Das sagen ÖSV-Damen nach Glatteis-Pleite

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Das sagen ÖSV-Damen nach Glatteis-Pleite

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Nach Italio-Gala wollen Hütter und Co. in den Dolomiten zurückschlagen.

Nach einem nicht ganz nach Wunsch verlaufenen Heim-Wochenende in Bad Kleinkirchheim haben Österreichs Speed-Damen nur kurz Zeit, für die nächsten Aufgaben zu rüsten. Am Mittwoch ist das erste Training für die beiden Abfahrten in Cortina d'Ampezzo angesetzt. Es ist eine Gelegenheit zur Revanche an den Italienerinnen. "Brennen wir sie halt dort her", sagte Cornelia Hütter.

Die Steirerin bezog sich dabei auf die Siege von Federica Brignone und Sofia Goggia in Kärnten sowie den ersten Dreifacherfolg der "Azzure" in der Abfahrt überhaupt. Ein herzhaftes "F... Oida" entfuhr Hütter im Ziel, nachdem sie beim Glatteis-Rodeo auf der Klammer-Piste fast zu Sturz gekommen und nur 14. geworden war. "Es kam aus meinem tiefsten Inneren und gemeint war damit natürlich ich selbst. Irgendwann musst du dich ja ärgern", erklärte Hütter lachend.

Die 25-Jährige hatte tags zuvor als Dritte im Super-G untermauert, dass sie trotz ihres Comeback-Winters die stärkste Speedfahrerin des ÖSV ist. Natürlich spüre sie ihr vor einem Jahr verletztes Knie vor allem nach einer Rumpelpiste wie in Bad Kleinkirchheim besonders. "Aber der ultimative Kreuzbandtest war eh schon beim Chile-Training. Seitdem weiß ich, dass es hält", meinte sie. Ihre Bilanz: "So ist es halt. Einmal stehst am Podest, einmal liegst im Schnee."

Zwei Tage Physio streut Hütter deshalb vor Cortina ein. "Ich hoffe, dass dort das Wetter einmal mitspielt und wir ein schönes Postkartenwochenende haben. Dann steht einem coolen Speed-Wochenende nichts im Weg", sagte die Steirerin über den einstigen Lieblingsort ihrer Landsfrau Renate Götschl. "Das ist alles Vergangenheit. Was war, können wir nicht ändern. Jetzt müssen wir selbst fahren", gab sich die Kumbergerin romantikbefreit. Wiewohl: "Renate hat dort wirklich viel gewonnen. Vielleicht können wir ja ihrer Linie nachfahren."

Spannende Olympia-Quali

Zwei Abfahrten (Freitag Ersatz für Val d'Isere) und ein Super-G stehen diesmal im WM-Ort 2021 auf dem Programm. Nicht nur im ÖSV-Lager fällt im Schatten des Kitzbühel-Wochenendes auch die Entscheidung hinsichtlich des Speed-Teams für Olympia. Hütter, Anna Veith und Nicole Schmidhofer sollten fix sein, allerdings haben in Bad Kleinkirchheim auch Tamara Tippler als 6. im Super-G und Stepahnie Venier als Abfahrts-9. aufgezeigt.

Letztere sogar trotz einer bakteriellen Infektion, die sie tagelang ins Bett gezwungen hatte. "Ich habe die Antibiotika noch voll in meinen Beinen gespürt", gestand die Abfahrts-Vizeweltmeisterin. Olympia sei bisher kein Thema gewesen. "Bei mir geht's eher darum, wieder zu Kräften und in Form zu kommen."

Ähnlich sieht es die "ratlose" Ramona Siebenhofer. "Dabei war das im Gegensatz zum Super-G eine beherzte Fahrt", sagte die Steirerin nach Platz 16 in der Abfahrt. Zu Olympia hat sie eine klare Position. "Es sollen die dabei sein, die um Medaillen mitfahren. Alle anderen haben dort nichts verloren. Ich setze alles daran, in Cortina nochmals richtig anzugreifen."

In Cortina schon mehrfach den Sprung zu einem Großereignis geschafft hat Nicole Schmidhofer. Die Super-G-Weltmeisterin hat aber derzeit nicht mehr ganz den Schwung vom Saisonbeginn, als sie 3. und 4. in den Super-G von Lake Louise und Val d'Isere geworden war.

Schwierigkeiten auf ruppiger Piste

"Sowas Hartes wie in Kleinkirchheim bin ich in den letzten Jahren nicht gefahren. Ich hatte überhaupt keinen Zug auf dem Ski", erklärte Schmidhofer. Als fix für Pyeongchang betrachtet sich die Steirerin nicht. "Die anderen Mädels sind auch stark und haben aufsteigende Form. Bei mir hängt es hingegen ein bissl", sagte Schmidhofer, die auf erfolgreiche Materialtests, eventuell auch am Schuh, hofft. "Und dann volle Attacke in Italien."

Veith fährt mit "gemischten Gefühlen" nach Cortina. "Ich hatte dort mein erstes Karriere-Podest und im Vorjahr das erste nach der Verletzung. Die Strecke hat mich aber auch schon mal abgeworfen. Viele Aufs und Abs also und die Abfahrt liegt mir nicht hundertprozentig", gestand die Salzburgerin, die ebenfalls ihre Comebacksaison fährt. Das Eisrodeo in Kärnten habe auch etwas Gutes gehabt. "Ich weiß jetzt, wenn es hier funktioniert, dann funktioniert es überall."

Courage ist zwar auch im berühmten Tofana-Schuss gefragt, so brutal wie in Bad Kleinkirchheim wird es aber vermutlich nicht werden. Venier hatte am Sonntag im ORF deshalb ironisch gemeint, dass man nun auf eine "Babystrecke" wechsle.

Veith hatte in Kleinkirchheim nicht nur wegen ihrer eigenen Verletzung Riesenrespekt vor den Italienerinnen gezeigt. "Dass Sofia Goggia eine ganz Wilde ist, das wissen wir. So einen Lauf hier runterzulegen, ist echt mutig. Und die anderen zwei haben offenbar Mut-Tabletten geschluckt."

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