Der ÖSV sucht beim Lauberhorn-Klassiker in Wengen das Ende einer langen Podest-Flaute in der Abfahrt. Seit 700 Tagen stand kein Österreicher mehr auf dem Podest. Vincent Kriechmayr soll die Durststrecke am Samstag beenden. Neben Marco Odermatt gibt es plötzlich einen zweiten Topfavoriten.
24 Stunden nach dem Super-G hat Vincent Kriechmayr am Samstag (12:30 Uhr/live ORF 1 & Sport4-Liveticker) Gelegenheit zur Revanche. Die Lauberhorn-Abfahrt ist der erste ganz große Jänner-Klassiker. Es sind 700 Tage vergangen, seit Kriechmayr in Kvitfjell den letzten Podestplatz für Österreich erkämpfte (Platz 2 am 17. Februar 2024 in Kvitfjell/Norwegen). In diesem Winter verpasste der Oberösterreicher als Fünfter in Beaver Creek das Siegerfoto nur um 18 Hundertstel. In Gröden blieben die ÖSV-Downhiller sogar ohne Top-Ten-Resultat.
Kriechmayr als österreichische Hoffnung
ÖSV-Herrenchef Marko Pfeifer setzt auf seinen Topfahrer: "Vinc ist unser Aushängeschild und wird hoffentlich um das Podium mitrittern." Der Oberösterreicher selbst schwärmt von der Strecke: "Eiger, Mönch und Jungfrau lachen einen an. Es ist ein Riesenprivileg, da zu fahren." Sportlich brauche er aber noch "mehr Überzeugung" für die absolute Spitze.
Odermatt als klarer Favorit
Der Schweizer Marco Odermatt geht als Topfavorit ins Rennen. Drei seiner sechs Weltcup-Abfahrtssiege feierte er in Wengen, zuletzt im Vorjahr. In dieser Saison gewann er bereits in Beaver Creek und Gröden. Pfeifer sieht größere Chancen für seine Mannschaft erst nächste Woche: "Unsere Abfahrtsergebnisse sind einfach besser, wenn es mehr talwärts geht - Kitzbühel, hoffentlich auch Bormio heuer."
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Super-G-Sensationssieger Franzoni nach Trainingsbestzeiten auch Favorit in der Abfahrt
Im Abschlusstraining am Donnerstag platzierten sich vier ÖSV-Läufer in den Top Ten: Raphael Haaser als Vierter (+1,47 Sekunden), Stefan Babinsky als Sechster (+2,10), Manuel Traninger als Neunter (+2,35) und Daniel Hemetsberger als Achter (+2,23). Kriechmayr wurde Zwölfter (+2,46). Trainingsschnellster war erneut der Italiener Giovanni Franzoni, der nach seinem Sensationssieg im Super-G am Freitag jetzt auch für die Abfahrt zum heißesten Odermatt-Herausforderer werden dürfte.