Kostelic und Pietilae-Holmner siegen

Parallel-Slalom in München

Kostelic und Pietilae-Holmner siegen

Weltcup-Spektakel: Elisabeth Görgl rettete Österreichs Ehre mit Rang drei.

Die Steirerin entschied im Münchner Olympiapark bei der erstmals zum Weltcup zählenden Veranstaltung das "kleine Finale" vor 25.000 Zuschauern gegen Daniela Merighetti für sich. Der Sieg ging an die Schwedin Maria Pietilä-Holmner vor der Slowenin Tina Maze.

Den Herren-Bewerb entschied der Kroate Ivica Kostelic vor dem Franzosen Julien Lizeroux für sich. Die ÖSV-Herren landeten im geschlagenen Feld: Marcel Hirscher und Michael Walchhofer schieden in der ersten Runde, Benjamin Raich, Reinfried Herbst und Romed Baumann im darauffolgenden Viertelfinale aus. Die Sieger durften sich über jeweils 40.000 Franken (32.064 Euro) freuen.

Görgl gewinnt kleines Finale
"Eine absolut coole Veranstaltung, das hat richtig Spaß gemacht, ich bin begeistert", freute sich Görgl, die im Semifinale zwar gegen die spätere Siegerin verlor, das "kleine Finale" aber gegen die Italienerin Merighetti für sich entscheiden konnte. Die Italienerin stürzte dabei im ersten Lauf, den Vorsprung von 0,50 Strafsekunden brachte Görgl schließlich locker ins Ziel. Dabei verriet sie auch ihr Erfolgsgeheimnis: "So ein Parallelslalom geht mit der Zeit an die Kondition. Ich habe aber auch am Schluss noch genügend Kraft gehabt. Besonders schwierig ist es, sich immer erneut zu konzentrieren. Das fahren Frau gegen Frau ist etwas Besonderes und voll cool, da muss man sich auch richtig daraufeinstellen."

"Volle Gaudi"
Michaela Kirchgasser und Andrea Fischbacher schieden bereits in der ersten Runde aus, trotzdem war die Speed-Spezialistin zufrieden: "Die kurzen Ski waren zwar ungewohnt, aber es war eine volle Gaudi", sagte Fischbacher. Anna Fenninger zog im Viertelfinale gegen Görgl den Kürzeren. Pech hatten auch die drei deutschen Damen, angeführt von Maria Riesch, die in Runde eins scheiterten und Weltcup-Leaderin Lindsey Vonn, für die im Viertelfinale Schluss war. Im Finale setzte sich die Schwedin Pietilä-Holmner vor der Slowenin Maze durch.

Zwei ÖSV-Asse scheitern an Miller

Bei den Herren war Bode Miller, der schließlich das "kleine Finale" gegen den bayrischen  Lokalmatador Felix Neureuther für sich entscheiden konnte, der Fels, an dem gleich zwei ÖSV-Fahrer zerschellten. Zuerst war es Abfahrts-Ass Walchhofer, der den ersten Lauf sogar für sich entscheiden konnte, der knapp rausflog, in der zweiten Runde erwischte es dann auch Raich.

Raich lag zwar vor dem Entscheidungslauf 0,5 Sekunden vorne, doch der US-Boy setzte sich vor allem aufgrund eines starken Starts knapp durch. "Schade, denn ich wollte eindeutig mehr", gestand der Pitztaler im Ziel, "auf so einer kurzen Strecke darf ich mir so einen großen Vorsprung nicht nehmen lassen. Aber ich war selbst Schuld, denn ich habe den Start verhaut."

Walchhofer übernimmt Führung im Weltcup
Lachen konnte hingegen Walchhofer vier Tage nach seinem Abfahrtstriumph in Bormio. Denn in Abwesenheit von Silvan Zurbriggen übernahm der 35-Jährige, der für sein Aus in Runde eins 15 Punkte gutgeschrieben bekam, vom Schweizer die Gesamtführung im Weltcup, da auch Verfolger Ted Ligety schon früh scheiterte. "Die Weltcupführung ist für mich derzeit kein Thema", gestand Walchhofer, "ich konzentriere mich sowieso nur auf die kleine Kugel." Aber der Routinier gestand, dass er Riesenspaß hatte, auch wenn die kurzen Latten gewöhnungsbedürftig gewesen seien. "Dass ich so knapp ausgeschieden bin, ist schade. Aber der Bode ist halt ein irrer Hund."

Obwohl Hirscher, Herbst und Baumann frühzeitig ausschieden, waren sie voll des Lobes für die Veranstaltung in München und waren froh, dabei gewesen zu sein. Hirscher, der 2009 den Show-Parallelslalom in Moskau gewinnen konnte, sprach von einem tollen Event, sah jedoch Unterschiede zum Rennen in Russland. "München ist schneller. In Moskau gab es Kippstangen, das kam den Slalomfahrern mehr entgegen. Hier hatten auch Fahrer anderer Disziplinen ihre Chancen", meinte Hirscher. Den Sieg sicherte sich der kroatische Allrounder Kostelic vor dem Franzosen Lizeroux und Miller.

Der Parallelslalom feierte nach zwei Einladungs-Events in Moskau im Jänner und November 2009 am Sonntag in München seine offizielle Weltcup-Premiere. Die besten 16 Fahrererinnen und Fahrer durften an den Start. Für die Verlierer der ersten Runde gab es bereits 15 Weltcup-Punkte, die aber nur für die Gesamtwertung und nicht für den Disziplinen-Weltcup zählen. Gefahren wurde auf einer 200 Meter langen mit offenen Flaggentoren ausgesteckten Piste am "Olympiaberg".

Der Weltcup wird am Dienstag in Zagreb mit einem Damen-Slalom fortgesetzt, am Donnerstag sind dann die Herren an der Reihe. Am Wochenende geht es für die Speed-Damen nach Altenmarkt/Zauchensee, die Herren absolvieren dann in Adelboden (SUI) einen Slalom und einen Riesentorlauf.
 

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18.14 Herren - Zweiter Lauf im Finale: Ivica Kostelic gewinnt den Herren-Bewerb, Lizeroux scheidet mit einem Torfehler aus. Der Franzose wird Zweiter, Bode Miller Dritter. Ein verdienster Sieg für den kroatischen Oldboy: Kostelic machte von allen Fahrern den konstantesten Eindruck.

18.12 Damen - Zweiter Lauf im Finale: Maria Pietilae-Holmner gewinnt das Damen-Finale gegen Tina Maze! Schwedischer Sieg in München, Zweite wird Maze, Dritte Görgl.

18.10 Herren - Zweiter Lauf um Platz 3: Bode Miller bleibt vor Neureuther. Damit haben die Deutschen als Veranstalter niemand am Stockerl.

18.09 Damen - Zweiter Lauf um Platz 3: Elisabeth Görgl landet mit einem souveränen Lauf auf dem Podest! Der einzige rotweißrote Stockerlplatz an diesem Tag.

18:05 Herren - Erster Lauf im Finale: Kostelic wieder mit einem souveränen Lauf. Lizeroux muss einen Rückstand von 41 Hundertstel aufholen.

18:03 Damen - Erster Lauf im Finale: Pietilae-Holmner vs. Maze. Die Slowenin ist etwas schneller als die Schwedin. Maze liegt damit um 12 Hundertstel vorn.

18.02 Herren - Erster Lauf um Platz 3: Bode Miller schneller als Neureuther.

17.58 Damen - Erster Lauf um Platz 3: Liz Görgl im Flachen schneller als Merighetti und 21 Hundertstel voran.

17.56 Reini Herbst im Interview: "Ich find den Bewerb super - Mann gegen Mann macht einfach Spaß."

17.53 Neureuther muss sich in einem spannenden Duell geschlagen geben. Kostelic zieht den Lauf sauber durch und zieht ins Finale ein. Dort trifft er auf den Franzosen Julien Lizeroux, der sich gegen Bode Miller durchsetzte.

17.50 Mit Liz Görgl ist die letzte ÖSV-Hoffnung ausgeschieden. Pietilae-Holmner setzt sich durch, holt 5 Zehntel auf und steht im Finale.Dort trifft sie auf Tina Maze.

17.48 Wer kommt ins Damen-Finale? Die Entscheidung fällt in Kürze, die Läuferinnen müssen mit dem Auto an den Start gebracht werden.

17.43 Kostelic nimmt ein Tor mit, trotzdem ist der Kroate schneller als Neureuther - 42 Hundertstel. Bode Miller lässt Lizeroux um 9 Hundertstel hinter sich.

17.38 Aus österreichischer Sicht ist nur noch Elisabeth Görgl bei den Damen mit dabei. Görgl kann nach einem Sturz ihrer Gegnerin Pietilae-Holmner mit einer halben Sekunde Vorsprung in den zweiten Lauf gehen. Auch Tina Maze geht mit 5 Zehntel gegen Merighetti in den 2. Lauf.

17.36 Mit Benni Raich scheidet der letzte der österreichischen Herren aus. Bode Miller setzt sich im Duell durch und fährt im Halbfinale gegen Lizeroux.

17.34 Reini Herbst will zu viel und bleibt schon im Starthaus hängen. Der Salzburger kann den Rückstand gegen Kostelic nicht mehr aufholen. Herbst draußen, Kostelic im Halbfinale. Julien Lizeroux (FRA) kann Svindal knapp besiegen.

17.32 Etwa 20.000 Zuschauer jubeln dem Lokalmatador Felix Neureuther zu. Der ist beflügelt und setzt sich gegen Romed Baumann durch.

17.28 Liz Görgl setzt sich gegen Anna Fenninger durch und ist im Halbfinale. Im 2. Lauf waren beide Damen gleich schnell. Ebenfalls im Halbfinale: Tina Maze (SLO) und Daniela Merighetti (ITA).

17.26 Lindsay Vonn ist ausgeschieden. Die Amerikanerin scheitert an der Schwedin Pietilae-Holmner, die ins Halbfinale einzieht.

17.23 Während Reini Herbst gegen Ivica Kostelic im 2. Lauf einem Rückstand nachfahren muss, kann Benni Raich gegen Bode Miller einen Vorsprung herausfahren.

17.20 Romed Baumann bleibt am Start hängen, kann seinem Gegner Neureuther aber trotzdem noch 1 Hundertstel abnehmen.

17.17 Im rotweißroten Duell legt Liz Görgl um 23 Hundertstel gegen Anna Fenninger vor.

17.15 Mit dem Viertelfinale der Damen geht es weiter: Lindsay Vonn kommt im Duell mit Pietilae-Holmner in Straucheln und muss im zweiten Lauf 5 Zehntel gutmachen.

17.13 Michaela Kirchgasser im Interview: "Lässiges Event, ich wäre gerne noch mal runter gefahren."

17.08 Michael Walchhofer scheitert um den Hauch von 21 Hundertstel an Bode Miller. Miller trifft im Viertelfinale auf Benjamin Raich.

17.06 Wie Baumann kommt auch Herbst weiter und leistet den Routiniers Aksel Lund Svindal und Ivica Kostelic Gesellschaft im Viertelfinale.

17.04 Romed Baumann ist schneller als Marcel Hirscher. Hirscher damit im rotweißroten Duell out.

17.02 Felix Neureuther ist der erste Viertelfinalist bei den Herren. Er setzt sich knapp gegen Carlo Janka durch.

17.00 Maria Riesch scheidet nach einem Torfehler aus!

16.58 Um nur 14 Hundertstel ist Michaela Kirchgasser zu langsam - sie scheidet aus. Ebenfalls ausgeschieden ist soeben auch Andrea Fischbacher.

16.55 Anna Fenninger (AUT) lässt Julia Mancuso (USA) keine Chance und kommt ebenfalls locker weiter. Fenningers Landsfrau Elisabeth Görgl ist ebenfalls in der nächsten Runde.

16.53 Jetzt geht es bei den Damen ums Weiterkommen! Lindsey Vonn kommt locker weiter, Susanne Riesch ist draußen. Auch die Schwedin Pjetilae-Holmner kommt weiter.

16.51 Michael Walchhofer matcht sich mit Bode Miller (USA) - und Abfahrer Walchhofer holt überraschend 38 Hundertsel Vorsprung heraus!

16.49 Reini Herbst hat mit Didier Cuche (SUI) keine Probleme und legt mächtig vor für die zweite Runde.

16.45 Auch hier kann sich der Lokalmatador durchsetzen. Felix Neureuther (GER) nimmt Carlo Janka im direkten Duell Zeit ab. Unmittelbar danach gewinnt Romed Baumann das Österreicher-Duell gegen Marcel Hirscher.

16.43 Damit ist die erste Runde der Damen gefahren, jetzt sind die Herren dran.

16.42 Lokalmatadorin Maria Riesch (GER) setzt sich gegen die Italienerin Daniela Merighetti nur ganz knapp durch.

16.40 Es geht Schlag auf Schlag. Die Damen kämpfen mit dem eng gesetzten Kurs.

16.35 Die Damen beginnen: Lindsay Vonn (USA) startet gegen Susanne Riesch (GER).

16.28 Willkommen beim LIVE-Ticker! In wenigen Minuten geht es los, je 16 Damen und Herren treten gegeneinander an. Der Olympiaberg ist ein künstlicher, aus Bombenschutt erbauter Hügel. Da es keinen Lift gibt, werden die Sportler in Autos zum Start hochgefahren.

Weltcuppunkte und Preisgeld
Es sind sicher auch die fix garantierten Weltcuppunkte, die die Skistars am Sonntag nach München auf den 564 Meter hohen Olympiaberg zu den zwei Parallelrennen (Start 16.35 Uhr) locken. Aber auch das Preisgeld von 40.000 Schweizer Franken (32.064 Euro) für den Sieg ist als Startpaket für das Neue Jahr nicht zu verachten. Österreich ist mit neun Athleten vertreten, Slalom-Dominatorin Marlies Schild lässt die Veranstaltung allerdings aus und konzentriert sich bereits auf den Slalom am Dienstag in Zagreb.

Die drei Parallelslaloms im Jänner sowie November 2009 in Moskau sind vom Deutschen Felix Neureuther bzw. dem Österreicher Marcel Hirscher und der Schwedin Therese Borssen gewonnen worden. Beim Spektakel auf der Gerüstrampe auf dem Roten Platz waren zwar keine Punkte zu holen gewesen, aber nicht nur Hirscher war auf den Geschmack gekommen. "Das ist die Zukunft des Skisports, eine Kombination aus Sport und Show. Wir brauchen mehr solcher Events und zwar in Paris, Wien, Berlin, New York", hatte der Salzburger damals geschwärmt.

Dementsprechend groß ist die Vorfreude von Österreichs Top-Techniker auf München: "Ich freue mich brutal auf München. Der Kampf Mann gegen Mann taugt mir total und ich kann mich bei solchen Renen immer voll hineinsteigern", meinte der 21-Jährige. Dem Event in München verlieh der Internationale Skiverband sogar Weltcupstatus. Weil die Teilnehmerzahl aber auf 16 pro Geschlecht begrenzt ist (je die Top 15 der Weltrangliste, dazu ein garantiertes Startrecht für das Gastgeberland), zählen die Punkte nur für die Gesamtwertung und nicht den Disziplin-Cup.

Österreichs Slalom-Ass Reinfried Herbst rutschte wegen Absagen von vor ihm gelisteten Läufern ins Teilnehmerfeld. "Das wird sicher ein sehr spannender Wettkampf. Die Fans werden für eine großartige Stimmung sorgen und das Flair im Olympiapark ist auch speziell", ist der Routinier überzeugt. Auch Speed-Asse wie der Schweizer Didier Cuche und die Salzburger Michael Walchhofer und Andrea Fischbacher finden sich auf der Startliste. "Das wird sicher ein Spektakel. Den Sieg machen sich aber die Slalom-Spezialisten unter sich aus. Ich gehe locker in den Bewerb, vielleicht kann ich überraschen", machte Walchhofer deutlich, dass es nicht nur ein Spaß-Bewerb für ihn ist.

Mit der Deutschen Maria Riesch und der US-Amerikanerin Lindsey Vonn sind bei den Damen die Besten der Gesamtwertung dabei, bei den Herren verzichtet hingegen der aktuelle Branchenprimus Silvan Zurbriggen auf den Trip nach Bayern. Was zur kuriosen Situation führen könnte, dass der nur einen Zähler hinter dem Schweizer liegende Walchhofer die Weltcupführung übernehmen könnte - und das nach einem Slalom. Gefährlich werden kann dem Gewinner der Abfahrt von Bormio nur der 73 Zähler hinter ihm liegende US-Amerikaner Ted Ligety.

Die Rennen werden im K.o-System ausgetragen und es gibt bereits fürs Antreten Punkte. Die Verlierer der ersten Runde (Achtelfinale) erhalten 15 Zähler, jene der zweiten (Viertelfinale) 30. In einem Großen und Kleinen Finale werden die Top Vier ermittelt, auf dem Konto des Siegers werden 100 Punkte, auf jenem des Zweiten 80, des Dritten 60 und des Vierten 50 Punkte gutgeschrieben.