Sölden Hirscher

Wetterchaos bei Rennen

Hirscher rettete ÖSV-Ehre

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Ligety fährt in Sölden in eigener Liga: Wetterchaos in beiden Durchgängen.

Der Zielraum in Sölden, gestern, 13.25 Uhr. Im dichten Schneefall verneigt sich Hirscher vor dem Außerirdischen: "Drei Sekunden Rückstand, das ist echt eine Watschn. Normalerweise müsst' ich es jetzt lassen. Aber über den dritten Platz freu ich mich, die 60 Weltcup-Punkte nehm ich gern mit."

Die 12.000 Fans am Rettenbachgletscher erlebten den schwierigsten Weltcup-Auftakt aller Zeiten. Ein verrücktes Rennen. Bei dichtem Schneefall und schlechter Sicht wurde der 1. Lauf pünktlich gestartet - von den Top-Leuten war nur Ligety (Startnummer 5) schnell und platzierte sich hinter Fanara (FRA), der mit Nummer 12 bereits gute Sicht hatte, als Halbzeit-Zweiter. Philipp Schörghofer musste mit Startnummer 1 Schneepflug spielen.

Doch Ligetys Machtdemonstration bei grenzwertigen Bedingungen im 2. Durchgang relativierte alles. Wie auf Schienen brauste der Weltmeister mit Sensations-Bestzeit ins Ziel. Ein Aufschrei ging durchs Publikum, als die 2,75 Sekunden Vorsprung aufleuchteten. Und Jubel über Hirscher, der sich immerhin noch von Platz neun aufs Siegerpodest katapultierte.

Seit den 1970er-Jahren war keiner so weit vorn
Ligety konnte seinen Vorsprung selbst kaum fassen: "Ich hätte nicht gedacht, dass das möglich ist." 2,75 Sekunden sind Sölden-Rekord - und was für einer! 1998 hatte Hermann Maier Stephan Eberharter 1,6 Sekunden abgenommen.

Ligety schaffte den siebentgrößten Vorsprung in der RTL-Geschichte (den Rekord hält Ingemar Stenmark, der in 1979 in Jasna 4,06 Sekunden vorn war). Seit den 1970er-Jahren war kein Läufer im RTL derart souverän wie Ligety, der am meisten über das neue SkiReglement schimpfte. Herren-Chef Berthold: "Da gibt es einiges zu tun für uns."

Doch es gibt Wichtigeres als die Jagd nach den fehlenden Sekunden. Der Schock über den Tod von Björn Sieber (das Begräbnis ist am Mittwoch) sitzt bei den Läufern tief. Hirscher: "Du schwingst ab und kannst dich nicht freuen."

Das Gesamtergebnis beider Durchgänge:

1. Ted Ligety (5) USA 02:36.02
2. Manfred Mölgg (21) ITA +02.75
3. Marcel Hirscher (7) AUT +03.12
4. Thomas Fanara (12) FRA +03.23
5. Didier Defago (14) SUI +03.43
6. Hannes Reichelt (3) AUT +03.60
7. Gauthier De Tessieres (27) FRA +03.73
8. Benjamin Raich (15) AUT +03.78
9. Adam Zampa (40) SVK +03.81
10. Matts Olsson (22) SWE +04.00
11. Florian Eisath (28) ITA +04.08
12. Marcel Mathis (13) AUT +04.32
13. Leif Kristian Haugen (30) NOR +04.34
14. Ivica Kostelic (17) CRO +04.38
15. Kjetil Jansrud (9) NOR +04.42
16. Thomas Mermillod Blondin (39) FRA +04.49
17. Jean-Philippe Roy (26) CAN +04.75
18. Roberto Nani (59) ITA +04.91
19. Tim Jitloff (25) USA +05.01
20. Romed Baumann (16) AUT +05.58
21. Janez Jazbec (35) SLO +05.63
22. Dustin Cook (54) CAN +05.73
23. Christoph Nösig (42) AUT +05.81
DNF. Marc Berthod (29) SUI -
DNF. Stefan Luitz (37) GER -
DNF. Andre Myhrer (18) SWE -
DNF. Cyprien Richard (2) FRA -
DNF. Davide Simoncelli (10) ITA -
DNF. Aksel Svindal (8) NOR -
DNF. Fritz Dopfer (6) GER -
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