Morgenstern: "Rivalen machen mich stärker"

Sommer-Talk

Morgenstern: "Rivalen machen mich stärker"

Thomas Morgenstern ist unser Überflieger. Er wurde von Kanzler Faymann geehrt.

ÖSTERREICH: Hallo Thomas Morgenstern, Sie gewinnen ja alles, Sie haben sich da selbst ja unter Siegesdruck gesetzt. Schwierig?
Thomas Morgenstern: Nein, weil es ja schön ist, wenn man gewinnt. Japan haben wir ausgelassen, ich freue mich aber schon auf die nächsten Sommer-GPs in Hinzenbach und Klingenbach. Mitte Oktober gibt es dann die Meisterschaften in Bischofshofen und Ramsau, und dazwischen läuft das Training in der Kraftkammer und auf der Schanze ganz normal weiter.
ÖSTERREICH: Wie sehen Sie persönlich das interne Team-Duell mit Gregor Schlierenzauer -wie ist Ihr Verhältnis zueinander?
Morgenstern: Wir sind nur Rivalen auf der Schanze. Und da bin ich nach dem Skiwechsel, der ein Fehler war, daran so richtig gewachsen.
ÖSTERREICH: Thomas, stimmt es, dass Sie selbst den Flieger nach Wien zum Empfang beim Kanzler pilotiert haben? Allein oder als Co-Pilot?
Morgenstern: Ich war Pilot, habe noch zwei Leute an Bord der Cessna gehabt. Am liebsten würde ich ja auch im Winter selbst von Springen zu Springen jetten, aber das ginge ja schon wegen möglicher Wetterprobleme nicht, ich könnt ja meinen Start verpassen.
ÖSTERREICH: Ist das Gefühl als Pilot mit dem eines Springers, Fliegers vergleichbar?
Morgenstern: Ich würde sagen: Ja! Man fühlt sich dabei wie in der Rolle eines Überfliegers.
ÖSTERREICH: Bleiben wir auf dem Boden -wie geht 's privat, alles okay, wird gar bald geheiratet?
Morgenstern: Nein, alles beim Alten. Auch wenn Benjamin Karl gerade geheiratet hat -ich bin immer noch sehr jung, habe Zeit, bis die Hochzeitsglocken läuten.
ÖSTERREICH: Anderes Thema: Gibt es bei euch Skispringern auch solche Diskussionen ums Material wie bei den Alpinen?
Morgenstern: Nein, bei uns ist alles, wie es war, wir haben aber viel dickere Anzüge als die Abfahrer. Wenn die unsere tragen und einen Fehler machen würden, dann würden sie aufsteigen wie Raketen. Bei uns macht ein Fehler nichts mehr aus, wir haben ja jetzt im Anlauf eine Spur, aus der man nicht rausfliegt.