Bieler erlitt bei Sturz Rippenbrüche

Kombination

Bieler erlitt bei Sturz Rippenbrüche

Österreich Vierter bei Kombination in Ramsau.

Die Weltcup-Bewerbe der Nordischen Kombination in Ramsau am Dachstein sind von einer schweren Verletzung Christoph Bielers überschattet worden. Der 37-jährige Tiroler zog sich bei einem Sturz im Probedurchgang der Team-Konkurrenz am Samstag Brüche von fünf Rippen und drei Querfortsätzen zu. Er fällt bis zu sechs Wochen aus, Aussagen über eine WM-Teilnahme sind vorerst nicht möglich.

Bieler war bei der Bestweite von 98 Metern gestürzt, nachdem er nach der Landung nach hinten gedrückt worden war und sich die Ski vorne überkreuzt hatten. Der starke Springer prallte auf den pickelharten Schneeboden und wurde aus dem Auslauf getragen. Bieler war aber bald wieder auf den Beinen und schien guter Dinge. "Die Verletzung ist sehr schmerzhaft, aber nicht gefährlich", erklärte Teamarzt Jürgen Barthofer. Wichtig sei vorerst die Schmerztherapie. Davon werde auch abhängen, wann der Tiroler wieder mit leichtem Training beginnen könne.

Platz vier für ÖSV-Team in Ramsau
Die zwei jungen Athleten im ÖSV-Quartett haben am Samstag ihre Bewährungsprobe bravourös bestanden. Philipp Orter und Fabian Steindl zeigten im Weltcup-Teambewerb in Ramsau bei ihrem Debüt auf, einen Podestplatz verpassten sie gemeinsam mit Bernhard Gruber und Lukas Klapfer aber um 6,0 Sekunden. Norwegen gewann um Fußlänge vor Deutschland, die Franzosen (+6,5 Sek.) wurden Dritte.

Steindl und Orter standen aus heimischer Sicht im Rampenlicht. Der 20-jährige Tiroler musste nach der Verletzung von Christoph Bieler im Probedurchgang - der 37-jährige brach sich bei dem Sturz fünf Rippen und drei Querfortsätze von Lendenwirbeln und fällt bis zu sechs Wochen aus - kurzfristig einspringen. "Ich bin noch im Bett gelegen, als mich Co-Trainer Thomas Baumann angerufen hat und gesagt hat, ich muss sofort zur Schanze kommen", erzählte Steindl. Zunächst hatte er gedacht, das sei ein Rüffel, erst dann bekam er mit, dass er auch springen musste.

Dem Absamer gelang trotz minimaler Vorbereitung ein sehr guter Sprung, das ÖSV-Team lag mit nur zwei Sekunden Rückstand auf Deutschland auf Rang zwei. Aufgezeigt hatte auf der Schanze vor allem Bernhard Gruber. "Das war ein Befreiungssprung", freute sich der zuletzt etwas von Zweifeln geplagte Salzburger nach seinem 94-m-Satz.

Im 4 mal 5 km Langlauf kam der große Auftritt von Orter. Nachdem Startläufer Klapfer ("Es war von Anfang an ein Kampf") den Anschluss verloren hatte (21 Sekunden hinter Spitzenreiter Norwegen), vergrößerte sich der Rückstand nach Steindls Einsatz auf 44 Sekunden. Gruber verausgabte sich völlig, kam bis auf 23 Sekunden an das Spitzentrio heran, musste aber im Finish dem Kräfteverschleiß Tribut zollen.

Der dreifache Junioren-Weltmeister Orter nahm das Rennen mit 41 Sekunden Rückstand auf und machte Sekunde um Sekunde gut. "Als ich nähergekommen bin, haben sie vorne nochmals Gas gegeben und da hat mir im Finish das Schmalz in den Beinen gefehlt", sagte der 20-jährige Kärntner. 35 Sekunden hatte Orter gutgemacht und damit auch Ernst Vettori beeindruckt. "Ich bin mächtig stolz auf dich", gratulierte der Sportliche Leiter der ÖSV-Kombinierer und Springer.

Orter ist mit gesundem Selbstvertrauen ausgestattet und hatte am Vorabend gemeint, am liebsten würde er auf der Zielgeraden gegen Eric Frenzel und Jason Lamy Chappuis (beide sind Weltcupsieger) seine Sprintstärke beweisen. Dazu bekam er am Samstag noch keine Gelegenheit, Orter war aber froh, überhaupt ins Team nominiert worden zu sein. "Ich wollte zeigen, was in mir steckt", meinte der Athlet aus Afritz. "Es ist ein gutes Gefühl, mit den Arrivierten zu starten. Leider hat sich Bieles verletzt, er ist uns abgegangen."

Den Zielsprint auf dem 1,25 km langen Schneeband inmitten grüner Wiesen bestritten Jörgen Graabak und Weltcup-Spitzenreiter Fabian Rießle. Beide warfen sich über die Linie, der Norweger hatte das bessere Ende für sich.