Saison-Kehraus auf größter Schanze der Welt

Skifliegen

Saison-Kehraus auf größter Schanze der Welt

ÖSV-Adler beenden ihre Traum-Saison am Wochenende mit Weltrekordjagd auf Skiflug-Schanze in Planica.

Gesamt-Weltcup-Sieg, Skiflug-WM-Titel im Einzel und mit dem Team, Nationencup, 14 Weltcup-Siege und Gregor Schlierenzauer fehlen nur noch fünf Punkte auf den zweiten Endrang hinter Thomas Morgenstern im Weltcup: Österreichs Skispringer haben die Saison fast nach Belieben dominiert, beim Weltcupfinale von Freitag bis Sonntag auf der Skiflug-Schanze in Planica soll noch ein dementsprechender Schluss-Akzent gesetzt werden.

Auch wenn der Jagd nach dem Weltrekord von der FIS vor einigen Jahren Einhalt geboten wurde, indem Weltrekorde einfach nicht mehr offiziell anerkannt werden: Den Traum vom weitesten Flug aller Zeiten konnte der internationale Skiverband nicht auslöschen. Der Norweger Björn Einar Romören landete am 20. März 2005 bei 239 Metern und hat seither auf seinen Skibelägen diese Zahl für alle sichtbar stehen.

Weltrekord möglich
Die Veranstalter haben im Vorfeld die Weichen für eine Fortsetzung gestellt, mit Anpassungen im Aufsprungbereich und bei optimalen Bedingungen sollen nun auf dem größten Bakken der Welt Weiten bis 245 m möglich sein. "Natürlich wäre das toll. Das Werkzeug dazu haben einige Springer von uns, dass sie zuschlagen können. Es ist grundsätzlich der Traum eines jeden Athleten, Weltrekord fliegen zu können. Aber mit aller Gewalt sicher nicht", warnte Alexander Pointner vor zu großen Erwartungen und auch Risiko. "Wir wollen nicht, dass wieder einer mit einer Trage rausgetragen wird", erinnerte der ÖSV-Cheftrainer an den Sturz von Janne Ahonen bei 240 m just am bisher letzten Weltrekord-Tag.

Seine Springer hätten allesamt noch Energiereserven genug, versicherte Pointner. Während die meisten Athleten auch in der Saison 2008/09 wieder dabei sein werden, beendet Andreas Widhölzl die Jagd nach Metern, Rekorden und Medaillen. Der Mannschafts-Olympiasieger, Gewinner der Vierschanzen-Tournee 99/00 und 18-fache Weltcupsieger erhält von Pointner für Freitag einen Platz im Team, allerdings muss sich der 31-jährige Tiroler zuvor am Donnerstag erst noch qualifizieren.

Abschied für Swider
"Wir werden uns für ihn etwas einfallen lassen. Der Swider war eine ganz wichtige Mannschaftsstütze im vergangenen Jahrzehnt, auch für die Jungen", meint Pointner. Widhölzl wird auf jeden Fall auch am Samstag noch einmal vom Bakken gehen, wenn er in der Pause zwischen 1. und 2. Durchgang im Teambewerb seinen Abschiedssprung zeigt.

Schlierenzauer Top-Favorit
Topfavorit ist auf Grund seiner Formentwicklung freilich Skiflug-Weltmeister Gregor Schlierenzauer, der zuletzt auf dem Holmenkollen seinen vierten Saisonsieg gefeiert und damit die "nordische Tournee" für sich entschieden hat. Aber auch sein "Vize" Martin Koch und Morgenstern, die beide wohl auch von vielen Kärntner Fans vor Ort angefeuert werden, zählen zum Favoritenkreis.

Alle freuen sich
Trotz der langen Saison herrscht im rot-weiß-roten Team Vorfreude auf Planica. "Dort darf ich als Weltmeister auf die größte Schanze der Welt gehen. Diese Flugschanze kenne ich zwar noch nicht, aber ein neuer persönlicher Rekord (217 m-Anm.) könnte sich schon ausgehen", hofft Schlierenzauer. Morgenstern wollte sich in Skandinavien wieder an sein Sprunggefühl herantasten. "Damit ich in Planica einen gelungenen Abschluss feiern kann. Das ist mir auch geglückt, dass Feeling stimmt nun wieder besser."

Für ihn und seine Mannschaftskollegen geht es unmittelbar nach dem Sonntagbewerb zur großen Weltcupfeier nach St. Johann.

ÖSV-Team für Planica: Thomas Morgenstern, Gregor Schlierenzauer, Martin Koch, Andreas Widhölzl (Freitag), Wolfgang Loitzl, Andreas Kofler, Arthur Pauli und Manuel Fettner (Sonntag). Teambewerb wird am Freitag nach Einzel nominiert.