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Ski-Star Björn Sieber tödlich verunglückt

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Wagen stürzte einen Abhang hinunter: Auch Bruder bei Crash schwer verletzt.

Er galt als eine DER Nachwuchshoffnungen des ÖSV, doch: Freitagmittag starb Björn Sieber (23) bei einem Autounfall.

Sein Tod schockiert das ganze Land: Völlig überraschend starb am Freitag Ski-Ass Björn Sieber bei einem Autounfall in seiner Heimatgemeinde Schwarzenberg (Bregenzerwald). Eigentlich sollte der 23-Jährige morgen beim Herren-Riesentorlauf in Sölden als Vorläufer starten. Doch alles kam völlig anders. Die Hintergründe:

Ausweichmanöver
Es ist Freitagmittag, 12.35 Uhr, als Björn Sieber mit Bruder Marc in seinem roten VW-Bus in der Parzelle Klausberg talabwärts unterwegs ist. Wer genau am Steuer des Wagens saß, ist vorerst nicht klar, allerdings was dann passierte: Weil die Brüder einem entgegenkommenden Kleinbus ausweichen wollen, kommen sie von der schmalen Straße ab. Ihr Wagen gerät ins Trudeln und stürzt die Böschung hinab. 74 Meter tief!

Mehrfach überschlagen sich die beiden Männer und werden schließlich sogar aus dem Wageninneren auf die Wiese geschleudert. Die Polizei vermutet: Keiner der beiden war zum Zeitpunkt des Unfalls angeschnallt.

Bruder ins Spital geflogen
Während Marc Sieber kurz nach dem Crash mit einem ÖAMTC-Hubschrauber noch ins Landeskrankenhaus Feldkirch geflogen werden kann, kommt für Björn jede Hilfe zu spät. Er stirbt noch an der Unfallstelle an den Folgen seiner schweren Verletzungen.

Tragödie
Der Ski-Zirkus reagierte geschockt auf die Todesmeldung. „Dieser Unfall macht mich sehr betroffen“, erklärt Peter Schröcksnadel, ÖSV-Präsident im Gespräch mit ÖSTERREICH. „Wir können die Rennen am Wochenende zwar nicht absagen, aber unsere Athleten werden mit einem Trauerflor antreten.“

Seit sechs Jahren gehörte Sieber dem ÖSV-Kader an, holte bei den alpinen Junioren-WMs 2008 und 2009 einmal Silber und einmal Bronze. Erst vorgestern noch schrieb Sieber auf seiner Facebook-Seite überglücklich: „Ein großes Dankeschön an meinen neuen Kopfsponsor. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit!“

© APA
ÖSV-Präsiden Peter Schröcksnadel (L.) und Herren-Chefcoach Mathias Berthold


Athleten fahren mit Trauerflor

Mathias Berthold, ÖSV-Cheftrainer Männer: „Wir alle sind bestürzt, dadurch rückt alles andere in den Hintergrund. Björn war ein fantastischer Mensch, den wir sehr vermissen werden. Er war sehr beliebt in der Mannschaft.“

Peter Schröcksnadel, Präsident des ÖSV: „Dieser Unfall macht mich sehr betroffen. Wir können die Rennen am Wochenende zwar nicht absagen, aber alle unsere Athleten werden mit einem Trauerflor antreten.“

Hans Pum, ÖSV-Sportdirektor: „Der ganze Verband ist tief betroffen. Ich hoffe für seine Familie, dass Björns Bruder Marc die Kraft findet und überlebt. Unsere Athleten wollen jetzt für Björn fahren.“

Rainer Gstrein, Trainer von Björn Sieber im ÖSV: „Er war in unserer Skifamilie einer, der das Zeug für eine ganz große Karriere hatte. Er war bereits WM-Starter, auf ihn hat der ÖSV für die Zukunft gebaut. Ich bin überzeugt, er wäre ein Großer geworden.“

Herbert Mandl, ÖSV-Damenchef: „Es ist immer schlimm, wenn ein Mannschaftsmitglied so tragisch aus dem Leben scheidet. Wir sind viele Jahre verschont geblieben, jetzt hat es uns eingeholt. Wir sind alle so viel mit dem Auto unterwegs – ich hoffe jetzt auf Aufmerksamkeit, noch vorsichtiger zu fahren.“

(mud)
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