Turniers in Paris gegen den Spanier Fernando Verdasco nach 83 Minuten mit 4:6,4:6. Auch im vierten Versuch scheiterte Thiem damit vor dem Viertelfinale in Bercy.

Thiem hatte zuletzt Zehenprobleme an beiden Füßen und wirkte bei fehlerhafter Leistung doch weit von seiner Topform entfernt. Der Weltranglisten-Sechste, der am Montag trotz allem erstmals in den Top 5 aufscheinen könnte, ist damit auch im fünften Herbst-Event auf der Tour nach Chengdu, Tokio, Shanghai und Wien schon vor dem Viertelfinale ausgeschieden. In Asien hatte er überhaupt jeweils sein Auftaktmatch verloren.

"Katastrophal. Mein Spiel ist zur Zeit komplett unkonstant. Ich muss schauen, dass ich bis London wieder halbwegs in Form komme", sagte Thiem gegenüber Sky. An den Nerven liege es überhaupt nicht. "Nein. Ich wollte ursprünglich überhaupt nicht in Paris spielen, habe also frei von der Hand gespielt. Heute war es wieder viel, viel schlechter. Ich muss diese Berg- und Talfahrt beheben." Dies werde ihm nur gelingen, wenn er viel trainiert, viele Bälle schlägt.

Thiem hadert mit dem Belag

Als eine Begründung gab Thiem den schnellen Belag in Paris-Bercy an. "Der Belag ist extrem schnell hier. Ich spiele nicht so gut, wenn der Belag schnell ist, und fühle mich nicht wohl drauf. Da habe ich weniger Zeit, und ich bewege mich schlechter auf schnelleren Plätzen. Ich kann nur hoffen, dass es in London ein bisserl langsamer ist", erklärte Thiem, fügte aber hinzu: "Trotzdem kann man besser spielen als ich es in letzter Zeit mache."

Thiem laborierte aktuell an offenen Wunden zwischen der vierten und fünften Zehe - und das an beiden Füßen. Er wirkt auf dem Platz abgesehen davon auch ausgelaugt und kraftlos. Gegen Verdasco musste Thiem im ersten Satz seinen Aufschlag zum 2:3 abgeben. Ein Rückstand, der nach 39 Minuten im 4:6-Satzrückstand resultierte.

Regenerieren für London

Im zweiten Durchgang gab Thiem sein Service zum 1:2 ab, schaffte dann aber etwas unerwartet noch das Rebreak zum 4:4. Verdasco nahm dem Lichtenwörther dann aber neuerlich den Aufschlag zum 5:4 ab und er servierte dann zum Sieg aus. Thiem gelangen nur 12 Winner bei 32 unerzwungenen Fehlern, auch die erste Aufschlagquote war mit 48 Prozent mager.

Für den 24-jährigen Schützling von Günter Bresnik heißt es nun regenerieren, Blessuren so gut wie möglich ausheilen und noch einmal alle Kräfte für das große Saison-Abschluss-Event in der Londoner O2-Arena sammeln. Bei seinem zweiten Antreten bei den mit 8 Millionen Dollar dotierten ATP World Tour Finals muss Thiem gehörig zulegen, will er in den Round-Robin-Spielen eine Chance auf den Semifinaleinzug haben.