Cuche gewinnt vor ÖSV-Quartett

Super-G

Cuche gewinnt vor ÖSV-Quartett

Kröll, Puchner, Reichelt und Walchhofer folgen auf den Plätzen.

Didier Cuche hat sich gesammelt, hat die Streitereien der vergangenen Tage hinter sich gelassen und sich am Sonntag den Sieg im Super-G von Kvitfjell geholt. Und damit einen österreichischen Vierfachsieg verhindert. Klaus Kröll (0,30 Sekunden zurück), Joachim Puchner (0,34), Hannes Reichelt (0,42) und Michael Walchhofer (0,44) lagen eng zusammen hinter dem Schweizer auf den Rängen zwei bis fünf. Hat sich Walchhofer am Vortag für das Finale auf der Lenzerheide die Pole-Positon für den Abfahrts-Weltcup geholt, so hat Cuche nun beste Chancen auf die kleine Kristallkugel im Super-G.

Chuche mit wenig Schlaf
  Die Auseinandersetzung mit FIS-Renndirektor Günter Hujara und die folgende öffentliche Diskussion hatten Cuche schwer belastet, wie er zugab - und auch wach gehalten. "Ich habe in der letzten Nacht nur vier Stunden geschlafen und in der Nacht davor nur drei. Ehrlich gesagt bin ich überrascht, dass ich so schnell gewesen bin. Ich habe gespürt, dass der Ski gut läuft und ich einen guten Zug habe", sagte der 36-Jährige, dem es allerdings schwer fiel, den dritten Saisonerfolg (17. Weltcupsieg der Karriere), zu genießen. "Ich habe nach der ganzen Sache schon meine Mühe damit. Aber der Sieg tut gut."

Streit mit Hujara
  Cuche hatte vor der ersten Abfahrt FIS-Renndirektor Günter Hujara wegen eines Sprunges kritisiert, der Streit war publik geworden und der Schweizer, der sich falsch verstanden gefühlt hatte, wegen Unsportlichkeit mit einer Geldstrafe von 5.000 Schweizer Franken (3.893 Euro) belegt und dazu schriftlich verwarnt worden. "Ich hatte schon eine Wut im Bauch, aber da den Ski frei laufen zu lassen, ist schwierig. Ich habe anscheinend den Mix gefunden zwischen Angriff und Lockerlassen", meinte Cuche, der als Konsequenz aus dem Vorfall in Norwegen aus dem "Speed-Fahrer-Komitee" zurücktreten will.

Österreicher top
  Auf dem von ÖSV-Trainer Andreas Evers gesteckten Kurs präsentierten sich die Österreicher in bestechender Form, Kröll fuhr zu seinem besten Saisonergebnis in dieser Disziplin (nach Platz zehn im Grödnertal). "Endlich habe ich eine Fahrt ohne Fehler heruntergebracht. Es ist alles locker gegangen, das ist eine sehr große Erleichterung", sagte der Steirer. Puchner war nach Platz vier in der Abfahrt von Chamonix erstmals in seiner Karriere im Weltcup auf das Podest gefahren. "Das ist unglaublich für mich, die Strecke liegt mir super und es war genau für meine Art des Skifahrens super gesteckt", jubelte der Salzburger.

Wirbel um Kurssetzer
  Evers war als Kurssetzer kurzfristig zum Zug gekommen. Eigentlich hatte Slowenien-Trainer Burkhard Schaffer diesen Job erledigt, jedoch erschien Hujara die Setzung zu schnell. Burkhard wollte allerdings keine Änderung vornehmen und überließ das anderen. Nicht nur Cuche lobte die schöne Setzung von Evers, sondern auch das Gros der rot-weiß-roten Rennläufer. Tagesvierter war Vizeweltmeister Reichelt geworden ("Bin sehr zufrieden. Didier hat eine super Fahrt runtergelegt"), Walchhofer verabschiedete sich in seinem letzten Kvitfjell-Rennen mit Rang fünf.

   Vor dem abschließenden Rennen auf der Lenzerheide hat Cuche im Super-G 68 Punkte Vorsprung auf den Kroaten Ivica Kostelic (Tagesachter), Walchhofer liegt 77 Zähler zurück. "Abgerechnet wird auf der Lenzerheide", meinte Cuche, der seinerseits in der Abfahrt einen Rückstand von 14 Zählern auf den in Führung liegenden Walchhofer hat. In der Schweiz werden außer in den beiden Speed-Disziplinen auch im Riesentorlauf und Slalom noch die kleinen Kristallkugeln vergeben.

   Gesamtweltcupsieger Kostelic mischt im Super-G und Slalom vorne mit, die Trophäe für die Kombinationswertung hat er bereits eingeheimst. Im Super-G hat der Kroate nach eigenem Empfinden wegen eines "dummen Fehlers", der ihn von der Ideallinie abgebracht hatte, den zweiten Platz verpasst.
 

 

Kvitfjell (NOR), Super G
1. Didier Cuche (22) SUI 01:33.05
2. Klaus Kröll (29) AUT +00.30
3. Joachim Puchner (7) AUT +00.34
4. Hannes Reichelt (20) AUT +00.42
5. Michael Walchhofer (16) AUT +00.44
6. Hans Olsson (40) SWE +00.51
7. Christof Innerhofer (21) ITA +00.56
8. Ivica Kostelic (19) CRO +00.58
9. Carlo Janka (17) SUI +00.62
10. Patrick Küng (4) SUI +00.93
11. Erik Guay (12) CAN +00.95
12. Adrien Theaux (15) FRA +01.04
13. Stephan Görgl (5) AUT +01.13
14. Romed Baumann (18) AUT +01.27
15. Gauthier De Tessieres (30) FRA +01.35