Dieser Moment wird Sebastian Ofner wohl noch lange verfolgen. In der Qualifikation der Australian Open sorgte der Österreicher für die bislang tragischste Szene des Turniers – und schied auf unfassbare Art und Weise aus.
In der zweiten Quali-Runde gegen den US-Amerikaner Nishesh Basavareddy steuerte Ofner eigentlich schon auf die nächste Runde zu. Nach Satzgleichstand ging es in den entscheidenden Tiebreak – und dort spielte der Steirer wie entfesselt. Schnell zog er davon, stellte auf 6:1, legte auf 7:1 nach – und jubelte bereits. Arme nach oben, Blick Richtung Netz, der Sieg schien fix.
Ofner kannte die Regeln nicht
Doch genau dieser Jubel wurde ihm zum Verhängnis. Grund: Seit 2022 werden die Tiebreaks im dritten Satz bei allen vier Grand-Slam-Turnieren als Match-Tiebreak bis zehn Punkte gespielt. Ofners Jubel kam also zu früh – und sollte teuer werden.
Der Fauxpas brachte den Weltranglisten-131. völlig aus dem Rhythmus. Basavareddy witterte seine Chance, kämpfte sich Punkt für Punkt zurück – und plötzlich war alles wieder offen. Ofner verlor acht der nächsten neun Ballwechsel und sah sich beim Stand von 8:9 mit dem ersten Matchball gegen sich konfrontiert. Zwar konnte er diesen abwehren und erspielte sich bei 10:9 und 11:10 sogar selbst zwei Matchbälle – doch das Drama nahm weiter seinen Lauf.
Nach 2:31 Stunden Spielzeit nutzte Basavareddy schließlich seinen zweiten Matchball und siegte mit 6:4, 4:6 und 7:6 (13:11). Ofner musste dem US-Amerikaner fassungslos zum Einzug in die dritte Qualifikationsrunde gratulieren – und verpasste damit den Sprung ins Hauptfeld.